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TRIUMPH: Baby & K.o. für Klitschko

Witali Klitschkos Comeback hätte grandioser nicht ausfallen können: Neun Monate nach seinem letzten Kampf meldete sich der frischgebackene Vater mit einem K.o.-Sieg in der zehnten Runde über den Amerikaner Larry Donald zurück.

»Ich bin heute doppelt glücklich - eine Tochter bekommen und meinen größten Sieg errungen«

Von der Ehefrau beschenkt, von den Fans gefeiert, von King und Kohl geliebt: Witali Klitschkos Comeback hätte grandioser nicht ausfallen können. Neun Monate nach seinem letzten Kampf meldete sich der in Hamburg lebende Ukrainer am Samstagabend mit einem K.o.-Sieg in der zehnten Runde über den Amerikaner Larry Donald vor 10 400 begeisterten Zuschauern in Dortmund überzeugend im Ring zurück und untermauerte damit nachdrücklich seine Anwartschaft auf einen Kampf gegen WBC-Weltmeister Lennox Lewis (Großbritannien). »Ich bin heute doppelt glücklich - eine Tochter bekommen und meinen größten Sieg errungen«, bekannte der promovierte Profi-Boxer nach der Verteidigung des internationalen Titel der World Boxing Association (WBA) im Schwergewicht.

Unbeeindruckt von der langen Verletzungspause wegen einer Bandscheibenoperation und der Nachricht, drei Stunden zuvor Vater einer Tochter geworden zu sein, lieferte der 31-jährige frühere WBO- Weltmeister die wohl beste Vorstellung seiner Profi-Karriere ab. Vom ersten Gong an zermürbte Klitschko seinen Kontrahenten mit seiner gestochenen Führhand und ließ den für seine Schnelligkeit gerühmten Amerikaner nie zur Entfaltung kommen. Als Donalds Beine schließlich immer schwerer wurden, bestrafte der 2,02-Meter-Mann dessen Schwächen eiskalt und schickte ihn in Runde zehn drei Mal zu Boden, was den Abbruch zur Folge hatte.

»Wie Witali mit dem Druck fertig geworden ist, zeigt, dass er ein ganzer Kerl ist. So lasse ich mich gern belehren«, meinte Trainer Fritz Sdunek nach dem 31. K.o.-Sieg seines Schützlings in dessen 33. Kampf. Der Meister-Coach hatte einen Kampf über die volle Distanz erwartet, »Doktor Eisenfaust« jedoch einen kurzrundiges Ende versprochen. Von den strategischen Fähigkeiten seines Bruders zeigte sich selbst Bruder Wladimir beeindruckt, der wie immer am Ring sekundierte. »Witali ist nicht Doktor, er ist Professor im Boxen«, lobte der 25-jährige WBO-Weltmeister im Schwergewicht.

Don King: »Jetzt setzen wir uns hin und machen den Deal«

Der seit Samstagabend zweimalige Familienvater kassierte für den Sieg eine Börse von rund einer Million Euro und darf sich auf noch größere Zahltage freuen. »Wir haben einen so eindrucksvollen Sieg gebraucht und ihn heute bekommen«, gestand Universum-Chef Klaus-Peter Kohl überglücklich. Klitschkos hervorragender Auftritt werde die Verhandlungsposition erleichtern. »Der Kampf mit Lewis kommt. Er ist bereits seit mehreren Wochen eingetütet«, versprach Kohl. Man werde sich bereits in den nächsten Tagen zusammensetzen und die Feinabstimmung für das - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in den USA stattfindende Duell - vornehmen.

Dabei will auch Kohls berühmt-berüchtigter Kollege Don King mitreden, und zur Bekräftigung seiner Ambitionen ließ er in der Westfalenhalle schon mal die Puppen für sich tanzen. Bewacht von mehreren Bodyguards, zog der 71-jährige mit der elektrostatisch aufgeladenen Frisur zwei US-Fähnchen schwenkend und mit einem US-Präsident George Bush zierenden Sticker durchs »Revier« und gestand seine Liebe zu den Klitschko-Brothers: »Jetzt setzen wir uns hin und machen den Deal. Die Klitschkos sind große Athleten, die etwas im Kopf haben. Ich finde das irre. Ich liebe euch.«

Bei so viel Glanz und Glimmer war für die übrigen Protagonisten des Abends keine Aufmerksamkeit mehr übrig. So wird bestenfalls das spektakuläre Comeback von Schwergewichtler Luan Krasniqi (Rottweil) ein wenig in Erinnerung bleiben. Der 31-jährige Ex-Europameister, der seinen Titel am 20. Juli an gleicher Stelle durch Aufgabe gegen den inzwischen schon wieder entthronten Przemyslaw Saleta (Polen) verlor, kehrte mit einem K.o.-Sieg über Thomas Williams (USA) zurück.

Von Gert Glaner, dpa

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