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Wintersport: Biathlon-WM - Fak Weltmeister im Einzel, Deutsche im Pech

Drei deutsche Herren lagen lange auf Medaillenkurs, doch beim letzten Schießen gaben Andreas Birnbacher, Arnd Peiffer und Michael Greis das Edelmetall aus der Hand. Bei Birnbacher war es sogar der letzte Schuss, der ihn Gold kostete. Er wurde beim Sieg von Jakov Fak Vierter.

Die deutschen Biathleten haben bei der WM in Ruhpolding im Einzel über 20 Kilometer einen starken Eindruck hinterlassen, die erhoffte Medaille blieb dem DSV-Team aber versagt. Am dichtesten dran war Andreas Birnbacher, der am Ende Platz vier belegte.

Weltmeister wurde Jakov Fak aus Slowenien, der bei den letzten Olympischen Winterspielen noch Sprint-Bronze für Kroatien gewonnen hatte. Silber ging an den Franzosen Simon Fourcade vor dem Tschechen Jaroslav Soukup. Auch Minuten nach seinem Coup konnte es der strahlende Fak noch nicht fassen - seine Rechnung war aufgegangen. "Ich habe meine Staatsbürgerschaft geändert, weil ich mit einem größeren Team trainieren wollte. Ich glaube, die Fans in beiden Ländern sind sehr froh. Das ist ein großer Tag für mich", sagte er.

Drei Deutsche zwischenzeitlich auf Medaillenkurs 

Bis zum letzten Auftritt am Schießstand lagen die Deutschen auf Medaillen- oder sogar Goldkurs - doch dann vergab das bis dahin fehlerfreie Trio in der ChiemgauArena das Happy End. Nach dem dritten Schießen - immer noch ohne Strafminute - lag Arnd Peiffer vorne, Birnbacher knapp dahinter, Michael Greis reihte sich als Fünfter ein. Die Aussichten waren glänzend, ehe der bittere letzte Auftritt am Schießstand alle Träume platzen ließ. 

Birnbacher leistete sich mit dem letzten Schuss einen Fehler und wurde mit einem Rückstand von umgerechnet fünf Metern auf den Bronzeplatz Vierter. "Ich bin etwas enttäuscht, denn bei der WM hängt man sich gerne eine Medaille um den Hals. Beim letzten Schuss habe ich mir gedacht, denn triffst du auch noch und dann war er schon vorbei", sagte Birnbacher. Nach einer starken letzten Runde durfte er als Dritter zunächst in der Siegerbox für die Top Drei Platz nehmen - doch dann kam Soukup. "Ich habe im Ziel gehört, da kommt keiner mehr und dann kam doch noch einer", gab Birnbacher zu.

Peiffer: "Es wäre so einfach gewesen"

Peiffer hatte sogar zwei Scheiben stehen gelassen und wurde Siebter. "Es wäre so einfach gewesen", sagte er.  Auch für den entthronten Sprint-Weltmeister Peiffer hätte es ein ganz, ganz großer Tag werden können. "Es ist ärgerlich, dass ich den letzten weggeschossen habe. Bitter, wenn man sieht, dass ich nur 36,5 Sekunden zurück bin", sagte Peiffer. Er war sogar mit der drittbesten Laufzeit über die 20 Kilometer unterwegs. Ein Fehlschuss kostet im Einzel-Wettbewerb eine Minute, einmal hätte Peiffer sogar vorbeischießen können. 

Greis leistete sich einen Fehlschuss und beendete das Rennen als Elfter. "Man muss die Kirche im Dorf lassen, wenn man weiß, wo ich hergekommen. Ich bin sehr zufrieden", sagte der dreimalige Turin-Olympiasieger. 

Die Krisensitzung haben die Norweger nach den Enttäuschungen im Sprint und in der Verfolgung schon hinter sich. Doch auch über die 20 Kilometer gab es nichts zu holen. Mit Svendsen, Rekord-Weltmeister Björndalen und Bö hatten die Norweger immerhin die letzten drei WM-Titel im Einzel gewonnen.

sportal.de / sportal

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