HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

Frank Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wie eine Aufpass-Omi mich im Eiscafé begeisterte

Kinderbetreuung ist ein Problem. Gerade für berufstätige Alleinerziehende. Ein interessantes Modell wie es gehen kann, saß kürzlich im Eiscafé am Nachbartisch und hat mich begeistert.

Im Eiscafé lernte Frank Behrendt eine Erstklässlerin und ihre Aufpass-Omi kennen

Im Eiscafé lernte Frank Behrendt eine Erstklässlerin und ihre Aufpass-Omi kennen

Das Lachen des ungleichen Pärchens war so laut, dass die anderen Gäste sich umdrehten. Und sie sahen nicht belustigt aus. Nur ich war der mitlachende Fels in der Brandung zwischen lauter angespannten Gesichtszügen.

Wo sind wir eigentlich hingeraten, wenn viele Zeitgenossen Kinderlachen als störend empfinden? Anyway. Das helle Lachen kam aus dem Hals einer kleinen Pippi-Langstrumpf-Wiedergeburt, offenbar im gleichen Alter wie meine jüngste Tochter Holly. Sie ist sechs. Unschwer zu erraten, denn das Thema der beiden Quietschvergnügten war der Lernstoff aus der ersten Klasse. Gemeinsam mit der lustigen Erstklässlerin lachte eine weißhaarige Oma mit. Die beiden suchten Worte mit "o": Oma, Opa, Otto, Ostern.

Besonders witzig fand ich, wie die nette Oma der bezopften kleinen Schülerin das kleine "o" mit Daumen und Zeigefinger in der Luft vormachte, damit diese es brav im blauen Schulheft aufschreiben konnte. Wir kamen ins Gespräch, denn ich saß mit dem Notebook beim Espresso am Nebentisch. Das mache ich öfter, mitten drin im normalen Leben zu arbeiten. Mich inspiriert das. Bestseller-Autor Frank Schätzing macht das genauso, ich saß kürzlich neben ihm.

Die echten Enkel wohnen weit weg

Das Gespräch mit der älteren Dame ergab, dass sie gar nicht die richtige Oma der Kleinen war. "Das ist meine Aufpass-Omi", bemerkte das Kind spitzfindig. Die Part-Time-Oma wohnt in der Nachbarschaft des Mädchens, ihr einziger Sohn lebt mit der Familie weit entfernt in Venezuela. Sie vermisst ihre echten Enkel, denn mit Skype kann man schlecht kuscheln, sagte sie mir etwas melancholisch.

Deshalb hat sie der alleinerziehenden Mama der kleinen Pippi angeboten, sich nach der Schule um die Kleine zu kümmern. Geld bekommt sie keins, das Lachen des Kindes wäre Lohn genug, sagt sie. Was für ein bemerkenswertes Modell. Gebaut auf Nächstenliebe, Aufmerksamkeit und Generationen übergreifendem Zusammenhalt.

Ich finde, das sollte Schule machen in unserer immer anonymer werdenden Gesellschaft. Nach eine Weile legte die Kleine den Kopf an die Schulter der alten Dame und sagte: "Können wir jetzt Puppen spielen?". Die Aufpass-Omi nickte und zahlte. Als die beiden Hand in Hand über den sonnengefluteten Platz davongingen, winkten sie mir über die Schulter noch einmal zu. Und ich meine dabei ganz klar gesehen zu haben, dass beide ein kleines "o" mit Daumen und Zeigefinger in die Luft hielten.

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.