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Athen 2004: Franzi schwimmt an Medaille vorbei

Olympischer Fehlstart für Franziska van Almsick: Die deutschen Schwimmerinnen erreichten im 4x100-Meter-Freistil-Finale nur den undankbaren vierten Platz. Die bisher einzige deutsche Medaille holte mit Bronze der Judo-"Floh" Julia Matijass.

Franziska van Almsick und die deutschen Schwimmer haben wie vor vier Jahren einen olympischen Fehlstart hingelegt. Im Quartett mit Antje Buschschulte, Petra Dallmann und Daniela Götz schlug die Berlinerin am Samstag in Athen über 4 x 100 m Freistil in 3:37,94 Minuten als Vierte an. Die Staffel verlor überdies ihren Weltrekord an Australien, das in der Besetzung Alice Mills, Lisbeth Lenton, Petria Thomas, Jodie Henry in 3:35,94 Minuten gewann. Platz zwei belegten die USA (3:36,39) vor den Niederlanden (3:37,59).

Franzi unzufrieden

"Es ist traurig, wenn man so knapp an Bronze vorbei schrammt", sagte van Almsick, die den dritten Platz gegen Inge de Bruijn nicht verteidigen konnte. "Ich bin nicht zufrieden mit meinem Rennen. Ich bin nicht in Tritt, nicht in Fahrt gekommen." Nach der verpassten Medaille wurden Erinnerungen wach an den verpatzten Start von Sydney, als die erfolglose Staffel das gesamte Team in die Tiefe zog. Dass es so weit nicht wieder kommt, dafür will an diesem Sonntag Weltmeisterin Hannah Stockbauer sorgen, die über 400 m Freistil als Gold-Favoritin gilt.

Franzis Hoffnung auf die 200m Freistil

"Ich habe alles gegeben, was drin war, vielleicht hätte ich noch 2/10 schneller sein müssen", sagte Antje Buschschulte. Die Magdeburgerin hatte mit starken 54,67 Sekunden als erste auf Petra Dallmann gewechselt. "Jetzt werden wir über 4 x 200 angreifen", versprach die Heidelbergerin, die wie Staffel-Küken Daniela Götz als Dritte anschlug. "Heute war es die Hölle. Ich bin froh, das ich es überstanden habe", sagte die 16-Jährige nach ihrem Olympia-Debüt.

Franziska van Almsick hatte auf den Staffel-Vorlauf und nach dem Einschwimmen über 100 m Schmetterling auch auf das Halbfinale verzichtet. Die Staffel war ihr wichtiger. "Da brauche ich sämtliche Kräfte, die ich aufbringen kann." Am Dienstag will die Weltrekordlerin über 200 m Freistil Gold.

Michael Phelps holt erstes Gold

Im erwarteten Zweikampf der Superstars Michael Phelps und Ian Thorpe um die Krone des "Schwimmkönigs von Athen" steht es 1:1. US- Boy Phelps eröffnete die Wettbewerbe bei seinem ersten von acht möglichen Finals über 400 m Lagen mit seinem 13. Weltrekord (4:08,26). Der Australier Thorpe musste sich über 400 m Freistil mächtig strecken, um seinen Landsmann Grant Hackett auf Distanz zu halten.

Auch Thorpe triumphiert

"Ziemlich gut, klasse, dass das bei Olympia geklappt hat", sagte Thorpe, der nur antreten durfte, weil er nach einem Fehlstart bei der nationalen Qualifikation die Teilnahme geschenkt bekam. Phelps meinte: "Den ganzen Tag habe ich an dieses Rennen gedacht, die Nacht davor konnte ich nicht schlafen", sagte Phelps. Am Sonntag treffen er und Thorpe über 200 m Freistil in Vorkampf und Halbfinale im einzigen direkten Duell aufeinander.

Nicole Hetzer aus Burghausen wurde in 4:40,20 Minuten Sechste über 400 m Lagen und war nach persönlicher Bestzeit "alles in allem zufrieden". Gold ging erneut an Jana Klotschkowa aus der Ukraine (4:34,83). Jens Kruppa (Riesa) markierte mit 1:01,19 Minuten im Vorlauf über 100 m Brust den ersten deutschen Rekord in Athen. «Ich hatte keine Ahnung, wie schnell ich hier bin», stellte der 28-Jährige fest, der die acht Jahre alte Bestmarke von Mark Warnecke um 14/100 Sekunden verbesserte. 1:01,68 Minuten und Rang zehn reichten Kruppa im Halbfinale dann nicht zum Einzug in den Endlauf. Vereinskamerad Rene Kolonko schied als 11. ebenfalls aus.

In dem deutschen Meister Heiko Hell (Hamburg/18.) und Christian Hein (Würzburg/10.) über 400 m Freistil sowie Teresa Rohmann (Erlangen/18.) über 400 m Lagen schieden drei Deutsche zum Auftakt in den Vorläufen aus.

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