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Adria -Tour: Tennisstar Novak Djokovic positiv auf Corona getestet

Tennisstar Novak Djokovic ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Kein Wunder, meinen Kritiker des vom Serben organisierten Turniers. Dort wurden sämtliche Abstandsregeln missachtet.

Novak Djokovic

Sämtliche Abstandsregeln ignoriert: Novak Djokovic im Kreise von Spielern wie Grigor Dimitrov (rechts neben Djokovic, der ein rotes Hemd trägt), der schon zuvor positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Hinten rechts mit dem Stirnband steht Alexander Zverev

AFP

Tennisstar Novak Djokovic ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Weltranglisten-Erste am Dienstag mit. "Ich werde mich nun für 14 Tage in häusliche Quarantäne begeben und den Test in fünf Tagen wiederholen", schrieb Djokovic in einem Statement, das in den sozialen Medien geteilt wurde. Djokovic war für die Organisation seiner Adria-Tour zuletzt heftig kritisiert worden, weil bei den Veranstaltungen in Belgrad und Zadar keine Hygiene- und Sicherheitsregeln eingehalten worden waren. Vor dem 33-Jährigen waren bereits der Bulgare Grigor Dimitrow, der Kroate Borna Coric und der Serbe Viktor Troicki positiv getestet worden.

Von dem Spaß-Turnier für ausgewählte Profis kursierten in den vergangenen Tagen diverse Bilder in den sozialen Medien von voll besetzten Rängen, Umarmungen und wilden Partys. 

Andy Murray mahnt Vorbildfunktion an

Schon bevor die Infektion von Djokovic bekannt wurde, hatte Wimbledonsieger Andy Murray seine Kollegen an ihre Vorbildfunktion erinnert. Die einstige Nummer eins der Welt aus Großbritannien sagte der britischen Tageszeitung "The Times" (Dienstag): "Ich hatte immer ein gutes Verhältnis zu Novak. In der Nachbetrachtung macht das, was da passiert ist, aber keinen guten Eindruck." Top-Athleten auf der ganzen Welt müssten zeigen, "dass wir das ernst nehmen und uns darüber im Klaren sind, dass wir Abstandsregeln einhalten".

"Ich hoffe, dass wir daraus lernen, weil letztendlich wird die ATP Tour nicht zurückkommen, wenn wir jede Woche Probleme haben und die Spieler machen, was sie wollen", sagte Murray. Der zweimalige Olympiasieger wird in dieser Woche bei einem Showkampf-Turnier in England erstmals seit sieben Monaten wieder ein Match bestreiten.

Eine "Horror-Show"

Der ATP-Vorsitzende Andrea Gaudenzi aus Italien hofft auf einen Lerneffekt. Der 46 Jahre alte Ex-Profi erinnerte in der "New York Times" (Dienstag-Ausgabe) zwar daran, dass auch trotz extremer Maßnahmen Coronafälle auftreten könnten. Gaudenzi erklärte aber auch, allen Teilnehmern privater Turniere sei die Einhaltung angemessener Maßnahmen und der Abstandsregeln empfohlen worden.

Als "Horror-Show" fasste der brasilianische Profi Bruno Soares das Geschehen zusammen. Der Doppel-Spezialist ist Mitglied im ATP-Spielerrat, dessen Präsident Djokovic ist. "Enorme Unverantwortlichkeit und große Unreife. Sie waren total sorglos, und es ist schwer für mich, dafür Worte zu finden", sagte Soares im brasilianischen Sender GloboEsporte. Der Weltranglisten-28. Dan Evans schloss sich an: "Ich denke, du solltest keine Spieler-Partys haben und wild durcheinander tanzen", sagte der Brite. Djokovic hatte in der Vorwoche betont, alle in Serbien und Kroatien geltenden Regeln seien eingehalten worden.

tis / DPA

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