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TOUR DE FRANCE: Sergej Iwanow gewinnt neunte Etappe

Obwohl der Telekom-Express alles versuchte, um die Ausreißer wieder einzuholen, reichte es für die Magenta-Jungs nicht ganz.

Obwohl der Telekom-Express alles versuchte, um die Ausreißer wieder einzuholen, reichte es für die Magenta-Jungs nicht ganz. Den Solo-Sieg des Russen Sergej Iwanow auf der 9. Etappe von Pontarlier nach Aix-les-Bains konnten sie nicht verhindern. Der im Vorjahr nach einer Blutkontrolle zum Auftakt suspendierte Iwanow hatte sich im Finale von einer dreiköpfigen Spitzengruppe gelöst, die sich schon nach 36 km auf den Weg gemacht hatte. Stuart O'Grady, seit Sonntag mit einem Riesenvorsprung vor den Favoriten, verteidigte sein Gelbes Trikot. Jan Ullrich und Lance Armstrong kamen zeitgleich mit Zabel, der den Spurt des Feldes 24 Sekunden hinter Iwanow gewann, ins Ziel.

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Ausreißer mit Erfolg

Nach den erfolgreichen Ausreißversuchen der letzten Tage machten sich auch heute wieder einige Fahrer daran, dem Feld davon zu fahren. Nach 36 km hatten sich David Etxebarria, Iwanow und Bradley McGee abgesetzt. Doch anders als bei der denkwürdigen Regenetappe nach Pontarlier am Vortag zogen die Top-Teams im Hauptfeld die Zügel wieder an. Doch zum Zusammenschluss und zum großen Auftritt der Sprinter reichte es zum Schluss nicht mehr. O'Grady (136 Punkte) fährt auch weiter in Grün, hat aber Zabel (127) auf Rang zwei hautnah im Rücken.

Neue Gegebenheiten

Die Favoriten mussten am Montag erst ein Mal die merkwürdigen Ereignisse des Vortags verdauen und sich auf völlig neue Gegebenheiten einstellen. Die neue Rennsituation könnte jetzt zu ungewöhnlichen Allianzen der Favoriten-Teams Telekom, US Postal und Once führen. »Wir dürfen jetzt natürlich Kiwilew nicht vernachlässigen, aber ich glaube, unser Team ist nicht das einzige, das jemanden aufs Podium nach Paris bringen will«, sagte Armstrongs Teamchef Johan Bruyneel vor dem Start der 9. Etappe, bei der die meteorologischen Verhältnisse angenehmer als an den Vortagen waren. Sehr zur Freude von Jan Ullrich sieht es nun auch nicht mehr danach aus, dass es bei den bevorstehenden Alpen-Etappen schneien wird.

Leichteres Bergrad

Ullrichs neues Bergrad, das er zum ersten Mal auf dem Weg nach Colmar ausprobiert hatte, soll dem Olympiasieger am Dienstag auf dem Weg nach l'Alpe d'Huez womöglich entscheidende Vorteile bringen. »Das Rad wiegt rund sieben Kilo. Auffälligste Änderung zum herkömmlichen Rad ist die Tatsache, dass der linke Schalthebel wieder am Rahmen und nicht mehr im Bremsgriff angebracht ist«, erklärte Telekom-Teamsprecher und Ex-Profi Olaf Ludwig. Ob Ullrich auf die Spezialmaschine auch beim 32 km langen Bergzeitfahren am Mittwoch über 1521 Höhenmeter zurückgreifen wird, stehe noch nicht fest.

Favorit Ullrich?

Der zweifache Etappensieger Laurent Jalabert setzt in den kommenden Tagen auf Ullrich: »Er hat mich bisher mehr beeindruckt als Armstrong«, sagte der Team-Kapitän in Bjarne Riis' neuer Mannschaft CSC Tiscali. Der als starker Bergfahrer bekannte Kiwilew hatte sich am Montag über die Lethargie der Stars am Vortag gewundert: »13 Minuten Vorsprung auf Armstrong sind viel, komisch, dass die uns so viel Zeit ließen.«

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