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Erneuerbare Energien: Jühnde - ein Dorf im Biogasboom

Das Dorf Jühnde in Südniedersachsen produziert als erster Ort in Deutschland seine gesamte Energie selbst aus Biomasse. Und sogar viel mehr, als die 760 Einwohner eigentlich bräuchten. Damit wird Jühnde zum Mekka für Bioenergiefans aus aller Welt.

Von Felix Disselhoff

Angesichts der hohen Preise für Öl und Gas können sich die Jühnder freuen. Ihre Heizkosten orientieren sich am Heizölpreis des Jahres 2002: Pro Liter 35 Cent, heute 68 Cent. Für die steigenden Gaspreise interessieren sich die 760 Einwohner herzlich wenig. Wer sich das Dorf nahe Göttingen genauer anschaut, erkennt, dass aus den Häusern in Jühnde, aus den Schornsteinen, kein Rauch kommt. Jühnde ist nicht ein Dorf irgendwo in Süd-Niedersachsen, sondern unter Branchenkennern weltweit berühmt. Jühnde ist in Deutschland der erste Ort, der seinen Energiebedarf vollständig aus regenerativen Energien abdeckt.

"Wir wollen noch größer werden"

In einer Biogasanlage unweit vom Ort gären unter einer verdeckten Haube Biogase vor sich hin und erzeugen für die Bewohner preiswerte Nahwärme. Angefangen hatte alles vor zehn Jahren. Die Universität Göttingen suchte einen Partner für ein einzigartiges Nahwärmeprojekt. 21 Gemeinden im Umkreis von Göttingen fragte man an, 17 zeigten Interesse, doch nur Jühnde blieb übrig. "Als die damals auf mich zukamen, musste ich mich selbst erstmal schlau machen", erinnert sich Ex-Bürgermeister August Brandenburg. "Die Probleme waren auch enorm. Starkes Gefälle, die Hydraulik musste mitmachen. Das war alles nicht billig." Für den Anschluss an das Nahwärmenetz musste jeder Abnehmer 1000 Euro Gebühren zahlen. Zudem musste jeder Kunde drei Genossenschaftsanteile von je 500 Euro an der "Bioenergiedorf Jühnde eG" erwerben. Die eingetragene Genossenschaft betreibt bis heute die Biogasanlage, das angeschlossene Kraftwerk, das Nahwärmenetz und für besonders kalte Tage noch ein Holzhackschnitzel-Heizwerk. "Für die Genossenschaft haben wir uns damals entschieden, weil dann jeder gleichberechtigt mitbestimmen kann. Das ist demokratisch", sagt Brandenburg.

Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Mittlerweile produziert die Anlage doppelt so viel Strom, wie das Dorf benötigt. Die Entwicklung bleibt trotzdem nicht stehen. "Wir wollen jetzt noch größer bauen und haben schon Land dazugekauft. Zur Reinigung und Trocknung des Gases haben wir einen Prototypen von einem Unternehmen angekauft, um den Abgasausstoß zusätzlich zu reduzieren."

Ein Dorf versorgt sich selbst

Dabei ist die Wärme eigentlich ein Abfallprodukt bei der Gewinnung von Biogas. Wie funktioniert die Technik überhaupt? In erster Linie mit Pflanzenkraft: Die ansässigen Landwirte bauen auf etwa 18 Prozent der Agrarflächen des Dorfes Energiepflanzen wie Raps, Mais oder Gras an. Weil die Pflanzen schon im Grünstadium genutzt werden, können die Bauern teilweise zwei Mal im Jahr ernten. Die Grünmasse wird durch Vergären konserviert und zusammen mit der Gülle des Viehs in die Biogasanlage eingespeist. Dort zersetzen Bakterien den Brei zu dem Biogas Methan, das im benachbarten Blockheizkraftwerk einen Gasmotor antreibt. Die dabei entstehende Elektrizität fließt in das Netz des regionalen Energieversorgers. Die frei werdende Wärme geht über ein unterirdisches Leitungssystem direkt in die Häuser. Zusätzliche Wärme liefert ein Holzhackschnitzel-Heizwerk durch die Verbrennung von Restholz aus den umliegenden Wäldern.

Das Dorf versorgt sich also selbst. Bauern werden ihre Abfälle los, Waldbesitzer ihr Altholz und die Bürger sparen das Geld für Schornsteinfeger, teure Wärmepumpen beim Neubau oder eine neue Ration Heizöl. Die Biogasanlage produziert mit etwa vier Millionen Kilowatt-Stunden ungefähr doppelt so viel Elektrizität, wie das Dorf selbst verbraucht. Zudem werden die Kohlendioxid-Emissionen pro angeschlossenem Bewohner um 60 Prozent gesenkt. Und: Das Geld für die Energie fließt weder ins Ausland, noch an Energiekonzerne, sondern bleibt in der Region und bietet damit auch den Landwirten eine langfristige Perspektive. Der Strom wird für 17 Cent pro Kilowattstunde ins Netz eingespeist. Dadurch treibt die Anlage jährlich über 600.000 Euro ein. "Schließlich haben wir hohe Kredite aufgenommen. Nur 28 Prozent von den 5,1 Millionen Euro an Investitionskosten wurden bezuschusst", erklärt Brandenburg. Die Einwohner selbst musste sich für Ihr Biomassekraftwerk nicht verschulden. Im Gegenteil: Verglichen mit den hohen konventionellen Energiepreisen spart ein durchschnittlicher Haushalt in Jühnde bis zu 750 Euro pro Jahr.

Viele Gemeinden ziehen nach

So viel Nachhaltigkeit wurde natürlich gefördert. "Wir bekamen Zuschüsse von der Gemeinde, vom Landkreis, vom Land selbst und sogar vom Bund", erklärt Brandenburg. Der ehemalige Bürgermeister hat seinen Posten im Aufsichtsrat der Genossenschaft mittlerweile aufgegeben. Dafür führt er jetzt beinahe täglich interessierte Besucher aus aller Welt durch die Anlagen und erklärt chinesischen Delegationen, wie man in Süd-Niedersachsen nachhaltig wirtschaftet. Dazu wurde eine Genossenschaft gegründet. Wirtschaftet diese gut, tragen die gekauften Anteile Zinsen. 70 Prozent der Einnahmen kommen aus dem Verkauf von Strom, der Rest aus Wärme. Wer die erneuerbare Nahwärme nutzen will, muss sich in die Genossenschaft einkaufen: 1000 Euro für die Anschlussgebühr und je drei Genossenschaftsanteile für insgesamt 1500 Euro. Für Brandenburg kein rausgeworfenes Geld, sondern eine Investition in die Umwelt: "Wir sind wie ein Betrieb, der sich ständig verbessert. Mit unserer Anlage haben wir 7000 Liter Heizöl im letzten Jahr verbraucht, aber im Dorf wurden 350.000 Liter eingespart."

Mit den steigenden Energiepreisen nahm über die Jahre auch das Interesse an dem gut funktionierenden Bioenergiedorf zu. Seit seinem Start im Jahr 2005 iist der Ort das Ziel von Delegationen aus aller Welt. "Das Interesse kommt aus allen Richtungen", sagt Brandenburg.

Der Erfolg gibt der kleinen Gemeinde Recht. Viele Dörfer haben nachgezogen. 14 Monate lang wurden im südniedersächsischen Reiffenhausen Gräben ausgehoben, Rohre verlegt und Baumaterial transportiert. Mittlerweile sind die Bauarbeiten für die zentrale Wärmeversorgung aus nachwachsenden Rohstoffen abgeschlossen. In Ebbinghof, dem ersten Bioenergiedorf in Nordrhein-Westfalen, wird sogar fünf mal soviel Energie erzeugt, wie das Dorf selbst benötigt. Und auch die Nachbargemeinden Krebeck und Barlissen werden zu Bioenergiedörfern.

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
  • Felix Disselhoff