HOME

Stern Logo Stern-Stimmen

F. Behrendt: Der Guru der Gelassenheit: Wie ich an der Nordsee die Südsee lieben lernte

Vor 34 Jahren schwänzte Frank Behrendt seine eigene Abitur-Abschlussfeier in Cuxhaven, weil er lieber in Kanada mit einem Kanu in den Sonnenuntergang paddeln wolle. Jetzt entdeckte er in seiner alten Heimat hinterm Deich einen ähnlich magischen Ort.

Zu Besuch bei "Südsee-Wassersport" hinterm Deich in Otterndorf an der Nordseeküste

Zu Besuch bei "Südsee-Wassersport" hinterm Deich in Otterndorf an der Nordseeküste

Als ich Anfang der 70er Jahre mit meinen Eltern und Geschwistern ins Nordseebad Otterndorf an der Nordseeküste zog, gab es am See Achtern Diek einen kleinen Kiosk und einen Zigarettenautomaten. Inzwischen hat sich der idyllische Ort, dessen Wappentiere zwei spielende Otter sind, zu einer attraktiven Tourismusregion weiterentwickelt, ohne dabei seinen früheren Charme zu verlieren.

Hinterm Deich stehen jetzt jede Menge schmucke Ferienhäuser, es wird den Gästen allerhand geboten. Am Badesee, wo die größten Attraktionen einst der braune Bär, Dolomiti und Nogger von Langnese waren, hat Andre "Hardy" Hartkens ein Sport- und Erholungs-Paradies geschaffen. "Südsee-Wassersport" hat er es genannt. Hardy ist ein cooler Typ, "Hang Loose & Aloha aus Otterndorf" steht auf seinen Werbe-Aufklebern.

Wassersport war in der Familie Hartkens schon immer ein großes Thema. Später zog es Hardy als Surflehrer in die Welt. Malediven, Karibik, Südamerika - überall wo es himmelblaues Meer, einen guten Wind und ausreichend Sonne gab, war er gerne. Irgendwann während seiner Katamaran-Ausbildung in Kiel rief sein Vater an, berichtete von der Chance, am Badesee in Otterndorf etwas aufzubauen. Der kleine Ort an der Nordseeküste sagte ihm zwar zunächst nichts, aber er fand dort das, was er zum Leben brauchte: Ein Stück Freiheit und Aloha-Feeling.

Ganz klein fing alles an, ein Holzhaus, ein Surfbrett, ein paar Kanus und Tretboote. Es wurden immer mehr. Er baute an, eine kleine Bar, Stege und Sitzecken. Es gibt wunderbare Pizza, kühle Drinks und einen malerischen Sonnenuntergang am Wasser. Hinter der Bude hat Hardy Bänke gebaut, darauf liegen bunte Chill-Kissen. "Den kleinen Strand dazu habe ich mir letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt", erzählte mir der braungebrannte Mann mit dem Stroh-Cowboyhut und grinste. 

Vor ein paar Jahren traf Hardy Didi, einen urigen Typen, der im Herzen ein ewiger Rock'n'Roller ist. Von einer Session mit den Jungs aus dem Panikorchester von Udo Lindenberg schwärmt er heute noch mit glänzenden Augen. Didi macht Surfer-Armbänder, direkt im Holzhaus, nach Farb-Wunsch der Kunden. Für mich bastelte er ein blaues.

Als ich so dasaß hinter der Bude und durch das Schilf in die untergehende Sonne schaute, da war ich plötzlich wieder im Sommer 1983 an einem See in Kanada. Neben mir Mike aus Brighton, der mir mit einer Astgabel sein Lebensmotto in den Sand schrieb: "Life is great." Es ist inzwischen auch mein Credo geworden. Hardy hat mit der Südsee am See hinterm Deich in Otterndorf einen Ort geschaffen, der genauso ist wie er selbst: besonders liebenswert. 

Instagram-Star "Babushka_1927": Diese Frau ist 90 und reist um die Welt - das ist ihr Geheimnis
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.