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Lance Armstrong: Doping-Agentur will Beweise für Unschuld

Die Rückkehr von Lance Armstrong in den Rennsattel entwickelt sich zur Posse. Jetzt will die Französiche Doping-Agentur frühere Proben des Texaners weiteren Epo-Tests unterziehen. Auch Armstrongs Zusammenarbeit mit einem Doping-Experten wird täglich heftiger kritisiert.

Vor Lance Armstrongs Rückkehr hat die Französische Anti-Doping-Agentur (AFLD) den Tour-Rekordsieger aufgefordert, Klarheit in seine Vergangenheit zu bringen. Der Texaner solle sich damit einverstanden erklären, "dass wir die sechs Proben vor der Tour de France 1999 einer kompletten EPO-Analyse unterziehen dürfen", sagte AFLD-Präsident Pierre Bordry der französischen Sportzeitung "L’Équipe" .

Nachträglich vorgenommene Analysen hatten 2005 Spuren von EPO in Armstrongs Urin-Proben von 1999 nachgewiesen. Dies blieb aber ohne juristische und sportrechtliche Konsequenzen, weil keine B-Probe vorlag.

"Vielleicht wäre das die Gelegenheit zu bestätigen, dass er in seiner großartigen Karriere nie betrogen hat", sagte Bordry. Der AFLD-Chef bot Armstrong an, die damaligen Proben im Beisein einer Person seines Vertrauens von einem akkreditierten Labor in Europa untersuchen zu lassen. Der frühere Tour-Direktor Jean-Marie Leblanc betrachtet das Comeback des siebenfachen Champions mit gemischten Gefühlen. Zwar habe er "Respekt" vor allen früheren Siegern, doch Armstrong, gegen den es "schwere Anschuldigungen" der Medien gebe, werde den Veranstaltern wieder das "Problem" Doping bescheren.

Unterdessen schloss Armstrongs persönlicher Doping-Experte Don Catlin nicht völlig aus, dass der 37-Jährige auch unter seiner Kontrolle dopen wird. "Es wird sehr schwer für ihn, und er wäre sehr dumm, wenn er das versuchen würde. Aber natürlich wissen wir in der Dopingbekämpfung, dass immer jemand unter unseren Augen etwas machen kann", sagte Catlin. Armstrong habe aber "ohne mit der Wimper zu zucken" seine weitgehenden Bedingungen akzeptiert. Der Doping-Experte ließ sich zusichern, Armstrong auf alles zu testen, "was ich möchte", dessen Proben einzufrieren und die Test-Ergebnisse im Internet zu veröffentlichen.

Für den Nürnberger Biochemiker Fritz Sörgel, der Catlin einen "guten Ruf" bescheinigt, ist dieser Versuch des gläsernen Athleten "eine perfekte Medien-Kampagne - und weiter nichts". Catlin gehe mit der Zusammenarbeit ein "ganz gefährliches Spiel" ein, sagte Sörgel.

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