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Mehr Sport: Zehnkämpfer holt sich das erste deutsche EM-Gold seit 1971

Mit Pascal Behrenbruch hat Deutschland wieder einen Zehnkampf-Europameister, den ersten seit 41 Jahren. Währenddessen musste Verena Sailer über 100 Meter eine Schlappe hinnehmen.

Europas König der Athleten kommt aus Deutschland - Pascal Behrenbruch hat das erste deutsche EM-Gold eines Zehnkämpfers seit Joachim Kirst 1971 für die DDR gewonnen und feierte den Triumph schwer atmend und mit erhobenen Armen.

Sprint-Königin Verena Sailer dagegen ist entthront: Über 100 Meter ging Titelverteidigerin Sailer am Donnerstagabend als Sechste leer aus. Nach 11,28 Sekunden flitzte Ivet Lalova aus Bulgarien über 100 Meter als Erste über die Ziellinie. "Das ist gründlich in die Hose gegangen", schimpfte Sailer.

Behrenbruch gibt die Führung nicht mehr her

Für das 89-köpfige Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes war Behrenbruchs Erfolg am kühlen zweiten Wettkampftag die zweite Medaille bei der Generalprobe für die Olympischen Spiele in London. Arne Gabius hatte am Tag zuvor Silber über 5000 Meter geholt.

Behrenbruch hatte nach der persönlichen Bestleistung von 5,00 Metern im Stabhochsprung erstmals die Führung vor dem Ukrainer Alexej Kasianov übernommen und gab sie auch im Speerwerfen und abschließenden 1500-Meter-Lauf nicht mehr ab. Am Ende lag der 27-jährige mit 8558 Punkten vorn.

Olympia steht an

"Ich wollte 100 Punkte drauflegen im Vergleich zu Götzis. Das habe ich geschafft. Und ich habe gesagt, ich will dann nochmal 100 Punkte drauflegen in London. Das muss ich jetzt noch machen", sagte Behrenbruch nach dem Wettbewerb.

Silber ging an Kasianov (8321), Bronze an den Russen Ilya Shkurenyov (8219). Norman Müller wurde Siebter. Die letzte Zehnkampf-Medaille für Deutschland bei einer EM hatte Christian Schenk 1994 mit Bronze geholt, den letzten internationalen Titel ebenfalls der Rostocker bei den Sommerspielen 1988 in Seoul.

Sailer muss sich geschlagen geben

Nach ihrem Coup 2010 und einer verletzungsbedingten Pause 2011 meldete sich Sailer zwar als deutsche Meisterin zurück. Bis an die europäische Spitze reichte es aber nicht. "Ich wollte hinten Gas geben, aber es ging nicht. Ich bin schon echt enttäuscht", meinte sie mit langem Gesicht. "Man hat sich denken können, dass ich eine Medaille machen wollte. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Staffel. Mit uns Dreien ist da was drin."

Tatjana Pinto und Sailers Clubkollegin Anne Cibis belegten im Finale die beiden letzten Plätze. Lalova siegte vor der zeitgleichen Olesya Povh aus der Ukraine und Lina Grincikaite aus Litauen (11,32).

Moguenara fehlen Zentimeter

Im Weitsprung schlug die beste Deutsche die Hände über dem Kopf zusammen - und freute sich dann doch: Nur um einen Zentimeter verpasste Sosthene Moguenara eine Medaille, mit 6,66 Metern landete die 22-Jährige auf dem vierten Platz hinter der Norwegerin Margrethe Renström. "Ich bin mit dem Ziel 'Unter die ersten Acht' gekommen. Jetzt bin ich überglücklich", sagte sie. Europameisterin wurde überraschend die Französin Éloyse Lesueur mit 6,81 Metern.

Ohne Probleme überstanden die Stabhochspringerinnen Silke Spiegelburg, Lisa Ryzih und Martina Strutz die turbulente Qualifikation. 4,40 Meter reichte dem Trio zum Sprung ins Finale am Samstag. Die dreifache Vize-Weltmeisterin Nadine Kleinert ist ebenfalls bei der Medaillenvergabe dabei. Der 36-Jährigen genügte ein Versuch für 18,65 Meter.

sportal.de / sportal

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