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Gericht entscheidet: "Maybe"-Kampagne von Marlboro verführt Jugendliche nicht zum Rauchen

"Don't be a Maybe!" Greife lieber zur Marlboro. So verführt Zigarettenhersteller Philipp Morris Jugendliche zum Rauchen, befand das Landratsamt München und verbot die Kampagne. Doch das Verbot hielt vor Gericht nicht stand.

Marlboro darf mit Maybe-Kampagne Werbung machen

Der Tabakkonzern Philipp Morris darf für Marlboro-Zigaretten weiter mit seiner "Maybe"-Kampagne werben. Ein Gericht konnte keine Jugendgefährdung erkennen.

Der Tabakkonzern Philipp Morris darf weiter mit der sogenannten "Maybe"-Kampagne für seine Zigarettenmarke Marlboro werben.  Allein in Texten wie "Don't be a Maybe" (frei übersetzt: Sei nicht unentschieden) "können wir keine besondere Ansprache der Jugend erkennen", skizzierte der Vorsitzende Richter am Verwaltungsgericht München schon am Mittwoch die Auffassung seiner Kammer - und nur bei einer Gefährdung des Jugend hätte die Kampagne verboten werden können. Nun gab die Kammer die endgültige Entscheidung im Rechtsstreit bekannt: Das Verbot des Landratsamtes München wird aufgehoben (Az.: M 18 K 13.4844).

Seit 2011 wirbt der Tabakkonzern  Philipp Morris für die Zigarettenmarke Marlboro mit Sprüchen wie "Maybe never wrote a song" oder "Maybe never feels free" auf Plakaten, Flyern, Videos und im Kino. Dabei wird die erste Silbe des Wortes "maybe" durchgestrichen dargestellt, so dass im Englischen die Aufforderung "Be!", also: "Sei!", übrig bleibt. Nur wer ein "Be" ist, ein Macher, ist hip und cool - und im Grunde kann nur ein Raucher ein Macher sein. Das suggeriere zumindest die umstrittene Werbekampagne, so die Kritiker.

Verbot gilt seit 2013

Das Landratsamt München hatte mit Bescheid vom Oktober 2013 die Werbung verboten. Sie sei nach dem Tabakgesetz besonders geeignet, Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen zu veranlassen. Der Konzern beantragte eine einstweilige Verfügung gegen die Untersagung. Er verzichtete damals bei einer Erörterung vor Gericht auf die Verwendung von Fotos, zu einer weiteren Einigung kam es aber nicht.

Junge Menschen seien unsicher und müssten sich noch finden, und dann komme "so ein Spruch", begründete ein Behördenvertreter in der mündlichen Verhandlung noch einmal das Verbot. Das funktioniere auch ohne schmückende Fotos. Die Jugendlichen würden da abgeholt, wo sie abgeholt werden wollen. Diese Befürchtung haben die Münchner Richter nun nicht geteilt. Ein Freibrief ist die Entscheidung aber nicht. Der Richter warnte nämlich, dass jedes neue Motiv mit der Wortkombination einer Einzelbetrachtung unterliege.

eol / DPA