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Deutschland: Die Krise schlägt zu

Bislang erlebten die meisten Deutschen die Wirtschaftskrise als Monster, das irgendwo da draußen Milliarden verschlingt, aber nichts mit ihrem Leben zu tun hat. Das ändert sich gerade für viele: Job, Haus, Geld, Firma, Studium - alles scheint nun bedroht.

Von Stefan Schmitz

Manchmal scheint in diesen Tagen sogar ein wenig die Sonne. Das Gehalt ist bei Millionen Deutschen pünktlich auf dem Konto, der Geldautomat spuckt die gewünschten Scheine aus, und mit der EC-Karte gibt es jederzeit einen vollen Tank. Wer es schafft, keine Zeitung zu lesen, nicht fernzusehen und das Internet zu meiden, könnte meinen, es sei alles ganz normal in Deutschland. Aber Vorsicht. Aus den absurden Meldungen aus der Finanzwelt werden jeden Tag Schreckensnachrichten für Tausende. Im Kleinen passiert genau das, wovor von den Politikern bis zu den Wirtschaftsbossen alle unablässig warnen. Dass nämlich die Verwerfungen bei den Banken plötzlich ganz reale Folgen haben; dass es nicht mehr um Fantastilliarden in irgendwelchen Hedgefonds geht, sondern um das Geld zum Einkaufen im Supermarkt.

Noch ist es eine kleine Minderheit, die Jobs und Aufträge verliert, die plötzlich kurzarbeiten muss. Für Februar meldet die Bundesagentur für Arbeit einen Anstieg der Arbeitslosenzahl um moderate 63.000 im Vergleich zum Januar. Wohin der Trend geht, zeigt am ehesten die Zahl der Kurzarbeiter, die sich im letzten Quartal 2008 mehr als verdoppelt hat. Wie immer in schwierigen Zeiten, fliegen überall Leiharbeiter raus. Die Autoindustrie sehnt sich nach staatlicher Hilfe - und hängt dabei schon am Tropf der Abwrackprämie. Alles, wie die Kanzlerin sagen würde, keine "systemrelevanten" Ereignisse. Nur muss nicht gleich das ganze System zusammenbrechen, damit Menschen ihre Sicherheit, ihre Existenz, ihre Träume verlieren.

"Jetzt ist die Krise bei uns"

Nehmen wir Ilka Heger, 58, verheiratet, zwei große Kinder. Sie fährt seit mehr als einem Vierteljahrhundert als Binnenschifferin die Flüsse rauf und runter. Statt drei Transporte im Monat konnte sie im Januar und Februar nur je zwei ergattern - und das zu Preisen, die um 40 Prozent gesunken sind. "Unsere Kunden sitzen am längeren Hebel", sagt sie. Schiffsraum gibt es eben derzeit weit mehr als Ladung. Sie ist eine von denen, die es schon erwischt hat. Genauso der 24-jährige Leiharbeiter Christian Plewka, der erst aus einem Betrieb, in dem er Armaturen montierte, rausgeflogen ist und jetzt Cola-Flaschen stapelt für sechs Euro die Stunde. "Ich will einfach nur ein ganz normales Leben führen", sagt er. Oder Diana und Thorsten Ettelt, die ihr Haus verkaufen wollen, das in Zeiten wie diesen keiner haben will. Oder die schwäbische Hausfrau Corina Oesterle, Mutter von drei Kindern, deren Mann plötzlich kurzarbeiten muss. "Erst war es eine Krise der Banken, der Autoindustrie. Jetzt ist die Krise bei uns", sagt sie.

Sie ist auch bei der Studentin Tatjana Zahn, die immer weniger Jobs als Messehostess bekommt, deshalb schnell ihren Bachelor-Abschluss in internationaler Kommunikation machen und dann gleich Geld als Übersetzerin verdienen will - was schwierig werden dürfte. "Vielerorts gibt es bereits einen Einstellungsstopp", sagt die 28-Jährige. Auch wer einen Job hat, lebt unsicherer als zuvor. Bernd Mez, Maschinenbau-Unternehmer aus Reutlingen, musste sich schon vor seine Mitarbeiter stellen und sagen: "Wir haben eine Arbeitskapazität von 2500 Stunden in der Woche, aber nur noch Aufträge für 1000 Stunden." Die Kollegen schluckten, als er Entlassungen verkündete. "Auf der Betriebsversammlung war es totenstill. Keine Wut. Jeder weiß, wie es der Firma geht", berichtet Mez. Alles scheint auf einmal in Gefahr. Der Job und das Geld sowieso. Die Vermögensberaterin Jutta von Bargen von der Hamburger Volksbank fühlt sich in Kundengesprächen manchmal wie eine Seelsorgerin: "Wir müssen Trost spenden."

Ein Muster ist schwer zu erkennen

Es ist leicht, Menschen zu finden, die ganz konkrete Einbußen erleiden. Nur ein Muster ist schwer zu erkennen; irgendeine Gesetzmäßigkeit, die dabei helfen könnte, das Dickicht der Nachrichten und Schicksale zu durchdringen. Wen wird es treffen? Wer wird davonkommen? Und wie schlimm ist es wirklich? Genau weiß das niemand. Aber an ganz unterschiedlichen Stellen in Deutschland wird gedacht und gemessen, werden Prognosen erstellt und Strategien entworfen. Der beste Überblick scheint sich aus gehörigem Abstand zu den Aufgeregtheiten in den Ministerien und Banktürmen zu ergeben. Zum Beispiel in Kiel, wo der amerikanische Wirtschaftsprofessor Dennis Snower in einem Büro mit Blick auf die Förde sitzt und Sätze sagt, die so düster sind wie die Wolken über dem Wasser. "Die Menschen haben die Dimension der Krise noch nicht begriffen", glaubt der Präsident des renommierten Instituts für Weltwirtschaft.

Dann zählt er auf, was passiert und droht und wozu es noch kommen könnte. Alle Finger beider Hände braucht er dazu. Die Energieversorgung sei komplett ungesichert; die Iraner würden sich einen so niedrigen Ölpreis nicht lange gefallen lassen. "Sie haben jeden Anreiz und die Möglichkeit, die Weltwirtschaft zu destabilisieren." Dann die Osteuropäer. Sie stünden vor furchtbaren Belastungen, von denen auch wir im Westen einiges tragen müssten. Das Klima sei ein Riesenproblem, das nicht verschwinde, nur weil es andere Nachrichten gibt. In Russland und China drohten Unruhen wenn die Menschen dort wegen der Krise die Hoffnung auf ein wenig mehr Wohlstand verlören. Schließlich, zuerst und zuletzt: die Banken, das Finanzsystem, samt aller Schatten- und Nebenbanken.

Kein Plan für den Neuaufbau

Dort, sagt Snower, kokelt der Schwelbrand, der nicht gelöscht ist und jederzeit wieder aufflackern kann. "Je länger ein Gebäude brennt, desto schwerer ist der Schaden zu beheben. Derzeit pumpen wir unglaubliche Mengen Geld hinein, aber es brennt noch immer." Das macht ihn wütend: "So viel Geld. Fast ohne Bedingungen. Da werden die Historiker fragen, wie das möglich war." 500 Kilometer weiter südwestlich sieht der Psychologe Jens Lönneker solche Prognosen mit einem Schuss kölscher Gelassenheit. Lönnekers Rheingold-Institut hat mehrere Hundert Menschen intensiv zu den Folgen der Krise befragt. In winzigen Zimmerchen hocken die Untersuchungsobjekte ihren Befragern auf blauen Stühlen gegenüber. Eine Kamera ist fest installiert, die Grünpflanzen gucken traurig. "Der Arbeitscharakter ist gewollt", sagt Lönneker zu den Interviewstübchen.

Mit allen Finessen aus mehr als 20 Jahren Erfahrung kitzelt Rheingold Sorgen und Wünsche aus den Menschen heraus. Vor allem eines hören die Rheingold-Leute immer wieder: Von Professor Snower und seinen Kollegen wollen die Leute nichts mehr wissen. Ihr Bedarf an Horrorszenarien ist gedeckt. "Die Sehnsucht nach Rettung und Sicherheit ist groß", sagt Lönneker. Für Politiker ist das nicht leicht. Wenn sie unangenehme Wahrheiten verkünden, gefährden sie ihre Wiederwahl. Eine Stimmung "zwischen Normalitätsbeschwörung und Schockstarre" hat Lönnekers Kollege Stephan Grünewald in der Bevölkerung ausgemacht. Anders als der 11. September 2001 mit seinen furchtbaren Terroranschlägen sei die jetzige Krise schwer fassbar. Einstürzende Türme liegen irgendwann am Boden. Dann kann man wieder aufbauen. Aber jetzt stürzt offenbar etwas ein, das viel schwerer wieder aufzurichten ist. Und für dessen Neuaufbau es keinen Plan gibt.

"Das ist eine Zäsur"

Alte Vorstellungen davon, wie das Leben zu funktionieren habe, stoßen an Grenzen. Seit der Zeit der Studentenbewegung - 40 Jahre ist das her - sind die Freiräume für den Einzelnen gewachsen. "Jetzt merkt man", so Lönneker "dass das auch Kehrseiten hat." Der Ausgang aus dem selbst ausgedünsteten Muff habe eben auch zu Habgier und Egoismus geführt, und zwar nicht nur bei den Bankern, sondern bei uns allen. Die Menschen wollten Individualität und persönliches Wohlergehen, jedoch ohne die Risiken des entfesselten Glücksstrebens zu tragen, die jetzt so offensichtlich werden. "Das ist eine Zäsur." Ganz am Anfang seiner Karriere hat der Rheingold-Geschäftsführer eine Banklehre gemacht. Auch aus vielen Projekten kennt er die Geldmenschen. Wirklich böse spricht er nicht über sie. Sie hätten halt in einer Kultur gelebt, in der beschimpft wurde, wer keine Traumrenditen erzielte, und belohnt, wer das Risiko umarmte. "Das Irre ist, dass, wenn sich das ganze Getriebe in eine Richtung dreht, ich wenig dagegen machen kann, selbst wenn ich der Chef bin."

Wer nicht mitgemacht habe, sei aussortiert worden. Jetzt seien alle geschockt, dass der Markt eben doch nicht auf sich selbst aufpassen könne. Lönneker erinnert das an die Lage in der DDR in den Wendemonaten. Da hätten die alten Politbürokraten immer gesagt, wie schlimm es im Kapitalismus kommen könne. Keiner habe ihnen geglaubt - und als dann wirklich massenhaft die Arbeitsplätze verschwanden, sei das Staunen groß gewesen. Noch ist es nicht so weit. Noch immer ist die Beschäftigung in der Bundesrepublik höher als in den vergangenen Jahren. Nie wurde in Deutschland so viel gearbeitet wie 2008. Auch der Konsum hat nicht so gelitten, wie es zu erwarten war. Als geradezu trotzigen "Tanz auf dem Vulkan" beschreibt Grünewald die Entschlossenheit, mit der die Deutschen zu Weihnachten ihre Liebsten beschenkt haben.

Drei Gruppen von Haushalten

Merkwürdig ist das nur auf den ersten Blick. In Nürnberg, bei der Gesellschaft für Konsumforschung, überraschen die Zahlen niemanden. "Eine stabile, leicht steigende Tendenz" beobachtet GfK-Forscher Dirk Mörsdorf. "Wir gehen davon aus, dass wir zumindest im ersten Halbjahr 2009 steigende Konsumausgaben haben." Schließlich profitierten die Leute von fallenden Energiepreisen, Lohnerhöhungen und Rabattaktionen. "Da ist einiges zusammengekommen." Vor ihm flimmern Kurven über den Bildschirm, neben denen Wettersymbole stehen, von Schneesturm bis zu strahlendem Sonnenschein. Tiefer Frost herrschte in der Krise 2002 und 2003. Zurzeit steht die Kurve für das Konsumklima bei vereinzelten Schauern. Falls der Weltuntergang bevorsteht, ist er zumindest an der Kauflaune nicht abzulesen. Seit Monaten versuchen die GfK-Leute hochzurechnen, wen es in dieser Krise wohl wie schlimm treffen wird. Es ist kein Geheimnis, dass Leiharbeiter überall zuerst gehen müssen, exportabhängige Branchen wie die Autoindustrie besonders betroffen sind und die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes eher gelassen in die Zukunft blicken können.

GfK-Managerin Claudia Gaspar nennt drei Gruppen von Haushalten: die krisengefährdeten mit immerhin 18,7 Millionen Menschen. Bei ihnen machten sich Ohnmachtsgefühle breit, und beim Einkaufen komme es nur noch auf den Preis an. Dann eine große Gruppe von knapp 30 Millionen Bürgern, die in angespannten finanziellen Verhältnissen leben. "Die werden eher konventionelle statt Bioprodukte kaufen. Sie versuchen, mit ihrem Geld cleverer umzugehen." Und dann gibt es noch 18 Millionen Haushalte in Deutschland mit rund 34 Millionen Menschen, denen die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht viel anhaben können. "Denen geht es gut, und das wird wohl auch so bleiben." Erst ab Herbst erwartet die GfK, dass steigende Arbeitslosigkeit den Konsum drückt. Wobei die Angst um den Job ebenso auf der Stimmung lastet wie der tatsächliche Verlust. "Jeder zusätzliche Arbeitslose löst bei drei weiteren Arbeitnehmern Sorgen aus", sagt Gaspar.

Warnung vor dem großen Knall

Viel deutet darauf hin, dass das deutsche Sozialsystem die Krise erst mal abgebremst hat. Vor allem die Kurzarbeit schützt vor raschen und massenhaften Kündigungen, wie sie aus den USA gemeldet werden. "Es geht langsamer in die Krise hinein als anderswo", sagt der Wirtschaftswissenschaftler Snower. "Aber auch langsamer wieder hinaus." Die Zahlen, die die Statistiker fast täglich verkünden, lassen befürchten, dass uns das Schlimmste noch bevorsteht. Der Export lag im Januar über 20 Prozent unter dem Vorjahr. Kaum ein Land wird vom Austrocknen der Handelsströme so getroffen wie Deutschland, denn bei uns wird fast jeder zweite Euro mit Ausfuhren verdient. Da überrascht es nicht, dass der Ifo-Geschäftsklimaindex im Februar so tief rutschte wie nie zuvor in diesem Jahrzehnt. Bei den deutschen Maschinenbauern wurde zu Jahresbeginn rund 40 Prozent weniger bestellt als noch Anfang 2008. Konjunktur scheinen nur noch Propheten des Untergangs zu haben.

Selbst von Natur aus optimistische Menschen wie Anton F. Börner, der Präsident des Groß- und Außenhandelverbandes, warnen inzwischen vor dem ganz großen Knall. Börner hockt im Foyer des feinen "Frankfurter Hofes" zwischen den glitzernden Prachtbauten der Banken. Gegenüber liegt der Commerzbank-Tower mit seinen fantastischen Gärten in der Mittagssonne. Börner hat dort gleich einen Termin. Er kämpft darum, dass den Händlern nicht die Kredite aufgekündigt werden. Das würde sie zwingen, Vorkasse von Handwerkern zu verlangen, die aber erst zahlen können, wenn ihre Kunden gezahlt haben. Eigentlich, sagt Börner, seien die Probleme lösbar. Aber die Sache mit dem Kredit dürfe nicht schiefgehen. Dann gehe alles den Bach runter. Im Sommer könne es ganz eng werden. "Wir sitzen in einem Jumbo und wissen nicht, wo er hinfliegt", sagt der Verbandspräsident. Von der Wand schaut eine Nackte aus einem Gemälde des Barockmalers Nicolas Pierre Loir; es ist wie ein Gruß aus einer Zeit, in der schon einmal der Absturz so allgegenwärtig war wie die Gier.

Klagen auf sehr hohem Niveau

Vor Börners Earl-Grey-Tee stehen vier Silberdöschen. Je eines für weißen Zucker, braunen Zucker, Kandis und Süßstoff. Mangel sieht anders aus. Verglichen mit dem Desaster in Osteuropa oder den Einbrüchen in den USA könnte man sagen, wir klagen auf sehr hohem Niveau. Aber eines scheint trotzdem klar: Der Einbruch ist weit mehr als nur eine kleine Delle im immerwährenden Aufwärtstrend der Wirtschaft. Die Trendwende, lange für das zweite Halbjahr 2009 erwartet, könnte deutlich länger auf sich warten lassen. Und wie soll es dann weitergehen? Sollen die Banker wieder Höchstrenditen anstreben, weil Risiko doch schließlich Teil ihres Geschäfts ist? Geht das Rennen um die höchsten Aktienkurse, die fettesten Dividenden und die kühnsten Manager dann wieder von vorn los, als wäre nichts gewesen?

Lange war die Antwort darauf klar: natürlich. Nur so kann Wohlstand geschaffen werden. Unser ganzes System beruht darauf, dass jeder seinen eigenen Vorteil sucht. Das Ganze wurde dann mit viel mathematischem Aufwand untersucht, und heraus kamen Prognosen, die - wie heute erkennbar - nichts mit dieser Welt zu tun hatten. Auch dass die Staaten sich auf Generationen verschulden, um die Folgen der Gier einzudämmen, war in den Modellen nicht vorgesehen. Vielleicht ist es ja falsch, Antworten bei den Wirtschaftswissenschaftlern zu suchen. Vielleicht ist es an der Zeit, bei den Philosophen nachzufragen. Bei einem Männlein mit schütterem Haar und wachem Blick wie dem Münchner Jesuiten Michael Bordt. Er ist der Rektor der Hochschule für Philosophie, vor seinem Büro hängen großformatige Schwarz-Weiß-Bilder der streng dreinblickenden Vorgänger. Er wartet schon darauf, eines Tages auch hier zu hängen. Nicht wegen der Ehre, sondern wegen der Ruhe. Wenn es so weit sein wird, terrorisiert ihn kein Handy mehr, kommen weniger E-Mails, und er hat wieder mehr Zeit zum Nachdenken. Der Verzicht auf Status kann eben auch eine Chance sein, glücklicher zu leben.

Worauf es in der Krise ankommt

In einem schmalen Büchlein* hat Bordt aufgeschrieben, worauf es in der Krise ankommt. Vor allem solle man sich klar werden, was wirklich zu einem gelungenen und geglückten Leben zählt. Geld, schnelle Autos, beruflicher Erfolg und permanente Kampfbereitschaft gehören für Bordt nicht unbedingt dazu. Der Jesuit rät zu Gelassenheit, tiefen Freundschaften, sinnvoller Tätigkeit, ausreichend Schlaf und einem bewussten Umgang mit dem eigenen Körper. "Vieles von dem, was wir gemacht haben, war Mist", sagt er. "Das müssen wir uns eingestehen und die Konsequenzen daraus ziehen - als Gesellschaft und für jeden Einzelnen." Klingt wie Kirchentagsmusik, die jeder mitsingen kann. Aber so selbstverständlich ist es nicht: Josef Ackermann, der Chef der Deutschen Bank, kündigt schon wieder - als sei nichts gewesen - Eigenkapitalrenditen von über 20 Prozent an.

*Michael Bordt: "Was in Krisen zählt. Die Antworten eines Jesuiten auf die Fragen, die wir uns jetzt stellen". Zabert Sandmann, 7,95 Euro

Mitarbeit: Massimo Bognanni, Frank Donovitz, Ingrid Eißele, Rolf-Herbert Peters, Joachim Reuter, Mathias Rittgerott, Doris Schneyink, Elke Schulze

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