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Wimbledon: Lisicki scheidet nach Hitzeschlacht aus

Jammerschade! Sabine Lisicki ist im Achtelfinale von Wimbledon nach großem Kampf ausgeschieden. Gegen die Weltranglistenerste Dinara Safina lieferte das deutsche Fräuleinwunder bei sengender Hitze einen großen Kampf ab - und zwang die Favoritin über drei Sätze.

Sie war mutig und entschlossen - aber im entscheidenden Moment noch nicht clever genug: Die 19-jährige Sabine Lisicki hat das Halbfinale in Wimbledon verpasst, die Konkurrenz aber ordentlich ins Schwitzen gebracht. Bei tropischen Temperaturen in London unterlag die kesse Berlinerin am Dienstag Dinara Safina aus Russland mit 7:6 (7:5), 4:6, 1:6 und war nach den 2:28 Stunden Spielzeit stehend K.o. Die Weltranglisten-Erste Safina trifft am Donnerstag in ihrem ersten Vorschlussrunden-Match bei den All England Championships auf Titelverteidigerin Venus Williams aus den USA, die sich gegen die Polin Agnieszka Radwanska 6:1, 6:2 durchsetzte.

Der am Ende ihrer Kräfte angelangten Sabine Lisicki misslang, als erste deutsche Tennisspielerin nach Steffi Graf 1999 in ein Grand-Slam-Halbfinale einzuziehen. Aber viel Respekt nimmt sie trotzdem mit aus Wimbledon und das größte Preisgeld ihrer jungen Karriere von 125 000 Euro. In der Weltrangliste verbessert sie sich zudem als beste Deutsche auf Platz 26.

Fröhlicher Teenager

Der fröhliche und unbekümmerte Teenager knüpfte zunächst nahtlos an die wunderbaren Auftritte auf dem "Heiligen Rasen" an. Doch zunächst verließ sie das Glück und im dritten Satz schließlich auch die Kraft. Minutenlang musste sie sich auf dem Boden liegend an der rechten Wade behandeln lassen. Doch aufgeben wollte sie nicht, obwohl das Match danach seinen Lauf nahm, Safina ungehindert dominierte und sich für die Niederlage im ersten Vergleich 2008 bei den Australian Open revanchierte.

Dass sie "vor großen Namen keine Angst hat", ließ Lisicki die kleine Schwester von Marat Safin zunächst spüren. Zum 2:1 verwandelte sie den dritten Breakball, auch weil ihre Gegnerin nervös wurde und sich den dritten Doppelfehler im Duell der Viertelfinal-Debütantinnen leistete. "Sabine hat einen hervorragenden Aufschlag, mit dem sie allen Konkurrenz machen kann", lobte Tennis-Guru Nick Bollettieri, in dessen Akademie in Florida Sabine Lisicki auch Thomas Haas kennengelernt hat. Der Hamburger steht diesen Mittwoch in Wimbledon gleichfalls im Viertelfinale gegen den Serben Novak Djokovic. "Die Chancen stehen 50:50; er muss sich nicht verstecken", sagte der dreimalige Wimbledonsieger Boris Becker.

Am Ende ohne Kraft

Je länger das Match dauerte, umso müder wurden die Aktionen der jungen Berlinerin. Der Trubel um sie, der schon nach dem Erreichen des Achtelfinals eingesetzt hatte, die Vergleiche mit Steffi Graf und nicht zuletzt die Temperaturen von mehr als 30 Grad zermürbten Lisicki, die sich bis zum letzten Ballwechsel wehrte. Neben Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner fieberte Trainer/Vater Richard Lisicki auf dem mit 15 000 Zuschauern besetzten Center Court mit und ärgerte sich über die verpassten Chancen seiner Tochter.

Andreas Bellinger/DPA / DPA

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