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Medien: Kartellamt erlaubt Viva-Übernahme

Der US-Medienkonzern Viacom darf jetzt auch mit dem Segen des Bundeskartellamtes seinen Konkurrenten, das Kölner TV-Unternehmen Viva übernehmen - ohne jede Auflage.

Mit der Fusion rücken die vier werbefinanzierten Musiksender Viva, Viva Plus, MTV und MTV2 unter ein Dach. Wie die künftigen Profile aussehen werden, ist noch unklar. Die Übernahme führe auf keinem der betroffenen Märkte, insbesondere dem Markt für TV-Werbung, zur Entstehung oder Verstärkung einer Markt beherrschenden Stellung, urteilte das Kartellamt. Der Markt für TV-Werbung werde von RTL und Pro Sieben/SAT 1 geprägt. MTV und Viva verfügten hier nur über geringe Marktanteile, so dass der Zusammenschluss nicht zu wettbewerblich nachteiligen Veränderungen der Marktstruktur führe. Die großen Sender wären zudem jederzeit in der Lage, ihr Angebot an Musiksendungen auszubauen.

Gerüchte um Standortverlagerung

Viva-Vorstandschef Dieter Gorny begrüßte die Genehmigung. "Ich finde die Entscheidung richtig und vernünftig." Zu Spekulationen um einen möglichen Standortwechsel des Kölner Senders wollte sich Gorny nicht äußern. "Die wichtigste Hürde ist genommen", sagte der Viva-Chef. Nun stehe noch die medienrechtliche Stellungnahme der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) aus. Diese sei Mitte August zu erwarten.

Der New Yorker Medienreriese Viacom Inc., zu dem auch der US- Musiksender MTV gehört, zahlt für den Kauf nach Medienberichten etwa 310 Millionen Euro. Mit dem Kölner Musikfernsehpionier Viva will das US-Unternehmen in Deutschland und Europa weiter Marktanteile gewinnen. Es ist die bislang größte Akquisition von Viacom, dem in den USA bereits zahlreiche TV-Kanäle gehören. MTV wird in 164 Ländern ausgestrahlt.

Viva war 1993 von Gorny gegründet worden. Bei dem Musiksender arbeiten rund 540 Beschäftigte. Der Sender erreicht täglich rund 5,2 Millionen Zuschauer, von denen drei Viertel zwischen 14 und 29 Jahren alt sind. (dpa)

DPA