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"Finanztest": Früher in Rente? Für wen sich das finanziell lohnt

Früher mit dem Job aufhören, das wollen viele. Aber wegen drastischer Abschläge ist es häufig sehr teuer. Die "Finanztest" sagt, wann sich der frühe Ruhestand lohnt und wann nicht.

Von einem glücklichen Ruhestand träumen viele - doch häufig reicht die Rente kaum zum Überleben. 

Von einem glücklichen Ruhestand träumen viele - doch häufig reicht die Rente kaum zum Überleben. 

Getty Images

Politik und Wirtschaft träumen von längeren Lebensarbeitszeiten, doch viele Arbeitnehmer treibt eher um, wie sie früher in Rente gehen können und was das kostet. Für sie hat die "Finanztest" ein umfangreiches Spezial erstellt, dass anhand von Musterrechnungen Rentenhöhe und Abschläge erläutert.

Die Beispiele passen natürlich nicht auf jeden Leser, aber die Probleme und Berechnungen werden bei Beispielpersonen fassbarer als bei abstrakten Formeln. Den Gang zu einem Rentenberater ersetzt die Zeitschrift nicht, aber sie hilft, sich mit dem Thema vertraut zu machen,

Attraktiv, ohne Abschläge 

Früher in Rente gehen kann man mit 45 Beitragsjahren und auch schon nach 35 Beitragsjahren. Doch dann muss man mit Abschlägen rechnen. Bei der Gruppe "45-Beitragsjahre" ist die Sache relativ einfach, Finanztest spricht auch vom Königsweg in die Rente. Derzeit kann man noch mit 63 Jahren abschlagsfrei aufhören, schrittweise erhöht sich das Datum. Ab dem Jahrgang 1964 muss man bis 65 arbeiten, wenn man keine Abschläge in Kauf nehmen will. Entsprechend beliebt ist das Modell. Ein Drittel aller Neurentner im Jahr 2018 entschied sich für dieses Modell. In jedem Fall empfiehlt Finanztest, so lange zu arbeiten, bis die Rente abschlagsfrei ausgezahlt wird. Betrachtet man nur die Rente, lohnt es sich aber nicht, auch nur einen Monat länger zu arbeiten.

Abzüge addieren sich auf 

Doch auch schon mit 35 Versicherungsjahren kann man mit 63 in Rente gehen, dann muss man allerdings mit deutlichen Abschlägen rechnen. Bei der Beispielrechnung anhand einer fiktiven Musterfrau sind das immerhin 11,4 Prozent, zugleich sinkt die Rente, weil sie früher keine Beiträge mehr zahlt. Jeden Monat macht das in dem Beispiel 194 Euro weniger – und das bis zum Tod. Erreicht die Musterperson ein Alter von 83 Jahren sind das insgesamt fast 50.000 Euro weniger. Wird sie 93 kommt sie auf ein Minus von 75.000 Euro.

Rechnet man die Abschläge hoch, werden die drei Jahre, die jemand früher in Rente geht, tatsächlich sehr, sehr teuer.

Mit einer Sonderzahlung von etwa 41.000 Euro kann die Musterfrau diesen Nachteil ausgleichen. Ist das Geld vorhanden und liegen keine gesundheitlichen Probleme vor, die einen frühen Tod indizieren, lohnt sich das wahrscheinlich. Die Ausgleichszahlungen sollten aus Steuergründen auf mehrere Jahre gestreckt werden und schon in den Jahren vorgenommen werden, in denen noch eine merkliche Steuerlast vorliegt.

Geschönter Durchschnitt

"Finanztest" rechnet bei den Beispielen mit dem Einkommen des sogenannten "Eckrentners". Das ist eine fiktive Größe und bildet kurz gesagt das Durchschnittseinkommen aller Vollzeitbeschäftigten ab. Bei dieser Berechnung werden Teilzeitkräfte, Aufstocker, Minijobs und andere Kleinverdiener systematisch ausgeblendet. Man sollte sich also nicht von den hohen Renten blenden lassen, in vielen Fällen wird die zu erwartende Rente geringer sein.

In dem Extra von Finanztest werden weitere Fragen angesprochen, besonders interessant ist der Punkt "Was von der Rente übrig bleibt" – denn die Zeiten, in denen die Rente zu hundert Prozent ausgezahlt wurde, sind lange vorbei.

Heute fallen Steuern und Krankenkassenbeiträge an. Das Beispiel einer Gutverdienerin soll das illustrieren. Aus gesetzlicher Rente, Betriebs-, Riester- und Privatrente bekommt die Frau 2403 Euro. Geht sie im Jahr 2023 in den Ruhestand, bleiben davon nur noch 1928 Euro übrig. Man sieht: Wer besonders gut vorsorgt, wird geschröpft. Hier sind es fast 500 Euro "Abzüge" im Monat.

Gegen eine Gebühr können Sie das Spezial hier einsehen.

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