Metallindustrie Verhandlungen über Altersteilzeit gescheitert


Nach einem Verhandlungsmarathon sind die Gespräche zwischen IG Metall und Arbeitgebern in Baden-Württemberg. Knackpunkt war eine neue Regelung zur Altersteilzeit. Die jetzige Lösung läuft Ende 2009 aus. Hunderttausende Metaller hatten bereits an Warnstreiks teilgenommen.

Nach den gescheiterten Verhandlungen über eine neue Altersteilzeit in der Metall- und Elektroindustrie stehen die Zeichen auf Sturm. Der baden-württembergische IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann kündigte nach den ergebnislosen mehr als siebenstündigen Gesprächen "eine Verschärfung des Konfliktes" an.

Bislang hatten bundesweit mehr als 300.000 Metaller an Warnstreiks für eine Anschlusslösung für die noch bis Ende 2009 staatlich geförderte Altersteilzeit teilgenommen. Das offene Thema wird womöglich mit der Entgeltfrage, die mit der Forderung der IG Metall im September in den Mittelpunkt rückt, vermengt. Beide Seiten betonten, im Südwesten mache ein Fortsetzen der Gespräche derzeit keinen Sinn.

Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Gewerkschaftskreisen erfuhr, war der Hauptstreitpunkt die Obergrenze für Beschäftigte in Altersteilzeit pro Betrieb. Nach einer Einigung auf insgesamt vier Prozent pro Betrieb hätten die Arbeitgeber für Unternehmen ohne Schichtarbeiter nur noch eine Quote von zwei Prozent durchsetzen wollen. Das sei für die Gewerkschaft nicht akzeptabel gewesen.

In der siebten Runde hatten die Tarifparteien eine für alle Tarifbezirke richtungsweisende Anschlussregelung für die noch bis Ende 2009 staatlich geförderte Altersteilzeit finden wollen. Mit dem Misserfolg in Böblingen erscheint ein Pilotabschluss für die Branche mit bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten in weite Ferne gerückt.

Nächste Woche soll es weitergehen

Der tarifpolitische Vorstand von Gesamtmetall wird nach Angaben von Südwestmetallchef Stefan Roell am kommenden Mittwoch entscheiden, "wer, wann, wo, was mit der IG Metall besprechen soll". Er fügte hinzu: "Die Gespräche hier sind beendet. Ich gehe nicht davon aus, dass sie in Baden-Württemberg wieder aufgenommen werden."

Die IG Metall ruft am Montag in Sindelfingen (Kreis Böblingen) ihre Große Tarifkommission zusammen. Das Gremium soll über das weitere Vorgehen entscheiden.

Bislang konnten Metall-Beschäftigte vom 57. Lebensjahr an in eine sechsjährige Altersteilzeit gehen und dabei 82 Prozent ihres bisherigen Nettojahreseinkommens für die Hälfte der Arbeitszeit beziehen.

DPA DPA

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