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Boom der Kryptowährung: Der "Wolf of Wall Street" warnt vor Bitcoin-Handel: "Der größte Beschiss aller Zeiten"

Jordan Belfort war der echte "Wolf of Wall Street". Er zockte Millionen ab und wanderte dafür ins Gefängnis. Nun warnt der Finanzexperte vor dem ICO-Geschäft mit Bitcoins. Freunden rät er von der Investition in Kryptowährungen ab.

Jordan Belfort war der Wolf of Wall Street - er warnt vor dem Geschäft rund um Bitcoins

Jordan Belfort war der Wolf of Wall Street - er warnt vor dem Geschäft rund um Bitcoins

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Boom ohne Ende: Seit Wochen hält die Rallye der Kryptowährung Bitcoin die Finanzwelt in Atem. Seit November kennt der Kurs nur eine Richtung: steil nach oben. War eine virtuelle Bitcoin-Münze vor sechs Wochen noch knapp 5000 Euro wert, hat sich der Kurs seitdem verdreifacht. Und ein Ende scheint nicht in Sicht, am Samstag notiert die Währung auf dem höchsten Stand ihrer Geschichte.

Das Kursfeuerwerk hat längst auch Laien-Anleger in ihren Bann gezogen. Der Mix aus mangelndem Vertrauen in Notenbanken, der händeringenden Suche nach einer renditestarken Anlage und dem Glauben an etwas technisch vollkommen Neues macht die Bitcoin-Spekulation für viele Menschen attraktiv. Doch immer mehr Experten warnen vor einem Crash, durch den Anleger viel Geld verlieren könnten.

"Wolf of Wall Street" warnt vor Bitcoin-Handel

Einer der prominentesten Kritiker des Geschäfts mit Kryptowährungen ist Jordan Belfort. Er ist ehemaliger Börsenmakler und verwaltete Anlagen in Milliardenhöhe, wegen Verwicklungen in Wertpapierbetrügereien und Geldwäsche wurde er später zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Belfort war die Inspiration für den Film "Wolf of Wall Street" mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle.

Man könnte also sagen: Belfort kennt sich aus mit Finanztricks und Abzockereien. Umso hellhöriger sollte man werden, wenn er das Geschäft mit Digitalwährungen als "den größten Beschiss aller Zeiten" bezeichnet. Seine Kritik richtet sich vor allem gegen ICOs (Initial Coin Offerings). Dabei werden sogenannte Tokens verkauft, mit denen man bequem in Kryptowährungen investieren kann. ICOs sind extrem populär, mehr als 200 von ihnen haben gemeinsam über drei Milliarden Dollar eingesammelt, berichtet die "Financial Times".

Start-ups sehen ICOs als legitimes Modell zum Geldeintreiben, als unregulierte Methode des Crowdfundings. Doch Belfort sieht Parallelen zum "Pump and Dump"-Vorgehen ("Aufpumpen und Fallenlassen") der sogenannten Boiler Rooms - jenen Räumen, in denen dubiose Anlagestrategien ahnungslosen Kunden aufgequatscht werden. Die Devise lautet: "Aggressiv vermarkten, wenig in den Markt durchsickern lassen, Interesse schüren - vielleicht sogar mit Prominenten - und den Rest verkaufen, bevor die Preise kollabieren", fasst es die "Financial Times" zusammen. Damit verdienen Finanzexperten ein Vermögen, nur die einfachen Kunden sind am Ende die Dummen.

Die Taktik geht offenbar auf: "Jeder Mensch, sogar deren Großmutter, will nun mitmachen", sagt Belfort. "Ich sage nicht, dass etwas an der grundsätzlichen Idee von Kryptowährungen falsch ist." Es seien die Menschen, die involviert sind und die Idee verfälschen.

Winklevoss Facebook Zuckerberg

Belfort gibt seiner Familie und Freunden einen Rat: Bloß kein Geld in ICOs stecken. "Es ist der größte Beschiss aller Zeiten, er ist so groß, dass er jedem um die Ohren fliegen wird. Es ist schlimmer als alles, was ich jemals getan habe."

"Bitcoin wird den Weg von Nokia gehen"

Belfort ist nicht der einzige Experte, der vor den Risiken warnt. Daniel Saurenz, Finanzexperte von Feingold Research, sagt im Gespräch mit dem stern: "Auch wenn es die Fans von Bitcoin nicht gerne hören werden – ich tue mich mit dem Wort 'Währung' schwer. Denn eine Währung sollte eigentlich einen Hauch von Stabilität aufweisen, der Bitcoin glänzt bisher jedoch primär mit Volatilität." Langfristig glaubt er nicht an den Bitcoin: "Der Bitcoin wird den Weg von Nokia gehen und von einem überlegenen Konkurrenten abgelöst werden, so wie es den Finnen einst mit Apple passierte."