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Olympia-Eröffnungsfeier: Kati trägt die Fahne

Dem Hackl Schorsch war es einfach zuviel "Zinnober", auch andere Athleten lehnten ab. Nun hat das Nationale Olympische Komitee endlich einen Fahnenträger für die Eröffnungsfeier gefunden: die Biatlethin Kati Wilhelm.

Biathletin Kati Wilhelm wird bei der Eröffnungsfeier der XX. Olympischen Winterspiele in Turin die deutsche Fahne ins Stadio Comunale tragen. Das Nationale Olympische Komitee nominierte die zweifache Goldmedaillen-Gewinnerin von 2002 aus Zella-Mehlis für das Ehrenamt.

Mit der Nominierung von Kati Wilhelm wird das deutsche Team beim traditionellen Einmarsch der Nationen zum dritten Mal von einer Frau angeführt. 1984 in Sarajevo war Eisschnellläuferin Monika Holzner die Ehre zuteil geworden, vor vier Jahren hatte Skirennläuferin Hilde Gerg das Team angeführt. Zuletzt hatte 1994 in Lillehammer mit Mark Kirchner ein Biathlet die Fahne des deutschen Teams bei der Eröffnungszeremonie getragen.

Die im Biathlon-Weltcup führende Kati Wilhelm absolviert in Turin ihre dritten Olympischen Winterspiele. 2002 in Salt Lake City hatte die 29 Jahre alte Sportsoldatin Gold im Einzel und mit der Staffel gewonnen. 2001 wurde Kati Wilhelm, die es bisher in ihrer Karriere auf 17 Weltcup-Siege brachte, Weltmeisterin im Sprint. Sie war erst 1999 vom Langlauf zum Biathlon gekommen.

Keiner wollte die Fahne

Nach Georg Hackl und Uschi Disl schlossen mit Anni Friesinger, Claudia Pechstein und Martina Ertl-Renz insgesamt fünf Stars im deutschen Olympia-Team die tragende Rolle aus. Zum zweiten Mal hintereinander hat sich der dreimalige Rodel- Olympiasieger Georg Hackl aus dem Rennen um diese ehrenvolle Aufgabe genommen. Für den 39-Jährigen beginnt der Medaillenkampf bei seinen sechsten und letzten Winterspiele am Samstag, nur einen Tag nach der Eröffnungszeremonie, mit den ersten beiden Läufen im Einsitzer. "Wenn man schon am nächsten Tag Wettkampf hat, ist das einfach zu viel Zinnober", sagte Hackl zu dem Stress einer Teilnahme an dem traditionellen Einmarsch der Nationen.

Auch Uschi Disl wollte die ehrenvolle Aufgabe nicht übernehmen. "Sie hat es abgelehnt, die Fahne zu tragen, weil ihr der Stress zu groß ist", sagte Norbert Baier, der Technische Leiter Biathlon im Deutschen Skiverband (DSV). "Sie will sich in Ruhe auf ihre Wettkämpfe vorbereiten." Der erste steht am Montag mit dem 15-km-Rennen in San Sicario auf dem Programm. Für die 35 Jahre alte Biathletin und "Sportlerin des Jahres" sind es die fünften Winterspiele ihrer Karriere.

DPA / DPA

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