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Rennen in Italien und Frankreich Stürze überschatten Radsport-Samstag: Deutsche Tour-Hoffnung Buchmann im Krankenhaus

Emanuel Buchmann rappelt sich nach seinem Sturz bei der Dauphiné wieder auf
Ein Betreuer hilft dem gestürzten Emanuel Buchmann auf die Beine
© Anne-Christine Poujoulat / AFP / DPA
Sowohl bei der Lombardei-Rundfahrt wie auch bei der Dauphiné sind am Samstag gleich mehrere Fahrer teils schwer gestürzt. Besonders heftig erwischte es das belgische Radsport-Wunderkind Evenepoel. Der erste Profisieg des Deutschen Kämna wurde so zur Randnotiz.

Schwere Stürze haben am Samstag die Lombardei-Rundfahrt und das Etappenrennen Critérium du Dauphiné überschattet. In Frankreich war die deutsche Tour-Hoffnung Emanuel Buchmann betroffen, der 27-Jährige musste mit tiefen Abschürfungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Zwei Wochen vor dem Tour-Start gab es zunächst keine näheren Informationen zum Gesundheitszustand des Bora-hansgrohe-Fahrers, dessen Teamkollege Lennard Kämna überraschend den Etappensieg und damit den ersten großen Erfolg seiner Karriere feierte.

In Italien stürzte Radsport-Wunderkind Remco Evenepoel heftig und erlitt mehrere schwere Verletzungen. Der 20 Jahre alte Belgier kollidierte bei einer Abfahrt mit einer kleinen Mauer, überschlug sich und fiel einen Abhang hinunter. Wie sein Team Deceuninck-Quick-Step am Abend mitteilte, ergaben die Untersuchungen im Krankenhaus einen Bruch des Beckens sowie eine Quetschung der rechten Lunge. Wie lange Evenepoel, der die ganze Zeit bei Bewusstsein gewesen sei, nicht mehr fahren kann, blieb zunächst offen. Bis Sonntag werde er zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben und dann in seine Heimat fliegen.

Lombardei-Rundfahrt: Nachwuchstalent Remco Evenepoel liegt schwer verletzt am Boden
Betreuer und medizinische Helfer kümmern sich um das schwer gestürzte Radsport-Talent Remco Evenepoel
© Marco Bertorello / AFP

Schachmann kollidiert mit Auto, Kämna holt Sieg

Für einen weiteren Schreckmoment bei der Lombardei-Rundfahrt sorgte zudem eine Kollision des deutschen Meisters Maximilian Schachmann kurz vor dem Ziel mit einem Auto, das auf der Strecke nichts zu suchen hatte. Der 26 Jahre alte Bora-hansgrohe-Fahrer konnte nach dem Zusammenstoß wieder auf sein Rad steigen und die Rundfahrt zu Ende bringen. Er wurde am Ende Siebter mit 4:31 Minuten Rückstand. Sieger nach 231 Kilometer wurde der Däne Jakob Fuglsang (Astana Pro Team). Evenepoel war als Mitfavorit auf die Strecke gegangen.

In seinem Heimatland wird der Nachwuchsstar bereits mit der Radsport-Ikone Eddy Merckx verglichen. Er gewann zuletzt die Polen-Rundfahrt, die am ersten Tag mit dem schweren Sturz des Niederländers Fabio Jakobsen begonnen hatte. Der Sprinter war ins künstliche Koma versetzt worden und musste über fünf Stunden operiert werden.

Im Dauphiné-Zielort Megève herrschten am Samstag gemischte Gefühle. "Ich bin super stolz. Das ist eine wirklich große Sache für mich", sagte Kämna (23), der nach 4:27:56 Stunden 41 Sekunden vor dem Spanier David de la Cruz im Ziel war, bei Eurosport. Wegen des Sturzes von Buchmann sei der Tag aber "bittersüß. Ich hoffe das Beste, dass es ihm schnell wieder besser geht." Enrico Poitschke, der sportlicher Leiter des Teams, äußerte: "Schwieriger Tag und gemischte Gefühle für uns. Großartig, was Lennard gezeigt hat, ein beeindruckender Sieg." Die Stürze von Buchmann und auch von dessen Teamkollegen Gregor Mühlberger seien aber "bitter".

Buchmann mit tiefen Abschürfungen ins Krankenhaus

Der 27 Jahre alte Buchmann war nach Angaben der Organisatoren auf einer Abfahrt vom Col de Plan Bois nach 29 Kilometern gestürzt. Er hatte zuvor auf dem dritten Platz in der Gesamtwertung gelegen. Auch sein der Österreicher Mühlberger und der Niederländer Steven Kruijswijk gaben die Rundfahrt auf der vorletzten Etappe auf.

"In der Abfahrt, nachdem die Gruppe weg war, waren wir im Feld eigentlich gut positioniert, aber der Asphalt war rutschig und es gab einen Sturz", sagte Poitschke. "Einige Fahrer gingen vor Emu und Gregor zu Boden, die konnten nicht mehr ausweichen. Beide mussten ins Krankenhaus, und wir hoffen das Beste." 

mod DPA

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