Handball-EM Deutschland kämpft sich ins Halbfinale

Mit einem hauchdünnen 31:29-Sieg gegen Schweden haben die deutschen Handballer den Einzug in das EM-Halbfinale geschafft. Lange Zeit lagen die Teams gleich auf, bis sich am Ende die Deutschen in einem hitzigen Spiel durchsetzten. Der Weltmeister musste allerdings einen schmerzhaften Verlust hinnehmen.

Die deutschen Handballer haben weiter den zweiten EM-Titel nach 2004 vor Augen. Der Weltmeister gewann am Donnerstag in Trondheim das "Endspiel" um das Erreichen des Halbfinales gegen Schweden mit 31:29 (16:18) und spielt am Samstag in Lillehammer gegen den WM-Dritten Dänemark um den Finaleinzug. Vor 2915 Zuschauern im Spektrum verkraftete der Weltmeister selbst den verletzungsbedingten Ausfall von Oliver Roggisch und Michael Kraus. Beste Werfer im deutschen Team waren Holger Glandorf und Pascal Hens (je 7). Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) steht damit zum siebten Mal seit 1998 in einem Halbfinale.

"Jetzt haben wir es selbst in der Hand und müssen gewinnen, um nicht als die Deppen der Nation dazustehen", forderte Rechtsaußen Florian Kehrmann (Lemgo) vor dem "Endspiel" um Platz zwei der Gruppe 2 und den damit verbundenen Einzug ins Halbfinale. Die deutsche Mannschaft war ganz darauf eingestellt, an diesem Samstag in Lillehammer gegen den WM-Dritten Dänemark um die Qualifikation für das Endspiel anzutreten. Um traditionell wie immer einen Halbfinal- Einzug in einem berühmten Schnellrestaurant mit Hamburgern und Pommes Frites feiern zu können, hatten sich die deutschen Spieler am Nachmittag extra nach einem solchen Imbiss erkundigt.

Deutschland lief einem Rückstand hinterher

Allerdings schien dies zunächst zu voreilig gewesen zu sein. Denn bis zum 5:6 (8.) lief der Weltmeister einem Rückstand hinterher. Als dann aber Holger Glandorf mit seinem Treffer zum 9:7 (13.) die erste Zwei-Tore-Führung für das DHB-Team erzielte, schienen die Deutschen das Spiel in den Griff zu bekommen. Zwar fehlte es erneut an der Dynamik im Angriffsspiel, doch stand die Abwehr wie gegen Frankreich stabil. Zudem erwies sich Torhüter Henning Fritz (Rhein-Neckar Löwen), der in der 14. Minute den glücklosen Johannes Bitter (Hamburg) ablöste, einmal mehr als der sicherer Rückhalt.

Doch die Nachlässigkeiten im Angriff kosteten die deutsche Mannschaft ihre Führung. Die Schweden verkürzten, glichen aus und gingen in Führung. Vor allem durch die Ideenlosigkeit in der Offensive, in der Spielmacher Markus Baur (Lemgo) immer wieder vergeblich den Weg über den Kreisspieler zum Tor suchte, erleichterte den Skandinaviern die Abwehrarbeit. So lief der Weltmeister nach dem 14:14 (27.) wieder einem Rückstand hinterher und lag zur Pause mit 16:18 im Hintertreffen.

Roggisch musste verletzt raus

Nach Wiederanpfiff glich der Olympia-Zweite zum 18:18 (32.) aus. Nur wirkten das Team um Kapitän Baur weiterhin gehemmt und warf nicht die gleiche Leidenschaft wie am Vortag gegen Frankreich in die Waagschale. Und dann ereilte das DHB-Team das befürchtete Verletzungspech: Abwehrchef Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen) verletzte sich musste in der 38. Minute mit Verdacht auf Wadenzerrung vom Feld. Trotz schneller medizinischer Hilfe konnte er das Spiel nicht fortsetzen. Zudem bekam der ohnehin durch eine Rippenprellung gehandicapte Torsten Jansen (Hamburg) einen Schlag auf den Körper und musste behandelt werden.

Und plötzlich war der Kampfgeist der deutschen Spieler geweckt. einen 21:22-Rückstand (39.) verwandelten sie in einen 24:22-Vorsprung (42.). Nur wenig später kam der nächste Rückschlag: Spielmacher Michael Kraus (Lemgo) erlitt eine Ellenbogenverletzung und musste das Spiel bis zum Ende von der Bank verfolgen. Die Schweden glichen zum 24:24 (45.) aus. Danach stand die Partie bis in die Schlussminuten auf des Messers Schneide.

Martin Kloth/DPA DPA

Mehr zum Thema



Newsticker