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Wimbledon: Haas profitiert von bösem Sturz

Kurzer Arbeitstag für Tommy Haas: Da Gegner Michael Llodra gegen den Schiedsrichterstuhl prallte, war seine Zweitrunden-Partie schon im ersten Satz beendet. Auch Philipp Kohlschreiber ist weiter. Dagegen erlebte Rainer Schüttler ein Debakel. In der Damenkonkurrenz gab es eine Sensation.

Tommy Haas steht beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon in Runde drei. Der 31 Jahre alte Tennisprofi aus Hamburg profitierte am Mittwoch im Match gegen Michael Llodra von der verletzungsbedingten Aufgabe des Franzosen. Llodra war beim Stand von 4:3 für Haas nach einem Stoppball des Halle-Siegers gegen den Schiedsrichterstuhl gerannt und hatte sich dabei verletzt. Haas trifft nun auf Sam Querrey aus den USA oder den Kroaten Marin Cilic.

Philipp Kohlschreiber hat sein Minimalziel erreicht und den Härtetest gegen Roger Federer gebucht. Der Augsburger setzte sich mit 6:4, 3:6, 4:6, 6:2, 8:6 gegen den Tschechen Ivo Minar durch und kann sich nun am Freitag gegen den fünfmaligen Wimbledonsieger aus der Schweiz für die Finalniederlage 2008 in Halle revanchieren. "Der dickste Brocken im Feld", so Kohlschreiber, setzte sich locker 6:2, 6:2, 6:4 gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez durch.

Ein Debakel gab es dagegen für Rainer Schüttler. Der Halbfinalist des Vorjahres kassierte gegen seinen Angstgegner Dudi Sela aus Israel in der zweiten Runde mit 6:7 (3:7), 3:6, 2:6 eine bittere Niederlage, die der Erstrundenpleite in Melbourne Anfang des Jahres in Nichts nachstand. Schon zum dritten Mal verlor der Korbacher gegen den neun Jahre jüngeren Israeli, der nach der Premiere 2008 erst sein zweites Match auf dem "Heiligen Rasen" gewann und ihn streckenweise vorführte.

Die erwartete Zweitrunden-Niederlage kassierte Qualifikant Simon Greul gegen den übermächtigen Serben Novak Djokovic. Der Reutlinger unterlag dem Mitfavoriten auf den Titel 5:7, 1:6, 4:6. Zwar trumpfte der 28-Jährige zunächst auf und knöpften dem Weltranglisten-Vierten sogar gleich den Aufschlag ab. Doch am Ende blieb dem 102 Plätze schlechter eingestuften Greul nur das Trostpflaster des ersten gewonnenen Grand-Slam-Matches. Nach fünf Erstrundenpleiten hatte er im Qualifikanten-Duell den Amerikaner Michael Yani geschlagen.

Scharapowa ausgeschieden

Eine herbe Enttäuschung erlebte auch Maria Scharapowa. Trotz allen Stöhnens, das sich im Verlaufe der Partie zu einem Dezibel-Orkan entwickelte, unterlag die Wimbledon-Siegerin von 2004 auf dem Center Court Gisela Dulko aus Argentinien mit 2:6, 6:3, 4:6. Auch im Vorjahr war die 22-jährige Russin in Runde zwei ausgeschieden und danach zehn Monate verletzt gewesen. Deshalb war ihre Devise vor dem Kurztrip nach Wimbledon: "Ich bin froh, überhaupt wieder hier zu sein."

"Heute war definitiv nicht mein Tag", sagte Schüttler und ergänzte fair: "Aber ich muss auch neidlos akzeptieren, dass Dudi nach dem ersten Satz einfach der Bessere war." Bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad im Schatten hatte Schüttler nicht einmal schlecht angefangen. Doch ein paar verpatzte Bälle - und der Vorteil war vergeben. "Ich mag es nicht, wenn es so böig ist."

Danach hatte Schüttler nichts mehr zu Lachen. Die beiden verlorenen Duelle in Melbourne und Peking 2008 im Hinterkopf lähmten seine Bemühungen - oder der quirlige Israeli machte sie zunichte. Auf jeden Fall schaffte er es nicht mehr, seinen Rhythmus zu finden und das Heft des Handelns an sich zu reißen. Frühe Breaks in allen drei Sätzen sowie 7 Doppelfehler und 41 sogenannte leichte Fehler taten ein Übriges, zumal Sela fast immer die bessere Antwort parat hatte. "Er hat nach dem ersten Satz konstant gut gespielt - und ich mal gut und mal weniger gut. Damit kann ich nicht zufrieden sein", ärgerte sich Schüttler, der beim Davis-Cup-Viertelfinale in Spanien nicht dabei sein wird. "Ich spiele in Stuttgart und Hamburg."

Andreas Bellinger/DPA / DPA

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