HOME

Neue Biografie: Gauck überfordert? Von wegen!

Die neue Biografie über Bundespräsident Gauck ist ziemlich einseitig zitiert worden. Der Autor bedauert das bereits.

Von Hans Peter Schütz

Wer am Donnerstag nach Frankfurt am Main eilt, um im Rahmen der Buchmesse zu erleben, wie der Autor Mario Frank sein Buch "Gauck. Eine Biografie" (Suhrkamp-Verlag, 19.95 Euro) präsentiert, wird Sätze hören, die er nach der medialen Vorberichterstattung nicht erwartet haben dürfte.

Der Autor liest dann, wie er stern.de verriet, diese Passage aus dem Vorwort: Die Art "mit anderen umzugehen ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg von Joachim Gauck. Seine intensive Zuwendung zu den Menschen, die ihm begegnen, ist ganz und gar außergewöhnlich. Es ist vor allem dieser Wesenszug, mit dem er die Herzen der anderen gewinnt. Einschließlich der Journalisten, die sein Bild in den Medien prägen."

Wie bitte? Die Herzen der Journalisten gewinnen? Beim "Spiegel" ist ihm das nicht geglückt. Dort entnahm der Artikelschreiber dem Buch, Gauck habe ein "cholerisches Element". Dies verknüpfte er mit der Frage, ob die Strapazen des Amtes den 73-Jährigen nicht überfordern. "Bild.de" schlagzeilte in die gleiche Richtung: "Gauck zu müde für sein Amt?" Und "Die Welt" titelte: "Biografie stellt Gauck als vom Amt überfordert dar".

Gerüchte, Gauck sei schwul

In den ersten Besprechungen, so lässt sich das mediale Echo zusammenfassen, wird Joachim Gauck wenig schmeichelhaft beschreiben. Er sei schusselig, altersmüde, neige zu Wutausbrüchen und sei dem weiblichen Geschlecht mehr zugetan als mit dem Amt des Präsidenten vereinbar. Das überrascht zunächst einmal nicht, denn schon frühere Biografen hatten die Frage gestellt, ob Gauck denn der richtige Mann für Bellevue sei - oder nur dank der Wulff-Affäre dort gelandet ist.

Doch wer das Buch in der Erwartung liest, vor allem Gauck-Bashing darin zu finden, wird enttäuscht sein. Die Biografie beschreibt ein insgesamt schwieriges Leben, vom Pastor in der DDR über den Stasi-Jäger bis zum "ersten Bürger". Gauck passt an keiner Stelle seines Lebens in die gängigen Klischees eines Bundespräsidenten.

Die schiefe Optik auf den Bundespräsidenten stützt sich auf einzelne, oft aus dem Zusammenhang gerissene Zitate der Biografie. An einer Stelle heißt es zum Beispiel: "Zu allem Überfluss tauchte zum damaligen Zeitpunkt auch noch das Gerücht auf, Gauck sei homosexuell und ihn verbinde mit seinem Pressesprecher David Gill mehr als nur ihre berufliche Beziehung." Aber das war eben auch nie mehr als ein Gerücht. Es tauchte auf, als Gauck unter massivem Beschuss seiner Gegner stand, nachdem er zum ersten Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde berufen worden war.

Sein Intimfeind, der ehemalige DDR-Innenminister Peter-Michael Diestel, warf ihm damals sogar vor, selbst Mitarbeiter der Stasi gewesen zu sein. Seine persönliche Akte habe er von belastendem Material "säubern" können, weil er das Dossier ohne Aufsicht besichtigen durfte. Gauck sei in klassischer Weise ein "Begünstigter" durch die Staatssicherheit gewesen, behauptete Diestel. Heute lobt er den Bundespräsidenten Gauck - als eine "herausragende Figur".

Der Schussel Gauck

Das Bemerkenswerte an der Biografie ist, dass der Autor Mario Frank dem Beschriebenen die Chance gegeben hat, selbst am Inhalt mitzuwirken. Er legte sein Buch in der Urfassung vor und ließ dem Präsidenten die Möglichkeit, problematische Passagen zu kommentieren. So erinnert sich Gauck an die Homo-Vorwürfe mit den Worten: "Das kam zeitversetzt, quasi als Zweitschlag. Die Frage hinter vorgehaltener Hand, ist er nicht vielleicht schwul, dieses Muster kannte ich von der Stasi. David Gill und ich haben damals darüber gelacht und uns auf die Schenkel geschlagen." Zu Recht sah sich Gauck als das Opfer einer Kampagne, die ihn zum Rücktritt vom Amt der Stasi-Behörde zwingen wollte.

Ähnlich leichtfertig sind auch andere Thesen, die aus der Biografie herausgelesen werden. Etwa, wenn Frank Gaucks "auffällige Schusseligkeit" dokumentiert. "Ständig ließ er irgendwo persönliche Gegenstände liegen: seinen Kalender im Zug, das Portemonnaie und den Hausschlüssel in der Plastikschale bei der Flughafenkontrolle." Schon als Chef der Gauck-Behörde habe er ständig seine Brille verlegt. Zu einem Geburtstag schenkten ihm die Sekretärinnen ein Bäumchen mit 15 Lesebrillen. Nach einem halben Jahr seien sie alle verloren gewesen. Das kann so sein - aber ist nicht zwingend ein Beleg, dass Gauck mit den "physischen und psychischen Anforderungen" des Präsidentenamtes überfordert wäre, wie es in den Rezensionen hieß.

Ein Leben aus dramatischer Umbruchzeit

Die Frank-Biografie erzählt auch einige, ganz ungewöhnlich spannende Lebensgeschichten. Etwa, warum sich Gauck nie von seiner ersten Frau Hansi Gerhild scheiden ließ, mit der er vier Kinder hat und zehn Enkelkinder. Immerhin lebt das Paar seit 22 Jahren getrennt. Oder weshalb er sich von seiner zweiten Lebensgefährtin Helga Hirsch nach zehn gemeinsamen Jahren nicht endgültig getrennt hat, sondern sie ihm bis heute im Präsidialamt als "Beraterin" zuarbeiten darf. Gauck selbst sagt über seine ausgeprägte Affinität zu Frauen: "Man ist bescheuert, wenn man immer nur den starken Mann gibt." Eine Jugendfreundin erzählt: "Er kann unheimlich flirten. Und es ist ihm egal, in welchem Alter die Frau ist."

Und es ist eine Biografie mit amüsanten Anekdoten. Da stöhnte eines Tages Daniela Schadt, Gaucks heutige Lebensgefährtin, über ihre frühere, sehr bescheidene Wohnung in Nürnberg, wo sie als Journalistin gearbeitet hatte: "Lieber Himmel, kann nicht mal jemand da oben dafür sorgen, dass ich eine neue Wohnung kriege." 14 Tage später stand fest, dass Gauck Präsident wird und mit Schadt ins gediegene präsidiale Domizil nach Berlin zieht. Darauf Schadt zu Gauck: "Lieber Gott, so habe ich das nun auch nicht gemeint."

Wer Gauck kennen lernen und unterhalten werden will, dem sei die Lektüre der Biografie Gaucks empfohlen. Autor Mario Frank sagt: "Es ist ein Leben aus einer dramatischen Umbruchzeit." Dass aus diesem Leben "einige Stellen aus seiner Biografie schlagzeilenartig herauszitiert werden, ist bedauerlich". Er habe an mehr Fairness geglaubt. Gauck sei doch ein Mensch "wie wir alle - mit Fehlern, Stärken und Schwächen". Für überfordert hält ihn Frank ohnehin nicht. "Ich gehe davon aus. dass er sein Amt würdevoll zu Ende bringen wird." Der Bürger wegen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(