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Tennis-WM: Nur Mary Pierce noch ungeschlagen

hat bei der Tennis-WM in Los Angeles als einzige Spielerin die Gruppenphase ungeschlagen überstanden. Lindsay Davenport schwächelte und lächelte. Trotz der Niederlage am Donnerstagabend gegen Maria Scharapowa steht die Weltranglisten-Erste im Halbfinale.

Lindsay Davenport schwächelte und lächelte. Trotz der 3:6, 7:5, 4:6-Niederlage am Donnerstagabend (Ortszeit) gegen Maria Scharapowa (Russland) steht die Weltranglisten-Erste wie die Titelverteidigerin im Halbfinale und überschritt nebenbei noch als dritte Spielerin nach Steffi Graf und Martina Navratilova die 21 Millionen Dollar-Preisgeldgrenze. "Ich habe gewonnen, obwohl ich verloren habe. Das ist ein bizarres Gefühl. Ich wusste schon vor dem Spiel, dass ich weiter bin. Deshalb war es schwer, mich zu motivieren", sagte die US-Amerikanerin. Weil ihre härteste Konkurrentin, US Open-Siegerin Kim Clijsters (Belgien), ausgeschieden ist, wird Lindsay Davenport zudem zum vierten Mal in ihrer Karriere die Saison als Nummer eins der Welt beenden.

"Was soll ich dazu sagen? Das hätte ich nie gedacht. Das gibt mir Extra-Motivation für das Wochenende", erklärte Lindsay Davenport. Aus der schwarzen Gruppe qualifizierten sich die beiden Französinnen Mary Pierce und Amelie Mauresmo (6:2, 6:3 gegen Elena Dementjewa/Russland) für das Halbfinale. Die Schweizerin Patty Schnyder konnte sich wenigstens mit einem 6:0, 5:7, 6:4-Erfolg über Nadja Petrova (Russland) von der WM verabschieden.

Die Partie Davenport gegen Scharapowa war vom Veranstalter als das "Finale vor dem Finale" angepriesen worden. Wenn sich zwei Weltklasse-Spielerinnen streiten, freuen sich meist die Zuschauer. So auch an diesem dritten Turnierabend. Das Duell zwischen dem Covergirl der Tour und der Frontfrau der Weltrangliste entzückte die 4000 Zuschauer im Staples Center. Das Wechselspiel zwischen Power und Finesse lieferte 129 Minuten lang erstklassige Unterhaltung und war die bisher mit Abstand aufregendste Begegnung dieser WM. "Ich habe sehr intelligent gespielt und Lindsay ständig unter Druck gesetzt", analysierte Maria Scharapowa, "es ist schon eine Weile her, dass ich gegen eine Topspielerin gewonnen habe. Deshalb freut es mich umso mehr."

Knapp acht Monate nach dem 0:6, 0:6 im Halbfinale von Indian Wells hatte sich die Weltranglisten-Dritte für die Revanche viel vorgenommen: "Sowas passiert mir nur einmal. Das war ein Witz damals. Ich wollte aggressiver sein und konsequenter." Das gelang ihr auch, das Ende des zweiten Durchgangs ausgenommen, als die 18-Jährige 5:4 führte, eigenen Aufschlag hatte, ein Break kassierte und den Satz schließlich noch verlor. "Für mich ging es um nichts, keine Punkte, keine Extra-Prämie, es war schon komisch. Erst als ich auf der Verliererstraße war, kam mein Stolz ins Spiel", gab Lindsay Davenport zu, "aber am Ende war ich zu müde."

Müde war Amelie Mauresmo auch, als sie Punkt Mitternacht den Platz verließ. Müde - und zufrieden mit der getanen Arbeit. Im Viertelfinale der French und US Open sowie im Fedcup-Endspiel hatte sie gegen ihre Angstgegnerin Elena Dementjewa noch verloren. Dieses Mal behielt sie die Nerven. "Dieser Sieg schmeckt zuckersüß", erklärte die Philadelphia-Gewinnerin.

Sven Busch/DPA

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