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Weniger Filialschließungen als erwartet: 13 Karstadt-Warenhäuser sind betroffen

Der insolvente Warenhauskonzern Karstadt schließt insgesamt 13 Filialen. Betroffen sind zehn Karstadt-Häuser und drei kleine Multimedia-Fachmärkte mit insgesamt knapp 1.200 Mitarbeitern.

Der insolvente Warenhauskonzern Karstadt schließt insgesamt 13 Filialen. Betroffen sind zehn Karstadt-Häuser und drei kleine Multimedia-Fachmärkte mit insgesamt knapp 1.200 Mitarbeitern. Das teilte der Beauftragte des Arcandor-Insolvenzverwalters für den Warenhausbereich, Rolf Weidmann, am Dienstag in Essen mit. Die verbleibenden 120 Filialen mit mehr als 25.000 Beschäftigten sollen saniert und an einen Investor verkauft werden. Dabei handelt es sich um 86 Warenhäuser, 26 Sporthäuser und 8 Schnäppchencenter.

Die Zahl der Filialschließungen bei dem ums Überleben kämpfenden Warenhauskonzern fällt damit geringer aus als ursprünglich befürchtet. Zunächst galten 19 Standorte als in der Existenz gefährdet. Weidmann betonte: "Durch die Sanierungsbeiträge der Gläubigergruppen können wir einige Filialen bundesweit weiterführen, die ursprünglich auf unserer Prüfliste standen. Diese Filialen beschäftigen über 1.700 Mitarbeiter."

Bereits auf der Gläubigerversammlung Mitte November hatte der Insolvenzverwalter die Schließung von sechs Geschäften angekündigt. Am Dienstag folgte nun das Aus für weitere sieben Filialen. Betroffen sind insgesamt 10 Karstadt-Häuser und drei kleinere Filialen der Tochterfirmen WOM und Schaulandt.

In Kaiserslautern, Ludwigsburg und Hanau wird es demnach ab dem Frühjahr keine Karstadt-Warenhäuser mehr geben. Außerdem schließen die Sport- und Multimedia-Filiale in Celle, die Living-Filialen in Hannover. die Filiale "Alter Markt" in Kiel und das Sporthaus Recklinghausen spätestens am 31. März 2010 ihre Tore.

Die zuletzt vom inzwischen ausgeschiedenen Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick infrage gestellten Premium-Häuser - das KaDeWe in Berlin, das Alsterhaus in Hamburg und das Haus Oberpollinger in München -bleiben dagegen nach dem Willen des Insolvenzverwalters "fester Bestandteil des Karstadt-Konzepts".

Der Insolvenzverwalter hat inzwischen auch bei den Vermietern der Geschäftshäuser deutliche Zugeständnisse erreicht. Nun soll Weidmann zufolge zügig ein Sanierungskonzept für die Warenhauskette erarbeitet und die Suche nach einem Investor aufgenommen werden. Das könne bereits im Frühjahr 2010 erfolgreich abgeschlossen sein, prognostizierte er.

Die betroffenen Mitarbeiter sollen voraussichtlich in eine Transfergesellschaft wechseln können. Es werde auch geprüft, ob Mitarbeiter "vereinzelt" von anderen Filialen übernommen werden könnten, teilte der Insolvenzverwalter mit.

Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Margret Mönig-Raane betonte, die Schließung der 13 Filialen sei "außerordentlich bitter für die Beschäftigten". Dennoch empfahl die ver.di-Verhandlungskommission am Dienstag der großen Tarifkommission, weiteren Arbeitnehmerbeiträgen zur Sanierung von Karstadt zuzustimmen.

Bereits Mitte November hatte Karstadt die Schließung des Technikhaus in der Dortmunder Kampstraße, der Karstadt-Filiale im Hamburger Elbe Zentrum, des Geschäfts "Haus am Dom" in München angekündigt. Außerdem war damals die Schließung der kleinen Multimedia-Fachmärkte in Berlin-Biesdorf, in Braunschweig und Stuttgart bekanntgegeben worden.

Beim ebenfalls zum ehemaligen Arcandor-Konzern gehörenden Versandhaus Quelle endete in der Nacht zum Dienstag der Internet-Ausverkauf. Damit verloren dort weitere 1.300 Arbeitnehmer ihren Job.

AP / AP
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