Streik Klinikärzte gehen baden


In drei Bundesländern sind Klinikärzte erneut auf die Straße gegangen, um für bessere Arbeitsbedingungen und eine Gehaltserhöhung zu protestieren. Um ihren Unmut zu demonstrieren, sprangen einige sogar in den Neckar.

Einen Tag vor der Sondierungsrunde zwischen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und dem Marburger Bund (MB) hat der Klinikärzteverband die Streiks an den Universitätskliniken fortgesetzt. Betroffen von dem Protest der Mediziner waren Krankenhäuser in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Bayern, teilte der MB mit. Die Versorgung der Patienten sei durch Notdienstvereinbarungen gesichert, hieß es.

Die Ärzte protestieren gegen ihre Arbeitsbedingungen und fordern 30 Prozent mehr Gehalt. Der MB erwartet von dem Sondierungsgespräch am Mittwoch ein deutlich verbessertes Verhandlungsangebot der TdL unter Vorsitz von Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU). "Herr Möllrings Zahlenspiele der vergangenen Tage sind diskussionsunwürdig", stellte der MB-Vorsitzende Frank Ulrich Montgomery fest. Sie liefen im besten Fall auf eine Nullrunde hinaus. Der Verband teilte weiter mit, der Druck auf die TdL nehme mit der Dauer der Streiks und der Einnahmeausfälle der Kliniken erheblich zu.

"...mit der Klinik geht's den Bach runter!"

In Köln, Düsseldorf und Essen wurde der Arbeitskampf fortgesetzt. An der Uniklinik Münster, die erstmals bestreikt wurde, beteiligten sich nach Verbandsangaben mehr als 200 Ärzte an einem Protestzug. In München gingen rund 500 Mediziner auf die Straße. Auf Transparenten hieß es: "Leistungsgerechte Bezahlung auch für Ärzte" und "Freizeit weg, Geld weg, Arzt weg". Auch in Erlangen demonstrierten die Mediziner.

In Tübingen schwammen nach Angaben eines Ärztesprechers 30 bis 40 Mediziner unter dem Motto "...mit der Klinik geht's den Bach runter!" in weißen Kitteln durch den Neckar. "Es war kalt, aber erfolgreich", sagte Ärztesprecher Martin Weinmann. Auch in Ulm, Heidelberg und Freiburg gingen die Streiks weiter. In Ulm zogen die Hochschulmediziner vor die Klinikverwaltung, um gegen den "massiven" Druck zu protestieren, der nach Angaben eines Ärztesprechers von der Klinikleitung und einigen Chefärzten auf die streikenden Ober- und Assistenzärzte ausgeübt wird.

DPA DPA

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