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Tennis: Davis Cup - Kohlschreiber sagt ab - Haas topfit

Während ein Magen-Darm-Virus den Einsatz von Philipp Kohlschreiber gegen Argentinien unmöglich machen wird, fühlt sich Oldie Tommy Haas so gut wie seit Jahren nicht mehr und brennt auf einen möglichen Einsatz im Einzel.

Zwei Tage vor dem ersten Match der Davis Cup-Erstrundenpartie zwischen Deutschland und Argentinien erschüttert eine Hiobsbotschaft das deutsche Lager in Bamberg. Ein Magen-Darm-Virus hat Philipp Kohlschreiber außer Gefecht gesetzt, die Nummer zwei des Teams wird am Freitag nicht antreten können.

Gut, dass nach diesem Ausfall Oldie Tommy Haas im Team steht. Der war ursprünglich eigentlich eher als Publikumsmagnet und eventuell für das Doppel eingeplant gewesen und hätte sich auch klaglos mit der Rolle im zweiten Glied abgefunden. Doch jetzt könnte er von Teamchef Patrik Kühnen sogar für die Einzel neben der deutschen Nummer eins Florian Mayer aufgeboten werden.

Haas traut sich Davis Cup-Einsatz zu

Zutrauen würde er sich der Tennis-Routinier die Aufgabe nach über vierjähriger Davis Cup-Abstinenz jedenfalls. Aber auch die Unterstützung der Teamkollegen liegt ihm am Herzen. "Ich hoffe, dass ich mit meinem Ehrgeiz, meiner Erfahrung und meinen guten Trainingseinheiten auch alle sehr gut vorbereiten kann für die schwierigen Situationen am Wochenende", erklärte Haas.

Nach unzähligen Verletzungsproblemen an Hüfte, Schulter und Rücken in den letzten Jahren, die auch dazu beitrugen, dass er seit dem verlorenen Halbfinale gegen Russland 2007 keinen Davis Cup mehr gespielt hatte, fühlt er sich endlich wieder pudelwohl. Es gehe ihm körperlich so positiv wie schon seit langem nicht mehr, berichtete Haas: "Alles ist gut, sonst wäre ich nicht hier."

Tennis-Karriere noch längst nicht beendet

Ihm geht es sogar so gut, dass er sich sogar eine Fortsetzung seiner Karriere über 2013 hinaus vorstellen könnte. Dass er - abgesehen von den großen Vier an der Spitze - mit fast allen mithalten kann, davon ist Haas überzeugt. Sein Auftritt bei den Australian Open, als er sich gegen Rafael Nadal achtbar aus der Affäre zog, hat ihm dies bestätigt. "Das sind die Momente, warum man sich gerne quält und nochmals versucht, einen Angriff zu starten", erklärte Haas und fügte hinzu: "Tennis ist mein Leben, Tennis ist mein Sport."

Dass er die Kraft hat, nach den Rückschlägen und seiner dicken Krankenakte trotzdem nicht ans Aufhören denken zu wollen, hat auch viel mit seiner kleinen Familie zu tun. Die mittlerweile 14 Monate alte Tochter Valentina und seine Verlobte Sara Foster geben Haas die nötige innere Ruhe und sie motivieren ihn. Es wäre sein "allergrößter letzter Traum", wenn ihn die kleine Valentina - "vielleicht in einem Jahr" - im Arm ihrer Mutter mal live in einem Stadion zusehen könnte. "Das wäre ein Highlight."

Haas träumt vom 13. ATP-Turniersieg

Und wo Haas schon mal das Träumen anfängt, ein weiterer Turniersieg auf der ATP Tour wäre natürlich auch nicht schlecht. "Meine Glückszahl ist 13, ich habe zwölf Titel. Ich würde gerne 13 Titel mit nach Hause nehmen, wenn ich aufhöre Tennis zu spielen", sagte Haas. Das könnte dann allerdings doch problematisch werden. Denn sein Protected Ranking, das ihm wegen seiner mehr als einjährigen Verletzungspause bei allen Tennis-Events einen Platz im Hauptfeld garantiert, läuft mit dem Turnier in München Ende April ab.

"Wenn ich mich nicht vorspielen sollte in den nächsten fünf, sechs, sieben, acht Monaten und nur über die Quali gehen oder nur hoffen kann, dass ich Wildcards bekomme, dann wird‘s auch schwer", erläuterte Haas. Durch die dann nötigen Qualifikationsrunden würde es schwer werden, einen vernünftigen Terminplan aufzustellen. Das Ziel muss daher sein, "so weit wie möglich nach vorne zu kommen, so dass man bei den meisten Turnieren ins Hauptfeld reinrutscht. Dafür müsste man so auf den ersten 80, 70, 60 stehen."

Davis Cup-Partie wird schwere Aufgabe

Doch bevor er dieses Projekt angehen kann, muss zunächst die Hürde Davis Cup bewältigt werden. "Wir haben alle das gleiche Ziel: hier gegen Argentinien zu gewinnen, was keine leichte Aufgabe ist", warnte er, vor allem nach der Absage von Kohlschreiber, der "krank wie ein Hund" sei, wie Haas über twitter mitteilte.

sportal.de / sportal

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