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Gebrauchtwagenmarkt Die Inflation treibt die Preise für Gebrauchtwagen nach oben – wir zeigen die günstigen Alternativen zu den beliebtesten Modellen

Ein VW Scirocco beim Gebrauchtwagenhändler.
Ein VW Scirocco beim Gebrauchtwagenhändler. Eine exklusive Analyse zeigt erstmals die Inflation im Gebrauchtwagenmarkt.
© Imago Images
Die Lage am Gebrauchtwagen-Markt hat sich in den letzten Monaten dramatisch geändert: Durch Lieferketten-Probleme und neue Strategien der Autohersteller sind Gebrauchtwagen stark nachgefragt – und die Preise schießen durch die Decke.

Eine exklusive Datenanalyse von stern und RTL mit Daten von Autoscout24 zeigt erstmals, wie enorm die Preise für die beliebtesten Automodelle der Deutschen in den letzten Monaten angestiegen sind.

So ist beispielsweise der VW Golf von 15.279 Euro im Jahr 2019 auf über 20.000 Euro in diesem Sommer angestiegen – eine Preissteigerung um mehr als 30 Prozent. Im Schnitt sind die Top 5 in diesem Segment (VW Golf, VW Tiguan, Audi A3 & Co.) um 28 Prozent teurer geworden.

Die gute Nachricht: In fast allen Segmenten gibt es vergleichbare Modelle, die qualitativ mithalten können, aber im Preis bislang weniger stark angestiegen sind. Wir zeigen die günstigsten Alternativen zu den am heißesten begehrten Gebrauchtwagen der Deutschen.

Alternativen zum Polo – gebrauchte Kleinwagen zum günstigen Preis

Wer hauptsächlich in der Stadt unterwegs ist und nur kleinere Einkäufe transportieren möchte, greift gerne bei Polo, Fiesta, Corsa & Co. zu. In diesem besonders preissensitiven Segment sind die Preise stark angestiegen. Dennoch gibt es hier Schnäppchen zu machen: Als günstige Alternativen kommen hier Fiat Seicento, Peugeot 206 und Peugeot 207 in Frage.

Alternative zum Golf – günstige Kompakte

Der Golf gehört seit Jahren zu den beliebtesten Autos in der deutschen Zulassungsstatistik. Wer einen verlässlichen Kompakten sucht, landet oft beim Modell der Wolfsburger. Ein echter "Volkswagen" ist der Golf beim Preis zwar schon lange nicht mehr – in den letzten Monaten ging es aber kräftig noch weiter nach oben.

Als günstige Alternative zu Golf, Opel Astra und Ford Focus lohnt sich ein Blick auf Alfa Romeo 147, Chrysler PT Cruiser und Peugeot 307.

Alternativen zum Audi A4 – Mittelklasse-Schnäppchen

Wer die Familie und etwas mehr Gepäck transportieren möchte, wirft gerne einen Blick auf Audi A4 & Co. Die Modelle sind zwar teurer als in der Kompaktklasse, für viele Familien aber immer noch erschwinglich. Trotzdem zogen auch hier die Preise in den letzten Monaten kräftig an.

Preiswerte Alternativen zu Audi A4, VW Passat, 3er-BMW, Mercedes C-Klasse & Co. sind unter anderem diese Modelle: Alfa Romeo 159, Chrysler Stratus und Peugeot 407.

Alternativen in der oberen Mittelklasse

Sowohl bei Privatpersonen als auch bei Unternehmen sind Modelle aus der oberen Mittelklasse beliebt. E-Klasse, 5er-BMW und Audi A6 bieten häufig schon luxuriösen Komfort und hochwertige Qualität. Das hat allerdings seinen Preis: Im Schnitt kosten die Autos aktuell 34.000 Euro, seit 2019 sind die Modelle sogar um 26 Prozent teurer geworden.

Das Angebot in der oberen Mittelklasse ist vergleichsweise gering: Viele Hersteller haben in diesem Segment keine Autos mehr im Angebot, so dass die Suche nach Alternativen schwierig wird. Dennoch bieten sich auch hier günstige Modelle wie der Volvo 850 an, der aktuell noch für ca. 6000 Euro zu haben ist.

Alternativen in der Oberklasse

Im Premium-Segment fühlen sich deutsche Autohersteller besonders wohl: S-Klasse, 7er-BMW und Audi A8 sind in der Oberklasse die Aushängeschilder der Automobilbranche – allerdings zu einem gehobenen Preis. Das gute: In diesem Segment produzieren die Hersteller immer noch sehr viele Neuwagen. Dadurch sind auch die Gebrauchtwagenpreise nur relativ moderat um 16 Prozent gestiegen.

Alternativen zu Audi, BMW und Mercedes finden sich unter anderem bei exotischeren Modellen wie dem Hyundai Genesis:

Tipps für die Gebrauchtwagen-Suche vom Experten

Wer sich auf einen Hersteller festgelegt hat, kann trotz gestiegenen Gebrauchtwagenpreisen mit einigen einfachen Tipps dennoch Geld sparen. Stefan Schneck, Vertriebschef bei AutoScout24, empfiehlt dafür, Suchaufträge auf Fahrzeug-Plattformen einzustellen. Dort können schon direkt Einstellungen zum Budget vorgenommen werden und die Suche ist einfacher als bei Kleinanzeigen.

Ein weiterer Tipp vom Experten: "Käuferinnen und Käufer mit etwas mehr Kenntnis im Automobilmarkt können besonders auf die letzten Serien vor sogenannten 'Facelifts' oder ganzen Modellwechseln achten. Denn die Vor-Facelift-Modelle werden oftmals mit spürbaren Preisvorteilen verkauft." Qualitativ unterscheiden sich diese Modelle oft kaum und optisch zum Teil nur in Details wie anderen Scheinwerfern, Stoßstangen und Spoilern.

Für Neuwagenläufer empfiehlt Schneck, auf Leasing-Spezialangebote zu setzen. Kurzfristig können außerdem flexiblere Besitzmodelle wie beispielsweise ein Auto-Abo zur Überbrückung genutzt werden.

tvm

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