Doping-Ticker Ullrich trennt sich von Anwalt Diestel


Die Enthüllungen und Geständnisse im Dopingskandal des Team Telekom überschlagen sich. Lesen Sie im stern.de-Liveticker, was am Donnerstag passiert.

- 16.20 Uhr -

Ullrich trennt sich von Anwalt Diestel

Der zurückgetretene Radprofi Jan Ullrich wird nach einer Meldung der "Bild"-Zeitung von sofort an nicht mehr von Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel vertreten. Das bestätigte Ullrich- Manager Wolfgang Strohband dem Blatt am Donnerstag. Danach erklärte Strohband: "Wir haben Diestel das Mandat entzogen. Er darf nicht mehr für uns sprechen." Diestel stellte laut "Bild" die Trennung anders dar: "Es gab Meinungsverschiedenheiten. Ich habe mein Mandat niedergelegt. Wer was anderes behauptet, den verklage ich."

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- 14.50 Uhr -

Nach Zabel und Aldag: Riis gibt Pressekonferenz am Freitag

Nach den Doping-Geständnissen seiner ehemaligen Team-Kollegen Erik Zabel und Rolf Aldag hat der frühere Tour-de- France-Sieger Bjarne Riis für Freitag (16.30 Uhr) eine Pressekonferenz in Kopenhagen angekündigt. Riis gewann 1996 als Kapitän des T-Mobile-Vorgängers Team Telekom die Frankreich-Rundfahrt und ist derzeit Teamchef des dänischen CSC-Teams. Nach Bert Dietz, Christian Henn und Udo Bölts gaben auch die ehemaligen Telekom-Radprofis Zabel, Aldag und Brian Holm zu, gedopt zu haben. Sie fuhren Mitte der 90er Jahre mit Riis und Jan Ullrich in einem Team.

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- 14.35 Uhr -

Nach Zabel-Geständnis: Hauptsponsor Nordmilch kündigt Gespräche an

Hautsponsor Nordmilch vom Profi-Radteam Milram will mit Erik Zabel (Unna) umgehend über mögliche Konsequenzen nach dessen Doping-Geständnis sprechen. "Die Beteiligten werden sich am Wochenende zusammensetzen und dann beraten, wie es weitergeht", sagte eine Nordmilch-Sprecherin der dpa. Das in Bremen ansässige Unternehmen ist seit der Gründung im vergangenen Jahr Hauptsponsor des Teams, für das der deutsche Radstar fährt.

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- 14.25 Uhr -

BDR: Präsidium prüft Zabels möglichen WM-Einsatz

Das Präsidium des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) wird den möglichen WM-Einsatz des Doping-geständigen Erik Zabel im September in Stuttgart prüfen. Eine generelle Amnestie für geständige Profis komme nicht in Frage, es gebe eine Einzelfall-Prüfung, sagte BDR-Sport-Direktor Burkhard Bremer nach der Bonner Presse-Konferenz und ließ eine wohlwollende Bearbeitung des Falles Zabel durchblicken.

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- 14.00 Uhr -

Zukunft von Bölts beim Team Gerolsteiner offen

Nach dem Doping-Geständnis von Udo Bölts hat das Team Gerolsteiner noch keine Entscheidung über die berufliche Zukunft des früheren Radprofis gefällt. "Wir werden uns zeitnah mit ihm zusammensetzen und ein Gespräch führen. Ich kann heute noch keine Tendenz zum Ausdruck bringen", sagte Teamchef Hans-Michael Holczer der dpa. Holczer war am Mittwochabend von Bölts inhaltlich darüber informiert worden, dass der ehemalige Telekom-Profi von 1995 bis 1997 mit Wachstumshormonen und EPO gedopt hatte. Bölts ist auf der Basis freier Mitarbeit für 32 Tage im Jahr als Sportlicher Leiter beim Team Gerolsteiner beschäftigt.

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- 13.20 Uhr -

Anwalt Diestel: "Ein Auspacken Ullrichs gibt es nicht"

Der Rechtsanwalt von Jan Ullrich, Peter-Michael Diestel, sieht keinen Grund für eine Doping-Beichte des Tour-de- France-Siegers von 1997 und früheren Stars des Radrennstalls T- Mobile. "Ein Auspacken bei Jan Ullrich gibt es in diesem Sinne nicht", sagte Diestel dem ZDF-"Morgenmagazin". "Ullrich brauchte bei seinem großen Talent nicht zu dopen."

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- 12.25 Uhr -

Auch Fußball-Zweitligist SC Freiburg beendet seine Zusammenarbeit mit dem ins Doping-Zwielicht geratenen Mannschaftsarzt Andreas Schmid.

"In dem Moment, wo Doping bewiesen ist, müssen wir uns distanzieren und leider sagen, dass man sich trennen muss", sagte Freiburgs neuer Manager Dirk Duffner. SC-Präsident Armin Stocker betonte, bis zum Mittwoch habe auch für Schmid die Unschuldsvermutung gegolten. Der Mediziner hatte am Mittwochabend gestanden, gemeinsam mit seinem Freiburger Kollegen Lothar Heinrich als Mannschaftsärzte Doping-Praktiken des Telekom- Radsportteams in den 90er Jahren unterstützt zu haben. ++++++ ++++++ +++++++

- 11.35 Uhr -

Beckmann-Show mit Dietz' Dopingbeichte darf nicht wiederholt werden

Das Doping-Geständnis von Ex-Radprofi Bert Dietz in der ARD-Sendung "Beckmann" wird vorerst nicht mehr im Fernsehen gezeigt werden. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) habe mit Dietz vereinbart, die Folge nicht im Sender 3sat zu wiederholen und die Sendung auch nicht im Internet verfügbar zu machen, sagte ein Sprecher. Er dementierte Medienberichte, wonach eine einstweilige Verfügung gegen die Ausstrahlung vorliege. "Es gibt keine Verfügung, der Verzicht auf die Wiederholung war eine Bedingung des Gastes." Dietz hatte am Montagabend bei "Beckmann" Doping zugegeben und dabei auch die Freiburger Ärzte Lothar Heinrich und Andreas Schmid belastet.

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- 11.30 Uhr -

Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke: "Ein ganz schön dreckiges Land"

Deutschland ist in Sachen Doping nach Auffassung des Heidelberger Biologie-Professors Werner Franke "ein ganz schön dreckiges Land. Durchaus vergleichbar mit Spanien, Italien oder Griechenland". Es sei "unglaublich", dass die mittlerweile geständigen und von der Universitätsklinik Freiburg entlassenen Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich "an kriminellen Aktionen beteiligt sind - vor allem "wissentlich Beihilfe zur Körperverletzung geleistet haben", sagte der Anti-Doping-Kämpfer in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung".

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- 11.15 Uhr -

Wiesenhof beendet Engagement im Profi-Radsport

Das Marken-Geflügel-Unternehmen Wiesenhof wird als Konsequenz aus dem Doping-Skandal nach eigenen Angaben zum Jahresende sein Engagement im Profi-Radsport einstellen. "Die gegenwärtigen Rahmenbedingungen und Entwicklungen im Profi-Radsport haben uns zu diesem Schritt veranlasst", teilte Peter Wesjohann, Mitglied des Management der PHW-Gruppe/Wiesenhof, in einer Presseerklärung mit. Das Team Wiesenhof-Felt fährt in dieser Saison mit der Lizenz eines Professional Continental Teams und gilt als die dritte Kraft nach T-Mobile und Gerolsteiner im deutschen Profi-Radsport.


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