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NHL: NHL - Thomas und Ovie sorgen für Schlagzeilen

Diese Woche sorgten zwei Fernbleiber in der NHL für Schlagzeilen: Tim Thomas wollte nicht zum US-Präsidenten und Alex Ovechkin nicht zum All Star-Game. Wir haben uns nach den Gründen für diese Entscheidungen umgeschaut.

In einer NHL-Woche, die ihren Höhepunkt am Wochenende mit dem All Star-Game in Ottawa haben wird, gab es bereits in den ersten Tagen jede Menge interessante Geschichten. 

Erstaunlich war das Fernbleiben von Tim Thomas beim Treffen mit dem US-Präsidenten Barack Obama im Weißen Haus. Als nur einer von zwei US-Staatsbürgern im Team von Stanley Cup-Sieger Boston Bruins sollte man meinen, dass es eine Ehre für Thomas sein, vom Staatsoberhaupt geehrt zu werden, doch der Star-Goalie nutzte diese Gelegenheit zu einem Statement.

Thomas bliebt dem Präsidenten fern

Am Abend des Termins im Weißen Haus postete der MVP der vergangenen Finalserie auf seiner Facebook-Seite folgende Mitteilung: "Ich glaube, dass die Regierung außer Kontrolle geraten ist, was die Rechte, Freiheiten und das Eigentum der Bürger bedroht."

"Da ich dieses glaube, habe ich von meinem Recht als Freier Bürger Gebrauch gemacht und habe nicht das Weiße Haus besucht. Dies war nicht wegen der Politik oder einer Partei, denn meiner Meinung nach sind beide Parteien schuldig an der Situation in der dieses Kand ist. Dies ging um eine Entscheidung, die ich als Individuum getroffen habe."

Ovechkin eingeschnappt

Eine bemerkenswere Entscheidung traf auch Alex Ovechkin: der Russe sagte seine Teilnahme am All Star-Game ab. In der NHL für drei Spiele nach einem Foul an Zbynek Michalek von den Pittsburgh Penguins gesperrt, gab Ovechkin als Grund für seinen Rückzug an, dass er es derzeit nicht verdient habe an diesem Spiel teilzunehmen, schließlich sei er ja gesperrt.

Anscheinend ist seine Entscheidung aber auch eine Art des Protests an seiner Sperre. "Das schlimmste ist, dass es meine ganze Karriere nun so sein wird", sagte Ovechkin nach seiner Sperre als Wiederholungstäter. "Mein Spiel ist es physisch zu agieren, mein Spiel ist es, hart zu spielen und ich glaube nicht, dass es ein harter, schmutziger Hit war. Ja, ich bin gesprungen, aber er hat sich nicht verletzt. Ich habe keine Zeistrafe bekommen. Ich glaube nicht, dass das eine Sperre von drei Spielen war."

Obwohl man bei der NHL mit Ovechkins Entscheidung nicht einverstanden war, muss der Russe keine Strafe fürchten. 2009 hatten Nicklas Lidström und Pavel Datsyuk von den Detroit Red Wings eine Sperre von einem Spiel kassiert, da sie nicht zum All Star-Game angetreten waren, im Falle Ovechkins, will die Liga aber von einer weiteren Strafe absehen.

Ehre für Alfredsson und Chara

Ansonsten heißt es dieses Jahr Team Alfredsson gegen Team Chara. Zum zweiten Mal in Folge treten nicht die Teams der Conferences gegeneinander, sondern die ausgewählten Spieler haben aus ihrer Mitte zwei Kapitäne gewählt, die wie früher auf dem Schulhof ihre Spieler abwechselnd wählen. Und dieses sind in diesem Jahr Daniel Alfredsson von den gastgebenden Ottawa Senators und Zdeno Chara von Stanley Cup-Champion Boston Bruins.

Sechs Spieler werden von den Fans in dieses Event gewählt und dort zeigten sich die Anhänger der heimischen Senators besonders aktiv. Neben Alfredsson wurden mit Milan Michalek, Jason Spezza und Erik Karlsson drei weitere Ottawa-Spieler auserwählt. Die beiden weiteren Spieler waren der bei den Fans unglaublich beliebte Kapitän der Toronto Maple Leafs Dion Phaneuf und Goalie Tim Thomas von den Bruins.

Einige große Namen fehlen aber. Lidström, der vielleicht beste Verteidiger der letzten beiden Jahrzehnte und Teemu Selanne, der einfach nicht zu alt für den Sport werden will, haben sich aufgrund ihres doch fortgeschrittenen Alters entschieden, auf das Spiel zu verzichten. Aufgrund von Verletzungen mussten Jonathan Toews, Mikko Koivu, Dustin Byfulgien und Ryan-Nugent Hopkins passen.

Rangers und Red Wings dominieren

In der Liga hat sich an der Spitze vergangene Woche nur wenig getan, die New York Rangers sind zwar nicht mehr bestes Team der NHL, führen aber immer noch die Eastern Conference an. In der kompletten NHL an ihnen vorbeigezogen sind die Detroit  Red Wings, die den Westen recht souverän anführen.

Das Team der Stunde sind aber eindeutig die Pittsburgh Penguins, die mittlerweile sieben Spiele in Serie gewonnen haben. Damit haben sich die Pens auf den fünften Platz im Osten vorgearbeitet, nachdem sie vor zwei Wochen noch drohten, den Anschluss an die Playoff-Plätze zu verpassen, hatte das Team doch zuvor sechs Niederlagen in Folge kassiert.

Weiterhin in weiter Ferne ist das Comeback von Sidney Crosby. Der Kapitän der Penguins flog am Wochenende nach Kalifornien, um sich von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. Am 5. Dezember absolvierte Crosby seine vorerst letzte NHL-Partie, seitdem muss der Superstar aufgrund von Symptomen wie bei einer Gehirnerschütterung pausieren.

Crosby sucht Spezialisten auf

Zuvor hatte Crosby bereits einen Spezialisten in Atlanta aufgesucht, um endlich Aufklärung über seine Probleme zu bekommen, aber derzeit steht ein Comeback noch in den Sternen. Und so ruhen die Hoffnungen der Penguins in der Offensive derzeit hauptsächlich auf Evgeni Malkin und der Russe liefert auch absolute Top-Leistungen ab. Mit elf Toren und vier Assists in elf Spielen im Januar hat Malkin mit 58 Punkten die Spitzenposition bei den Topscorern übernommen.

Bei den Torschützen führt aber weiterhin Steven Stamkos von der Tampa Bay Lightning mit 32 Treffern deutlich vor dem Rest der Liga. In der Plus-Minus-Bilanz dominieren Spieler der Bruins und der Red Wings mit zehn Akteuren auf den ersten elf Plätzen. Führend hier weiterhin Tyler Seguin mit +34.

Bei den Goalies hat Brian Elliott von den St. Louis Blues Tuukka Rask von den Bruins an der Spitze abgelöst. Überragende 1,69 Gegentore pro Spiel und .938 Prozent gehaltene Schüsse bedeuten Top-Werte bei den Torhütern.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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