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Kleiner Eimer statt große Tonne: Die Gastronomie produziert täglich Müllberge - dieses Café macht alles anders

Nicht nur im Haushalt, auch in der Gastronomie entstehen täglich Müllberge. Ein Café in Hamburg will das ändern - und versucht, (fast) keinen Müll zu produzieren. Kann das gelingen?

"Weil die Erde wunderschön ist" steht an der Wand. 

"Weil die Erde wunderschön ist", steht an der Wand. 

Der Cappuccino wird in alten Marmeladengläsern serviert. Das Geschirr, das Besteck, die Möbel und die Tische sind vom Flohmarkt oder aus zweiter Hand. Die Salzstreuer sind aus Limonadenflaschen, die Blumenvasen aus alten Dosen. Die Milch kommt in Pfandkanistern, die immer wieder neu befüllt werden. Die Kaffeebohnen in Metallcontainern, die als Tisch umfunktioniert werden können. Das Obst, Gemüse und Brot fürs Frühstück wird lose angeliefert. Die restlichen Produkte gibt es in Mehrwegbehältern oder in Kartons, die wiederverwertet werden. Im Café "In guter Gesellschaft" in Hamburg entsteht (fast) kein Müll.

Wenn wir uns überlegen, wie viel Müll allein im Haushalt pro Tag produziert wird, ist der Gedanke an ein Zero-Waste-Café unvorstellbar. Das Erstaunliche: Es ist leichter, als man denkt. Der Schlüssel zum Erfolg ist einen Schritt zurückzugehen, ein bisschen mehr Zeit zu investieren und sich an die Tricks von Oma und Opa zu halten.

Kaffee aus Marmeladengläsern, Geschirr vom Flohmarkt.

Kaffee aus Marmeladengläsern, Geschirr vom Flohmarkt.

Müll in der Gastronomie

Mehr als 600 Kilogramm Haushalts- und Verpackungsabfälle produziert jeder Einwohner in der Bundesrepublik im Jahr. Das geht aus den Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor. Darunter werden auch die Abfälle der Gastronomie gezählt, die bislang noch nicht einzeln ausgewertet wurden. Und wenn man sich am Ende der Woche seinen Hausabfall ansieht, kann man sich in etwa vorstellen, wie viel Müll erst in der Gastronomie anfällt.

Alana Zubritz und Ina Choi-Nathan betreiben das erste Zero-Waste-Café "In guter Gesellschaft" in Hamburg, das bislang erst zweite in Deutschland. Pro Woche fällt bei Alana und Ina im Café ein Eimer Restmüll an. Der Eimer fasst ein Kilogramm. Darin sammelt sich der Müll aus der Damentoilette, liegen gelassene Taschentuchverpackungen, Wachsreste der Kerzen, Zigaretten von draußen. Ansonsten landen Essensreste und Kaffeesatz im Biomüll, Papier von Verpackungen und Zeitungen im Altpapier.

Mehr zum Thema finden Sie im stern Nr. 16

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Bloß kein erhobener Zeigefinger

Ina war bislang in der freien Wirtschaft als Betriebswirtin tätig, Alana kommt aus dem Designbereich mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Trotz der Philosophie ist das Café nicht nur was für Ökos oder Alternative, sondern für die breite Masse. Mit einem erhobenen Zeigefinger bedienen die zwei Frauen ihre Gäste nicht, sie wollen lieber das Bewusstsein schärfen.

"Wer Dinge macht, produziert Müll. Das ist auch okay, aber man kann diesen Müll reduzieren", sagt Alana, die Nachhaltigkeitsseminare gibt. "Im Café ist das viel einfacher als zu Hause. Es gibt bestimmte Speisen und Getränke und auch bestimmte Lieferanten, die zur Müllvermeidung beitragen können." Nudeln und Reis bieten Alana und Ina deshalb nicht an, weil es diese Produkte bislang nicht unverpackt gibt. Dafür kriegen sie Frischware wie Obst und Gemüse lose, sowie Brot, Käse und Eier. Daraus zaubern sie frische Salate, Suppen, belegte Brote, hausgemachte Aufstriche, Dips und Marmeladen und auch Porridge. Alles rein vegetarisch.

Prinzipien des Zero Waste: Mit diesen fünf Tipps gelingt der Einstieg in ein müllfreies Leben

Pappbecher gibt es nicht

Wer Kaffee für unterwegs haben will, kriegt keinen Pappbecher, der später im Müll landet. Alana und Ina haben ihr eigenes Pfandsystem entwickelt. Zwei Euro kostet der To-go-Becher, den man behalten oder beim nächsten Mal neu befüllen lassen kann. Das hilft enorm, wenn man bedenkt, dass in Deutschland pro Stunde 320.000 Coffee-to-go-Becher im Müll landen, wie die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bereits 2015 ermittelt hat.
Darüber hinaus produzieren die Gastronominnen auch Pflanzenmilch als Kuhmilch-Alternative selber. Die gibt es sonst nur im Tetrapak. Abfall, mit dem sie sich nicht rumschlagen wollen. "In der Gastronomie ist es nicht schwer, Müll zu vermeiden", sagt Ina. "Man muss nur viel selber machen - und um die Ecke denken."

"Zero Waste bedeutet übrigens nicht, gebrauchte Möbel zu haben und sich keine neue kaufen zu dürfen", sagt Ina. Für die beiden Frauen war aber genau dieser Aspekt umso wichtiger. Sie sehen sich als Vorreiter, sie wollen andere Gastronomen inspirieren - und zeigen, dass es gar nicht so schwer ist, Müll zu vermeiden.

Mehr zum Thema Müll finden Sie im aktuellen Heft: 

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.