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Porträt: Zum letzten Mal mit eigener Hüfte

Mit großen Schmerzen fährt er bei der Tour. Floyd Landis leidet an einer Krankheit, die seinen Hüftknochen zersetzt. Dennoch will der dickköpfige Amerikaner, der momentan Zweiter der Gesamtwertung ist, die Tour de France gewinnen.

Floyd Landis wandelt auf Lance Armstrongs Spuren. Beim Zeitfahren war der Amerikaner genau eine Munute langsamer als der Sieger Sergej Gontschar – und wurde damit Zweiter. Das macht ihn zu einem Top-Favoriten, bevor die Tour ab Mittwoch die Pyrenäen erreicht. Die größten Konkurrenten seines Schweizer Phonak-Teams sind derzeit die Profis von T-Mobile, die sich taktisch klug unter den Top Ten des Gesamtklassements verteilt haben: Während T-Mobile mit Sergej Gontschar das Gelbe Trikot trägt, belegt Michael Rogers Platz drei vor Patrik Sinkewitz. Andreas Klöden, der 2004 Zweiter der Tour wurde, hat auf Platz sechs 50 Sekunden Rückstand auf Landis.

Der ehemalige Helfer des siebenmaligen Tour-Siegers Lance Armstrong lässt sich von der Dominanz des deutschen Teams aber nicht abschrecken: "Nein, die Präsenz der vielen T-Mobile-Fahrer neben mir im Gesamtklassement stresst mich nicht", sagte der ehemalige Mountainbiker selbstbewusst. In diesem Jahr unterstrich Landis seine Siegambitionen bei der Frankreich-Rundfahrt schon im Frühjahr, als er die Kalifornien-Rundfahrt, die Tour of Georgia und Paris-Nizza gewann. Beim ersten von zwei Einzelzeitfahren der Tour in Rennes wurde der Neunte des Vorjahres Zweiter und gehörte zu den wenigen Favoriten, die der Erwartungshaltung gerecht wurden.

Landis hängt seine Landsmänner ab

"Ich bin sehr zufrieden. Auch wenn ich weiß, dass noch ein ganzes Stück zu fahren ist. Ich habe nicht die schlechteste Zeit, aber die ersten Bergetappen werden uns einen besseren Eindruck geben", meinte der 30-Jährige. Trotz seiner ungewöhnlichen Körperhaltung und eines technischen Defektes distanzierte er im Zeitfahren insbesondere die US-amerikanische Konkurrenz und seine ehemaligen Team-Gefährten Levi Leipheimer, der nun für das deutsche Team Gerolsteiner fährt und George Hincapie, der noch immer beim Lance-Armstrong-Rennstall Discovery Channel unter Vertrag ist.

Und das, obwohl der exzentrische Neuengländer mit dem wohl größten Handicap der 170 verbliebenen Fahrer unterwegs ist. Tägliche Schmerzen gehören zu seinem Alltag und auf seine Rennmaschine kann er nur mit dem rechten Bein zuerst aufsteigen. Selbst das normale Gehen fällt dem 30-Jährigen schwer. Der Grund dafür ist eine tückische Knochenkrankheit, eine Osteonecrosis, auch Knochenfraß genannt. Mangelnde Blutversorgung führte in diesem Falle dazu, dass der Hüftknochen von Landis zerfällt wie "ein Stück verrottetes Holz", erklärte Landis gegenüber der New York Times. Im Herbst werde er sich in die Klinik begeben, und sich eine neue Hüfte einbauen lassen, sagte Landis, der am ersten Ruhetag erstmals öffentlich über seine Krankheit sprach. Nun erklärt sich natürlich auch seine ungewöhnliche Körperhaltung auf dem Rad, für die ihn seine Teamkollegen schon gehänselt haben.

Hüftknochen "verrottet"

Die Diagnose seiner Krankheit bekam Landis schon vor zwei Jahren. Anfang 2003 hatte er sich bei einem Sturz den Oberhalsschenkelknochen gebrochen. Die Hüfte wurde mit drei zehn Zentimeter langen Nägeln wieder zusammengeflickt. Doch die Nägel saßen nicht gut, so dass sie immer wieder an den Muskeln und Sehnen hängen blieben. Weitere Operationen wurden notwendig. Als die Schmerzen nicht nachließen, wurden weitere Untersuchungen gemacht. Die Ärzte stellten einen fortgeschrittenen Knochenfraß fest – zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Der einstige enge Armstrong-Freund hatte gerade einen Millionenvertrag beim Schweizer Team Phonak unterschrieben. So verheimlichte er sein Leiden, dass ihn manchmal nicht schlafen lässt und von dem er sagt: "Es ist schlimm, es knirscht und es scheuern zwei Knochen aufeinander." Nach eigener Aussage lassen sich die Schmerzen nur mit Cortison einigermaßen aushalten. Trotz der Krankheit schaffte er den medizinischen Check seines neuen Teams - und: Er wurde damit bei der vergangenen Tour de France unglaublicher Neunter.

Erst vor ein paar Wochen vertraute sich Landis seinem Team-Manager John Lelangue an. "Floyd war ehrlich zu mir und das hat nichts an unserem Plan geändert. Wir wollen die Tour gewinnen", sagte Lelangue auf der Pressekonferenz am ersten Ruhetag der Tour de France. Was man ihm in Anbetracht seiner nun schon zwei Jahre andauernden Leidensgeschichte glauben kann. Und falls die Operation im Herbst gut verläuft, will er im nächsten Jahr wieder an der Frankreich-Rundfahrt teilnehmen - mit einer neuen Hüfte und 20 Prozent mehr Leistungsfähigkeit. Denn Dr. Allen Lim, sein Physiotherapeut glaubt: "Wir haben Landis bisher nur bei 80 Prozent seiner Möglichkeiten gesehen."

Landis wuchs in einer Mennonitenfamilie auf

Von 2002 bis 2004 war der Mann mit den roten Haaren beim Tour- Rekordsieger Armstrong in der Lehre. Armstrong sah den Sohn einer Mennoniten Familie wie einen kleineren Bruder an. Denn Floyd Landis, der von Pennsylvania nach Kalifornien gezogen war, entdeckte die Welt neu. Er war in einer kleinen Gemeinde aufgewachsen, die so tief religiös war, dass alles weltliche für sie "Teufelszeug" war. Was bedeutet: kein Fernsehen, keine Partys und vor allem keine freizügige Kleidung. Als er 16 Jahre als war, impften ihm seine Eltern ein, dass er für immer im Fegefeuer brennen würde, wenn er weiter Radrennen führe, schreibt der amerikanische Journalist Daniel Coyle über Landis. Denn für diese Mennoniten war Sport am heiligen Sonntag strengstens verboten.

Natürlich durfte er auch keine der coolen Radhosen tragen, sondern musste in langen Baumwollhosen fahren. Die sich natürlich mit Schweiß voll saugen und unendlich schwer werden. Doch Landis war verrückt nach Radrennen, davon konnten ihn auch seine Eltern nicht abhalten. Er wurde einer der weltbesten Mountainbiker und wechselte erst im Alter von 20 Jahren auf die Straße. Neben seinem Dickkopf zeichnet ihn sein Ehrgeiz aus: Landis hatte in einer Radsportzeitschrift gelesen, dass die Profis ein Trainingspensum von 800 Kilometer haben. Da ihn sein Vater aber mit Arbeiten auf dem Hof vom Radfahren abhalten wollte, fuhr Landis nachts. Auch im Winter war er oft bis zwei Uhr morgens unterwegs.

Probleme mit der Kapitänsrolle

Nach zwei Jahren im Armstrong-Team hatte Landis genug von der Diktatur des Kapitäns. Er fühlte sich eingeengt, wollte fortan auf eigene Rechnung fahren und wechselte zum Schweizer Phonak-Team. Dass die Mannschaft von Team-Manager John Lelangue immer wieder mit Doping in Zusammenhang gebracht wurde, schien Landis nicht zu stören. Erst vor kurzem hatte Phonak im Zuge des spanischen Dopingskandals die Fahrer Santiago Botero und José Gutierrez suspendiert - rechtzeitig vor der Tour. Im September 2004 wurde Olympiasieger Tyler Hamilton - ebenfalls einst bei Phonak - des Dopingmissbrauchs überführt

Trotzdem hatte Landis zu Beginn einige Mühe, mit der Kapitänsrolle richtig umzugehen. Ihm fehlten taktisches Gespür und Führungsqualitäten. Vielleicht war das aber auch eine Folge seiner ständigen Schmerzen, die auch dazu führten, dass er sich einen Gang angewöhnte, der aussieht, als wenn ein Cowboy gerade von seinem Pferd steigt. "So cool wie die dachten bin ich aber gar nicht", sagt Landis von sich selbst. Seine Teamkollegen werden ihn nach seinem "Geständnis" nun aber mit anderen Augen sehen. Von seinem Ehrgeiz lässt sich Landis aber von seiner Krankheit nicht abhalten. Vor dem Zeitfahren in Rennes saß er schon ab 7.30 Uhr auf dem Fahrrad: "Bei uns in der Familie sind alle Frühaufsteher."

Auch Landis Chef Lelangue, früher Mitglied der Chefetage der Tour- Organisation, sah die Leistung seines Kapitäns beim Zeitfahren mit großer Freude: "Wenn man die Zeiten der anderen Favoriten betrachtet, dann haben wir schon einen Punkt gesetzt. Aber das ist nur eine Momentaufnahme und hat noch nichts zu heißen. Trotzdem bleiben wir bei dem, was wir seit Januar sagen: Wir wollen die Tour de France gewinnen." Landis ist bei seiner fünften Teilnahme auf einem guten Weg dahin.

Annette Jacobs mit DPA

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(