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Vorstandsgehälter: Aktionärsschützer plädieren für Offenlegung

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz hat die im deutschen Aktienindex notierten Unternehmen erneut aufgefordert, die Vorstandsbezüge offen zu legen.

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) hat die im deutschen Aktienindex notierten Unternehmen erneut aufgefordert, die Vorstandsbezüge offen zu legen. DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker sagte am 23. März in Frankfurt, die Veröffentlichung sei wichtig, um die Entwicklung der Gehälter mit der Entwicklung der Gewinne vergleichen zu können. Transparenz werde in der kommenden Hauptversammlungssaison das dominierende Thema sein, sagte Hocker. In diesem Jahr werden nach seinen Angaben 10 der 30 DAX-Firmen in ihren Geschäftsberichten die Zahlen nennen, im Vorjahr waren es sechs.

Post legt Vorstandsvergütung offen

Unterdessen kam die Deutsche Post dem Wunsch der Aktionärsschützer nach und gaben erstmals die genauen Vergütungen ihrer Vorstände an. Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel erhielt im Jahr 2003 mehr als 1,72 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht des Konzerns hervorgeht. Die Entlohnung setzt sich je zur Hälfte aus einem Fixum und einem Bonus zusammen. Dabei sind Aktienoptionsrechte nicht eingerechnet. Insgesamt bezog der achtköpfige Post-Vorstand im Jahr 2003 rund 10,2 Millionen Euro - ohne zusätzliche mehr als 1 Million Aktienoptionsrechte. Im Vergleich zum Jahr 2002 genehmigte er sich damit eine Erhöhung der Vergütung um mehr als 20 Prozent. Zumwinkel liegt mit seinem Bezügen deutlich über den übrigen Vorständen. Sie erhielten 2003 jeweils ein Fixum von 575 000 Euro plus einen Bonus in gleicher Höhe.

Trotz steigender Gewinne nur ein leichtes Plus bei den Dividenden

Die DSW kritisierte, dass trotz kräftig steigender Gewinne bei den deutschen Großunternehmen die Aktionäre in diesem Jahr nur mit einem leichten Plus bei den Dividenden rechnen könnten. Nach einer DSW-Schätzung stiegen die Gewinne der 30 im DAX notierten Konzerne 2003 um 30 Prozent. Die Dividenden würden aber im Schnitt nur um 6 Prozent erhöht, kritisierte Hocker.

"Mit diesem Missverhältnis entfernen wir uns noch ein Stück weiter von dem DSW-Ziel, dass zumindest in der so genannten alten Industrie 50 Prozent des Gewinns an die Aktionäre fließen sollte", sagte Hocker. Nach Angaben der Schutzgemeinschaft schütteten die 30 DAX-Unternehmen in den vergangenen Jahren jeweils rund 35 Prozent ihrer Gewinne als Dividende aus.