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Gerolsteiner-Ausstieg: Schwerer Schlag für deutschen Radsport

Der Mineralwasser-Hersteller Gerolsteiner wird sein Engagement im Profi-Radsport beenden. "Wir werden unseren Vertrag bis 2008 erfüllen, nehmen aber die Option eines weiteren Engagements nicht wahr", erklärte ein Konzernsprecher.

Von 2009 an muss sich Manager Hans-Michael Holczer, bei dem die Fahrer und das übrige Team-Personal angestellt sind, einen neuen Sponsor suchen. Erste Gespräche hat Holczer bereits geführt. Der nationale Konkurrent T-Mobile hatte sich trotz der Doping-Problematik im Radsport entschlossen, bis 2010 weiterzumachen und diese Entscheidung am 9. August mitgeteilt.

Die tschechische VW-Tochter Skoda erklärte am Dienstag auf dpa- Anfrage, man habe über eine mögliche Verlängerung des auslaufenden Engagements noch nicht entschieden. Der Konzern mit Sitz in Prag ist offizieller Partner der Tour de France, die Deutschland-Tochter des Unternehmens unterstützt das Team Gerolsteiner.

Gerolsteiner investiert pro Saison geschätzte neun Millionen Euro in den Profi-Radsport und tritt seit 1998 als Geldgeber auf. An der Spitze des von Holczer geleiteten Teams stehen die Hoffnungsträger Stefan Schumacher (Nürtingen), Fabian Wegmann (Freiburg), Markus Fothen (Kaarst) und Robert Förster (Markkleeberg) neben den Routiniers Davide Rebellin (Italien) und Sebastian Lang (Erfurt).

Holczer zählt international zu den Vorreitern im Anti-Doping- Kampf. Er ist Mit-Initiator der Bewegung einiger ProTour-Teams für einen "neuen Radsport". Die Vereinigung hatte sich während der Tour de France 2007 gebildet.

Allerdings stand auch das Team Gerolsteiner mehrmals wegen Dopings in den Schlagzeilen: Sprinter Danilo Hondo (Cottbus) wurde 2005 positiv auf das Mittel Carphedon getestet und danach sofort entlassen, Rebellin wurde in Italien in einem Doping-Prozess freigesprochen. Die sportlichen Leiter Christian Henn und Udo Bölts hatten wie mehrere ehemalige Telekom-Fahrer EPO-Missbrauch zu Zeiten ihrer aktiven Karriere gestanden. Während sich Bölts von seinem Amt danach zurückzog, behielt Henn das Vertrauen der Teamleitung.

DPA/kbe

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