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Schwimm-WM: Stockbauer und Buschschulte bescheren doppeltes Gold

Goldener Tag für den Deutschen Schwimm-Verband: Hannah Stockbauer und Antje Buschschulte haben in Barcelona den Weltmeistertitel errungen.

Hannah Stockbauer und Antje Buschschulte haben im Gold-Doppel die Schwimm-Welt erobert. Zwei Tage nach dem Sieg über 400 m hat sich die 21 Jahre alte Erlangerin bei den Weltmeisterschaften in Barcelona in einem beeindruckenden Rennen mit der erfolgreichen Titelverteidigung über 1500 m Freistil zur deutschen Schwimm-Königin gekrönt. Kurz darauf vollendete Antje Buschschulte den Damen-Tag mit WM-Gold über 100 m Rücken. In 1:00,50 Minuten unterbot die Magdeburgerin dabei den deutschen Uralt-Rekord von Ina Kleber aus dem Jahr 1984.

Begeistertes Publikum

«Ich bin echt stolz auf mich», sagte Hannah Stockbauer nach ihrem großen Auftritt mit Europarekord (16:00,18) im «Palau Sant Jordi». 10.000 Fans lagen ihr zu Füßen. Die 29 Jahre alte Jana Henke aus Potsdam schwamm zu Bronze über 1500 m. Für den vierten Weltrekord sorgte der 18 Jahre alte Amerikaner Michael Phelps in 1:53,93 Minuten über 200 m Schmetterling.

Drittes Gold im Visier

Hannah Stockbauer war auf den Punkt topfit. Bei 400 m übernahm sie die Führung. «Es ging voll leicht am Anfang, es kam keiner mehr, da bin ich mein eigenes Rennen geschwommen.» Selbstbewusst zog sie einsam ihre Bahnen, schwamm der Konkurrenz förmlich davon. Niemand konnte ihr an diesem Tag das Wasser reichen. Als sie ihre Zeit auf der Anzeigetafel sah, schlug sie die Hände vors Gesicht. Es war geschafft. Aus der Hand des IOC-Ehrenpräsidenten Juan Antonio Samaranch durfte Hannah Stockbauer Gold entgegen nehmen. DSV-Präsidentin Christa Thiel war begeistert: «Zweites Gold, das ist sensationell, einfach wunderbar.» Jetzt will Hannah Stockbauer noch ihren WM-Titel über 800 m verteidigen. Jana Henke war stolz. Ihr Motto: «Augen zu und durch.»

"Der größte Tag in meinem Sportlerleben"

Antje Buschschulte hat endlich den Sprung ganz oben auf das Treppchen geschafft. «Das ist der größte Tag in meinem Sportlerleben», jubelte die Studentin, die damit in die Fußstapfen der 1982 über diese Distanz siegreichen Kristin Otto trat. Zudem löschte sie den drittältesten deutschen Frauenrekord, den die Erfurterin Ina Kleber am 24. August 1984 in Moskau aufgestellt hatte. «Ich kann es nicht fassen, dass es endlich geklappt hat. Ich bin meinem Trainer dankbar, dass er mich so auf den Punkt eingestellt hat», sagte die Siegerin. Christa Thiel lobte: «Einfach super, wie sie das gemacht hat.»

Poewe und Driesen verpassen Medaillenränge

Sarah Poewe (Wuppertal) schwamm über 100 m Brust als Vierte an einer Medaille vorbei. «Ich habe mein Bestes versucht, aber das war nicht gut genug», sagte die gebürtige Südafrikanerin. Weltmeisterin wurde die Chinesin Xuejuan Luo. Platz vier blieb trotz deutscher Rekordzeit (54,17) auch nur Steffen Driesen (Wuppertal) über 100 m Rücken. Das wäre sogar Europarekord gewesen, wäre der Russe Arkadi Wjatschanin, der den Chemnitzer Stev Theloke als Rekordhalter ablöste, in 53,92 nicht noch schneller gewesen. Driesen: «Vor zwei Jahren wäre ich mit dieser Leistung Weltmeister geworden. Blöd, dass es nicht Mal zu einer Medaille gereicht hat.» Den Titel holte der Amerikaner Aaron Peirsol.

Schwimm-Oldie Mark Warnecke (33) schwamm souverän als Halbfinal-Dritter in das Finale über 50 m Brust. Jens Kruppa (Riesa) verpasste als Elfter den Endlauf. Der erst 18 Jahre alte Helge Meeuw aus Wiesbaden scheiterte über 200 m Schmetterling erst im Halbfinale. Über 200 m Freistil der Frauen verpassten Petra Dallmann (Heidelberg) und Alessa Ries (Heddesheim) das Finale.

Seinen zweiten Titel sicherte sich Australiens Superstar Ian Thorpe über 200 m Freistil. Olympiasieger Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden blieb nur Rang zwei.

DPA

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