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Parce: Diese Gründer überlebten den Super-GAU - und stehen nun in der Höhle der Löwen

Parce macht mit einem Zwischenstecker auch ältere Geräte smart. Doch die junge Firma startete mit einem herben Rückschlag: Alle verkauften Geräte wurden zurückrufen - der Super-Gau. Jetzt will das Unternehmen einen Löwen locken. 

Parce in DHDL

Die Gründer von Parce, Nikolaj Klebert, Malte Janduda und Eugen Pflüger (v.l) in DHDL: Können die Gründer die Jury überzeugen?

Sie wagen sich in die Höhle der Löwen - doch was macht Parce überhaupt?

Unsere Produkte sind für jeden Haushalt geeignet, der Lust hat, smarte Produktsteuerung und smartes Wohnen einfach mal auszuprobieren. Derjenige will in der Regel nicht gleich groß in neue Elektrogeräte investieren. Und genau das kann er mit Parce Plus. Unser intelligenter Zwischenstecker ist mit rund 60 Euro erschwinglich und es können damit alle Elektrogeräte im Haushalt, die über ein Kabel in der Steckdose stecken, smart gemacht werden. Alles was der Kunde dazu braucht ist ein Endgerät von Apple und Wlan.

Parce ist seit 2016 auf dem Markt - doch rund lief der Markteintritt nicht...
Wir waren in einer besonderen Situation. Aufgrund eines mussten wir uns drei Monate nach dem Marktstart im August 2016 komplett neu orientieren und aufstellen. Als wir gerade anfangen und richtig Geld verdienen wollten. Das war bitter. 

Von Abflussfee bis Towell: "Die Höhle der Löwen": Das wurde aus den 34 Deals der abgelaufenen Staffel
Anne und Stefan Lemcke von der Gewürzmanufaktur Ankerkraut holten sich in der "Höhle der Löwen" Frank Thelen an Bord. Der Löwe investierte 500.000 Euro, sodass Produktion, Logistik und Online-Shop komplett überarbeitet werden konnten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 40. Mittlerweile ist Ankerkraut bei Rewe, Edeka und anderen Ketten gelistet. Allein im Oktober betrug der Umsatz eine halbe Million Euro.

Anne und Stefan Lemcke von der Gewürzmanufaktur Ankerkraut holten sich in der "Höhle der Löwen" Frank Thelen an Bord. Der Löwe investierte 500.000 Euro, sodass Produktion, Logistik und Online-Shop komplett überarbeitet werden konnten. Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 40. Mittlerweile ist Ankerkraut bei Rewe, Edeka und anderen Ketten gelistet. Allein im Oktober betrug der Umsatz eine halbe Million Euro.

Ein schwerer Schlag für ein junges Unternehmen.
Ja, das war ein herber Rückschlag für uns. So etwas bedeutet für ein junges Startup wie uns entweder das Aus oder den Neuanfang. Bei uns war es zum Glück letzteres. 

Was wer der Grund für den Rückruf?
Bei einigen Geräten konnten Sicherheitsmängel auftreten. Es war nichts passiert, aber die Mängel und die Möglichkeit eines Schadens wurden im Zuge regelmäßiger Produktkontrollen festgestellt. Das Dumme war, dass unsere Kunden nicht erkennen konnten, ob ihr Gerät betroffen war oder nicht. Das heißt, wir mussten alle Produkte zurückrufen, die wir in unseren ersten drei Monaten ausgeliefert hatten. Die Sicherheitsmängel kamen letztlich durch eine schlampige Zertifizierung zustande, die unsere Produktionspartner in Asien nach einem offiziellen Prüfkatalog und -verfahren vorgenommen hatten. So eine Selbstzertifizierung ist gängig, aber in unserem Fall haben wir einfach den falschen vertraut und ihre Prüfgenauigkeit überschätzt.

Was haben Sie danach geändert?

Das kam uns teuer zu stehen, aber wir haben daraus gelernt. Jetzt haben wir alle Produkte von Parce komplett selbst entwickelt und lassen sie in Deutschland produzieren und zertifizieren. Bei der Zertifizierung arbeiten wir mit dem VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) zusammen. Der VDE ist sozusagen die Champions League unter den Prüflaboren. Es gelten extrem strenge Normen und wir haben alle bestanden.

Warum machen Sie in "Die Höhle der Löwen" mit?

Wir wollten jemanden an Bord haben, der unsere langfristige Vision versteht und teilt. Aus den bisherigen Staffeln kannten wir als Hardware-Startup natürlich die Sendung "Die Höhle der Löwen". Schließlich hat uns ein Bekannter auf den Open Pitch aufmerksam gemacht, bei dem wir kurzentschlossen mitgemacht haben.

Haben Sie einen Lieblingslöwen?
Aufgrund ihres Hintergrunds, der Branchen, in denen sie investieren sowie ihres technischen Wissens sind es Carsten Maschmeyer und Frank Thelen.

Übt man den Pitch, bevor man in so eine Sendung mit Millionenpublikum geht?

Wir haben uns drei Wochen lang intensiv darauf vorbereitet. Haben uns andere Staffeln angeschaut, um zu sehen was gut ankommt und uns von anderen Präsentationen inspirieren lassen. 

Von Abfluss-Fee bis eBall: Das wurde aus den "Höhle der Löwen"-Gründern - einer ist jetzt Millionär
Einen äußerst unterhaltsamen Auftritt legte Abflussfee-Erfinder Karl-Heinz Bilz hin. Ralf Dümmel investierte 250.000 Euro für 35 Prozent der Anteile. Der Verkaufserfolg des innovativen Abflussstopfens mit Reinigungsstein ist gigantisch: Innerhalb von zwei Monaten wurden eine halbe Million Abflussfeen zum Stückpreis von 9,99 Euro ausgeliefert. Wie Herr Bilz die Abfluss-Fee erfand, schreiben wir hier.

Mit der Abfluss-Fee begeisterte Erfinder Karl-Heinz Bilz erst Investor Ralf Dümmel und dann die Kunden. Der Abflussstopfen mit Reinigungsstein wurde zum gigantischen Verkaufserfolg: Schon nach sechs Tagen waren 400.000 Stück verkauft. "Schon nach kurzer Zeit machte mich die Abfluss-Fee somit fast zum Millionär", sagte Bilz. Diese Schwelle dürfte er mittlerweile erreicht haben, denn insgesamt wurden bislang mehr als eine Million Abfuss-Feen verkauft, der Gesamtumsatz beläuft sich auf 14 Millionen Euro. Auf die faule Haut legt sich der Ü-60-Jährige aber nicht: Er erfindet weiter Produkte für den täglichen Hausgebrauch. (Wie Herr Bilz die Abfluss-Fee erfand, lesen Sie hier.)

kg
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