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NBA: Nowitzki dreht das Spiel

Erst war er kaum zu sehen, dann überragte er sie alle: Beim Spiel gegen die Boston Celtics war der deutsche Ausnahme-Basketballer Dirk Nowitzki einmal mehr der entscheidende Mann für die Dallas Mavericks. Den NBA-Saisonrekord knackte indes aber ein anderer: Kobe Bryant.

Dank Dirk Nowitzki gewannen die Texaner gegen die Boston Celtics mit 106:101 und beendeten ihre kleine Negativserie von zuletzt zwei Niederlagen nacheinander. "Er ist unser Anführer und wir folgen ihm. Anführer machen, was sie machen müssen, um Spiele zu gewinnen. Und das hat Dirk heute getan", stellte Josh Howard die Sonderstellung der Nummer 41 im Team heraus.

Schlafwandelnd in der ersten Halbzeit

In der ersten Halbzeit war Nowitzki jedoch nur ein Mitläufer. Der Würzburger verfehlte fünf seiner sechs Würfe aus dem Feld und brachte es bis zur Pause nur auf vier Zähler. "Es hat einige Zeit gedauert, bis ich ins Spiel gefunden habe", meinte Nowitzki und konnte sich dabei ein Lachen nicht verkneifen. Er habe die vergangenen Nächte nicht so gut geschlafen, sagte der 28-Jährige, der seinen Auftritt vor der Pause als dementsprechend schlafwandelnd bezeichnete.

Die dominierenden Spieler im ersten Durchgang waren diesmal Howard für Dallas und Paul Pierce für Boston. Letzterer erzielte in den ersten sieben Minuten 17 der 21 Punkte für den Rekordmeister. "Wir haben nichts mehr zu verlieren. Die Play offs können wir nicht mehr erreichen, jetzt spielen wir nur noch um unsere Ehre", sagte Pierce, der mit 29 Zählern bester Celtics-Werfer war. Howard kam wie Nowitzki auf 30 Punkte, von denen er 16 vor der Pause erzielte.

Trefferquote von 100 Prozent im Schlussviertel

Zur Halbzeit lagen die Mavericks noch mit 44:54 zurück. Doch dann drehte der Deutsche die Partie. Nowitzki kam im zweiten Abschnitt auf 26 Punkte und hatte im Schlussviertel eine Trefferquote von 100 Prozent. Alle fünf Versuche aus dem Feld und die neun Würfe von der Freiwurflinie landeten im Korb. "Für mich ist er der wertvollste Spieler der Liga. Ich kann nicht verstehen, dass er noch nie MVP wurde. Dirk ist unglaublich und hat einige super Würfe gehabt", schwärmte Bostons Trainer "Doc" Rivers.

"Er hat uns nach seiner schwachen ersten Halbzeit in der Pause gesagt, wenn wir ihn brauchen, wird er für uns da sein. Und im Schluss-Abschnitt war er für uns da", sagte Jason Terry und freute sich über die Zuverlässigkeit von Nowitzki, der von einem schwer erarbeiteten Sieg sprach.

Kobe Bryant macht 65 Punkte

Für Dallas war es der 53. Erfolg der Saison. Somit haben die Mavericks wieder drei Siege mehr als der ärgste Verfolger, die Phoenix Suns. Denn das Team aus Arizona, das am Mittwoch noch in Dallas nach zweimaliger Verlängerung mit 129:127 gewonnen hatte, verlor überraschend sein Heimspiel gegen die Detroit Pistons mit 83:105.

Einen sensationellen Auftritt hatte Kobe Bryant. Beim 116:111-Heimsieg nach Verlängerung seiner Los Angeles Lakers gegen die Portland Trail Blazers gelang dem Superstar mit 65 Punkten ein NBA-Saisonrekord. Für Bryant war es die zweithöchste Quote seiner Karriere. Nur am 22. Januar 2006 war er gegen Toronto mit 81 Zählern noch erfolgreicher.

Die Mannschaft der Stunde ist derzeit Meister Miami Heat. Der 103:97-Heimsieg gegen die Sacramento Kings war für den Titelverteidiger der neunte Sieg in Serie. In Abwesenheit des weiterhin an der Schulter verletzten Dwyane Wade war Shaquille O’Neal mit 23 Punkten bester Werfer des Teams aus Florida. Bei den Gästen kam Ron Artest auf 32 Zähler.

Heiko Oldörp/DPA / DPA

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