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Ärztestreik: 28 Unikliniken liegen lahm

Der Beteiligung an den Ärztestreiks geht noch lange nicht die Puste aus: Streiks an 28 Klinikstandorten sollen den bisherigen Rekord brechen. Bei erfolglosen Verhandlungen drohen noch extremere Ausfälle.

Der Marburger Bund hat für heute eine Rekordbeteiligung an den Ärztestreiks angekündigt. Insgesamt soll an 28 Klinikstandorten gestreikt werden. Als spektakulärste Aktion wird in Berlin eine Großdemonstration stattfinden. Den Angaben zufolge steht sie unter dem Motto: "Weltmeister-Medizin ohne Ärzte?". Damit wollen die Ärzte deutlich machen, notfalls auch während der Fußball-WM in Deutschland zu streiken.

Bereits am Dienstag waren den Angaben der Medizinergewerkschaft zufolge 6.300 Ärzte im Ausstand. Der Sprecher des Marburger Bundes, Athanasios Drougias, sagte, die ursprünglich als Sondierungsgespräch vereinbarte nächste Runde mit der Tarifgemeinschaft der Länder am Freitag in München werde von der Organisation nun als Verhandlungsrunde hochgestuft. Er begründete das mit den Fortschritten, die Ende vergangener Woche gemacht worden seien.

Wochenweise Streiks angedroht

Drougias drohte jedoch gleichzeitig, ab 15. Mai bei weiterhin erfolglosen Verhandlungen wochenweise zu streiken. Bislang findet donnerstags und freitags normaler Klinikbetrieb statt. Rund 6.300 Klinikärzte streikten am Dienstag nach den Angaben des Marburger Bundes. Erstmals traten auch Ärzte des Dresdner Uniklinikums in den Ausstand. An einer Demonstration durch die Innenstadt beteiligten sich nach Polizeiangaben mehr als 300 Mediziner. Sie forderten bessere Arbeitsbedingungen und die Anhebung ihrer Gehälter um 30 Prozent.

Am Nachmittag sollten auch in Leipzig die Ärzte des Uniklinikums erneut streiken. Geplant waren ein Fahrradkorso und ein Fußball-Turnier auf dem Augustusplatz. Den Angaben zufolge waren an Unikliniken und psychiatrischen Landeskrankenhäusern von Freiburg bis Königslutter rund 6.300 Ärztinnen und Ärzte im Streik. Viele von ihnen wollten am Mittwoch zu der in Berlin geplanten Demonstration anreisen.

AP / AP