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Radsport: Machtkampf am Rande der Tour

Die Top-Teams im Radsport proben den Aufstand. Am Ruhetag der Tour de France haben die teilnehmenden Mannschaften die Abkoppelung vom Radsport-Weltverband UCI beschlossen. Der Dachverband ist schon bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt außen vor.

Der Radsport steht vor einer grundlegenden Struktur- Änderung. Die 17 ProTour-Mannschaften, die an der diesjährigen Tour de France teilnehmen, haben in Pau eine Abkoppelung vom Weltverband UCI beschlossen. Zusammen mit den drei Groß-Veranstaltern ASO (Tour, Paris-Roubaix etc.), RSC (Giro, Mailand-San Remo etc.) und Unipublic (Vuelta) einigten sich die führenden Profi-Mannschaften des bisherigen UCI-Elite-Clubs ProTour auf einen neuen gemeinsamen Weg. Die Teams unterzeichneten mit den drei Renn-Organisatoren entsprechende Verträge, wie am Tour-Ruhetag die Gerolsteiner-Mannschaft bestätigte.

Neben den 17 bei der Tour startenden ProTour-Teams wird auch der von der Frankreich-Rundfahrt ausgeschlossene Astana-Rennstall die Entscheidung mittragen, wie Teamsprecher Philippe Maertens bestätigte: "Wenn alle anderen aussteigen, kann ich mir nicht vorstellen, dass Astana etwas anderes tut."

Der Weltverband bleibt außen vor

Eine endgültige Abspaltung der Top-Mannschaften hatte sich abgezeichnet, nachdem im März das Traditionsrennen Paris-Nizza zum ersten Mal unter ASO-Regie und nicht unter UCI-Hoheit stattgefunden hatte. Auch bei der Tour de France ist der Weltverband außen vor. Die Doping-Kontrollen beim Saison-Höhepunkt in Frankreich laufen unter der Oberaufsicht der nationalen Anti-Doping-Agentur AFL unter Assistenz der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA.

Der Weltverband, der für die ProTour-Lizenzen, die einen Start bei allen bedeutenden Rennen garantierten, pro Jahr 75 000 Euro pro Team kassierte, wurde von den Beschlüssen offiziell informiert. Die Initiatoren "erwarten, dass sich die UCI den Beschlüssen anschließt", hieß es in einer knappen Pressemitteilung.

UCI-Präsident Pat McQuid drohte in einer ersten Reaktion der "Aussteigern" mit einem Ausschluss aus dem Weltverband: "Diese Teams müssen damit rechnen, dass sie von uns ausgeschlossen werden", sagte der Ire. Die ProTour war 2005 aus der Taufe gehoben worden. Deutsche ProTour-Rennen sind noch die Hamburger Cyclassics und die Deutschland-Tour.

DPA/SID / DPA

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