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Leichtathletik-WM 2011: Speerwerfer de Zordo holt Gold für Deutschland

Er schleuderte den Speer auf 86,27 Meter: Matthias de Zordo hat bei der Leichtathletik-WM überraschend Gold geholt. Im Sprint machte Superstar Usain Bolt seine 100-Meter-Schmach wett.

Der Saarbrücker Matthias de Zordo hat überraschend den Weltmeistertitel im Speerwurf und die dritte Goldmedaille für Deutschland gewonnen. Mit 86,27 Metern verwies er am Samstag im Finale bei der Leichtathletik-WM in Daegu Titelverteidiger Andreas Thorkildsen (Norwegen/84,78) auf den zweiten Platz. WM-Bronze sicherte sich Guillermo Martinez (Kuba/84,30). De Zordo ist der erste deutsche Speerwurf-Weltmeister nach dem Berliner Detlef Michel, der 1983 in Helsinki Gold gewann.

In der Qualifikation war es für De Zordo nicht optimal gelaufen. Der Vize-Europameister kam nur auf 82,05 Meter, weil er mit dem Anlauf nicht zurecht kam. Dagegen war er im Medaillenkampf von der ersten Sekunden an topfit: Gleich im ersten Versuch katapultierte er seinen Speer auf 86,27 Meter - weiter warf an dem Tag keiner mehr.

Für das deutsche Team war es die sechste Medaille bei dieser WM, am Freitag hatte Kugelstoßer David Storl den zweiten Titel gewonnen nach Diskuswerfer Robert Harting.

Usain Bolt ist zurück

Der Höhepunkt des Tages aus internationaler Sicht war allerdings das Finale über 200 Meter der Männer. Dabei hat Superstar Usain Bolt seinen Weltmeistertitel verteidigt und sein erstes Gold geholt. Sechs Tage nach seinem Fehlstart im Kurzsprint gewann der Weltrekordler aus Jamaika das Finale über die doppelte Distanz in glänzenden 19,40 Sekunden. Zweiter wurde der US-Amerikaner Walter Dix in 19,70; Bronze sicherte sich der französische Europameister Christophe Lemaitre (19,80). Seine zweite Goldchance hat Bolt am abschließenden Sonntag in der 4 x 100-Meter-Staffel.

Einen Favoritensieg gab es auch beim Lauf der Damen über 100 Meter Hürden. Die Australierin Sally Pearson setzte sich am Samstag in 12,28 Sekunden gegen die beiden US-Amerikanerinnen Danielle Carruthers und Dawn Harper (beide 12,47) durch.

US-Damen siegen mit Weltjahresbestleistung

Bei den 4 x 400 Metern der Damen setzten sich wie erwartet die US-Frauen durch. Sanya Richards-Ross, Allyson Felix, Jessica Beard und Francena McCorory distanzierten am Samstag in der Weltjahresbestleistung von 3:18,09 Minuten Jamaika (3:18,71) und Russland (3:19,36). Das deutsche Quartett war im Halbfinale ausgeschieden.

Im Hochsprung konnte sich erstmals Anna Tschitscherowa durchsetzen. Die 29 Jahre alte Russin übersprang im Finale 2,03 Meter und gewann Gold. Titelverteidigerin Blanka Vlasic (Kroatien) meisterte die gleiche Höhe, hatte aber mehr Fehlversuche und musste sich mit dem zweiten Platz begnügen. Dritte wurde die Italienerin Antonietta di Martino, die 2,00 Meter übersprang.

DPA / DPA

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