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WM-Titelverteidigung: Doppelter K.o. für Klitschkos

Nach der Ablehnung einer höheren Einstufung von Bruder Wladimir muss jetzt auch Vitali Klitschko eine nicht-sportliche Niederlage einstecken. Der Box-Star darf seine freiwillige WM-Titelverteidigung nicht wie geplant durchführen.

Vier Tage nach dem juristischen K.o seines Bruders Wladimir hat auch Weltmeister Vitali Klitschko eine Niederlage außerhalb des Boxrings einstecken müssen. Der 33 Jahre alte Schwergewichts-Champion des World Boxing Councils (WBC) darf am 24. September nur dann zu seiner geplanten freiwilligen Titelverteidigung antreten, wenn er sich mit Promotor Don King einigt und bis Dezember seinen WM-Gürtel in einem Pflichtkampf verteidigt. Das hat der in Mexiko City ansässige Weltverband angeordnet.

Sollte es zu keiner Einigung kommen, muss Klitschko innerhalb von sechs bis acht Wochen nach dem Duell um die Interims-WM zwischen Hasim Rahman und Monte Barrett gegen den Sieger kämpfen. Die bei Don King unter Vertrag stehenden US-Profis boxen am 13. August gegeneinander. King hat eine Einigung mit Klitschko bereits abgelehnt.

Die ursprünglich für den 30. April terminierte Pflichtverteidigung des älteren Klitschko-Bruders (35 Siege/2 Niederlagen) gegen Rahman (40/5/1 Unentschieden) war wegen einer Verletzung des Ukrainers und einer anschließenden Rückenoperation zunächst auf den 18. Juni, dann auf den 23. Juli und schließlich auf den 24. September verschoben worden. Klitschko hatte sich einen Muskelfaserriss in der Hüftgegend zugezogen.

Proteste von Fans und Medien

Auf Grund der ständigen Verlegungen erhielt der Ex-Weltmeister und Ranglistenerste Rahman vom WBC die Erlaubnis, gegen den Zweitplatzierten Barrett (31 Kämpe/3 Niederlagen) am 13. August in Chicago um die so genannte Interims-WM zu boxen. Klitschko wollte deshalb nach seiner Genesung zunächst am 24. September eine freiwillige Titelverteidigung gegen den in 26 Kämpfen ungeschlagenen Amerikaner Calvin Brock einlegen, bevor er gegen den Sieger des Duells Rahmann gegen Barrett antritt. In den amerikanischen Medien war sein Vorhaben auf heftige Proteste gestoßen.

Sein vier Jahre jüngerer Bruder Wladimir Klitschko (44 Siege/3 Niederlagen) war vergangenen Montag vor einem Gericht in Newark/USA mit der Klage auf eine höhere Einstufung in der Rangliste der International Boxing Federation (IBF) gescheitert. Durch das Urteil bleibt DaVarryl Williamson (USA) auf Rang drei weiter unmittelbar vor dem 29 Jahre alten Ex-Weltmeister. Da die Ränge eins und zwei nicht besetzt sind, ist Williamson der Pflichtherausforderer von IBF- Weltmeister Chris Byrd (USA).

Wladimir Klitschko soll in einem weiteren Aufbaukampf am 24. September vermutlich gegen Calvin Brock kämpfen. Das sagte in Las Vegas sein Trainer Emanuel Steward (USA). Klitschko wähnte sich in der Rangliste vor Williamson, weil er ihn im Oktober 2004 durch einen technischen Punktsieg besiegt hatte.

Gunnar Meinhardt/DPA / DPA

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