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Tour de France: Dopingfahnder finden verbotene Mittel im Müll

Die Kontrollen während der diesjährigen Tour de France waren alle negativ. Die französische Anti-Doping-Agentur befürchtet dennoch, dass Radprofis gedopt waren. Nach Aussage von AFLD-Präsident Pierre Bordry wurden in Mülleimern einiger Teams verbotene Substanzen entdeckt.

Pierre Bordry, Präsident der französischen Anti-Doping-Agentur (AFLD), glaubt, dass trotz ausschließlich negativer Dopingtests auch bei der 96. Tour de France der Radprofis mit verbotenen Substanzen gearbeitet wurde. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung und der französischen Zeitung "Le Monde" haben AFLD-Beobachter während der am Sonntag zu Ende gegangenen Frankreich-Rundfahrt in Mülleimern einiger Teams diverse verbotene Substanzen gefunden. Darunter sei eine Substanz, die Insulin produziert und normalerweise bei Diabetes genommen wird, sagte Bordry der "Süddeutschen Zeitung".

Insgesamt waren 520 Dopingkontrollen bei der 96. Großen Schleife geplant. Sie lagen in diesem Jahr in der Verantwortung des Weltverbandes UCI und blieben - nach den von zahlreichen Dopingfällen überschatteten Touren 2007 und 2008 - alle ohne positiven Befund. Die AFLD will jedoch die genommenen Proben nachkontrollieren, sobald weitere Testverfahren entwickelt worden sind. "Wir sind der Überzeugung, dass bei dieser Tour zwei Medikamente benutzt wurden, die noch gar nicht auf dem Markt sind", sagte Bordry.

Die 3549,5 Kilometer lange Wettfahrt hatte am Sonntag der Spanier Alberto Contador mit einem Vorsprung von 4,11 Minuten vor dem Zweitplatzierten Andy Schleck aus Luxemburg gewonnen. Contador steht seit 2006 unter Dopingverdacht, als die Initialen AC als naheliegendes Kürzel für "Alberto Contador" in den Unterlagen und Medikationsplänen des mutmaßlichen Doping-Arztes Eufemiano Fuentes auftauchten.

mad/dpa / DPA

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