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Radsport: Vanendert gewinnt die 14. Etappe der Tour de France

Bisher galt: Wer auf dem Plateau de Beille siegte, gewann die Tour. In diesem Jahr scheint jedoch der Bann gebrochen, denn Jelle Vanendert dürfte um den Gesamtsieg nicht mehr mitfahren. Dafür erfreut sich Thomas Voeckler ein wenig überraschend immer noch am Gelben Trikot.

Bisher galt: Wer auf dem Plateau de Beille siegte, gewann die Tour. In diesem Jahr scheint jedoch der Bann gebrochen, denn Jelle Vanendert dürfte um den Gesamtsieg nicht mehr mitfahren. Dafür erfreut sich Thomas Voeckler ein wenig überraschend immer noch am Gelben Trikot.

Der Belgier Vanendert vom Team Omega Lotto wurde für seine Kraftanstrengung belohnt. Vanendert hatte sechs Kilometer vor dem Ziel Sandy Casar die Führung abgenommen und auch den zweitplatzierten Samuel Sanchez gleich auf Distanz gehalten.

Der Olympiasieger kam 21 Sekunden nach Vanendert, der als zweite Belohnung auch noch das gepunktete Trikot überstreifen durfte, ins Ziel. Hinter Sanchez rollte als bester Klassementfahrer Andy Schleck mit 46 Sekunden Rückstand auf den Sieger über die Linie.

Ebenso überraschend wie der Sieg des Belgiers waren jedoch einmal mehr der Gesamtführende Thomas Voeckler und dessen Europcar-Team, das den Franzosen gebührend unterstützte. Am Ende konnte Andy Schleck ihm nur zwei Sekunden abnehmen. Gemeinsam mit Voeckler kamen die Mitfavoriten Alberto Contador, Cadel Evans und Frank Schleck auf dem Plateau du Beille an.

Vier Attacken = zwei Sekunden

"Es war ein guter Tag heute. Auch die Sekunden im Sprint zählen", sagte der im Vorjahr Contador um 39 Sekunden unterlegene Andy Schleck. "Ich glaube, Contador war heute etwas besser als zuletzt, aber er wartet sicher auf die Alpen", meinte der Luxemburger weiter, der im Vergleich zu Cadel Evans und dem Madrilenen der mit Abstand schlechteste Zeitfahrer ist.

"Das Rennen ist noch offen. Frank Schleck schien heute etwas Probleme zu haben. Andy war okay, aber ich denke, da vorne waren alle auf dem gleichen Niveau", erklärte Contadors Teamchef Bjarne Riis.

Auf dem 15,8 Kilometer langen Schlussanstieg lieferten sich die Topfahrer einen verbissenen Fight. Aber auch vier Attacken von Andy Schleck brachten im Endeffekt nicht mehr als zwei Sekunden Vorsprung vor Contador und den anderen Aspiranten für Gelb in Paris.

Kein guter Tag für deutsche Fahrer

Tony Martin konnte wie schon auf dem ersten schweren Teilstück in den Pyrenäen dem Tempo der Spitzenfahrer nicht folgen. Im Anstieg hinauf auf das Plateau de Beille fiel er - im Gegensatz zu zwei seiner Teamkollegen - früh zurück und muss damit seine nur noch vagen Hoffnungen auf einen Top-Ten-Platz endgültig begraben.

Schleck-Helfer Jens Voigt hatte sich wie Leopard-Teamkollege Linus Gerdemann in einer Fluchtgruppe kurz nach dem Start vom Feld gelöst. Innerhalb von wenigen Minuten hatte der Routinier dann aber Glück, als er zweimal bei Abfahrten zu Sturz kam.

Bei einem Sturz bei der Abfahrt vom Porte de Lers hatte Voigt einen Schutzengel, als er die Böschung hinunterstürzte, sich aber nicht ernsthaft verletzte. Er musste sein Rad schultern und auf die Rennstrecke zurück klettern. Allerdings erwischte es den Routinier auf seiner 14. Tour wenig später in einer Kurve ein weiteres Mal. Er schlidderte über den Asphalt und holte sich Schürfwunden an den Ellenbogen und den Beinen. Der Berliner fluchte und setzte seine Fahrt fort.

sportal.de / sportal

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