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EU-Vergleich: Frauen fallen bei Löhnen weiter zurück

Die Lohnschere bei Männern und Frauen ist 2008 weiter auseinandergeklafft. Laut Angaben der EU betrug die Differenz der Stundenlöhne 23 Prozent - ein Prozentpunkt mehr als im Vorjahr. Deutschland gehört damit zu den traurigen Spitzenreitern in Europa.

Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch deutlich weniger als die Männer. Im vergangenen Jahr ist das Lohngefälle sogar um einen Prozentpunkt auf 23 Prozent gewachsen

Frauen verdienen im Durchschnitt immer noch deutlich weniger als die Männer. Im vergangenen Jahr ist das Lohngefälle sogar um einen Prozentpunkt auf 23 Prozent gewachsen

Der Durchschnittsverdienst von Frauen in Deutschland hat im Jahr 2008 noch niedriger als 2007 unter dem der Männer gelegen. Wie der EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla der Tageszeitung "Die Welt" sagte, betrug die Differenz des Stundenlohns von Frauen und Männern 23 Prozent; 2007 waren es 22 Prozent gewesen.

"Damit gehört Deutschland nach wie vor zu den Staaten mit der größten Ungleichheit bei der Bezahlung von Männern und Frauen. Nur in Österreich, den Niederlanden, Zypern, Tschechien und Estland sind die Unterschiede noch größer", sagte Spidla.

"Frauen verdienen in der EU im Durchschnitt 17,4 Prozent weniger als Männer", berichtete der ehemalige tschechische Ministerpräsident. 2007 waren es 15 Prozent. Spidla betonte, dass es dabei im Allgemeinen aber nicht um die unterschiedliche Bezahlung für gleiche Arbeit gehe. Ein wichtiger Grund für die Ungleichheit sei vielmehr die hohe Teilzeitquote von Frauen.

Der EU-Kommissar forderte die Arbeitgeber auf, das Prinzip "Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" auch wirklich anzuwenden und qualifizierten Frauen den Zugang zu Führungspositionen zu ermöglichen. Gerade in Krisenzeiten sei es für Unternehmen wichtig, das Potenzial von Frauen zu nutzen.

Spidla betonte, dass Frauen in der EU im Durchschnitt über eine bessere Ausbildung als Männer verfügen. "Viele Frauen haben eine exzellente Ausbildung, die Mehrzahl der Universitätsabschlüsse wird heute von Frauen und nicht von Männern gemacht." Häufig müssten Frauen aber zu Hause arbeiten, Kinder versorgen oder Angehörige pflegen.

"Im EU-Durchschnitt arbeitet der Mann sechs Stunden pro Woche im Haushalt, die Frau dagegen 25 Stunden. 31 Prozent der Frauen arbeitet Teilzeit, das ist vier Mal so viel wie bei Männern", berichtete Spidla.

DPA / DPA