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Autohersteller: Sparrunde bei GM - Opel verschont

Stellenabbau, Dividendenstopp, Produktionskürzungen: Der amerikanische Autobauer General Motors hat eine neue Sparrunde eingeläutet. Die deutsche Tochter Opel bleibt von den Kürzungen glücklicherweise verschont.

Mit einem weiteren massiven Stellenabbau, Produktionskürzungen und Kostensenkungen will der krisengeplagte Opel-Mutterkonzern General Motors Milliarden einsparen und so der Absatzkrise in Nordamerika begegnen. "Wir antworten aggressiv auf die Herausforderungen des heutigen US-Automarkts", sagte GM-Chef Rick Wagoner in Detroit. Der Konzern wolle diese schwierige Phase nicht nur überleben, sondern aus ihr auch als schlankes, starkes und erfolgreiches Unternehmen hervorgehen.

Gesundheitsversorgung gestrichen

GM-Finanzchef Fritz Henderson sagte, das Unternehmen wolle seine Gehaltskosten in den USA und Kanada um 20 Prozent senken. Dazu soll die Zahl der Verwaltungsangestellten in den USA und Kanada schon im laufenden Jahr um mehrere Tausend reduziert werden. Entlassungen wurden nicht ausgeschlossen. General Motors beschäftigt in beiden Ländern rund 40.000 Angestellte. Zudem wird die Gesundheitsversorgung für die pensionierten Angestellten zusammengestrichen.

Die Fertigungskapazität für Sprit schluckende Pickups, die bei den nordamerikanischen Verbrauchern wegen der hohen Benzinpreise zunehmend unbeliebter werden, soll bis Ende 2009 um 300.000 Einheiten gekürzt werden. Bislang war eine Verringerung um 150.000 Fahrzeug geplant. Zusätzlich will GM die Ausgaben für Marketing und Vertrieb kürzen und auf die Einführung neuer Produkte konzentrieren.

Verkauf von Unternehmensvermögen

Der Konzern kündigte darüber hinaus an, erstmals seit 1922 seine jährliche Dividende auszusetzen. Dies bringe dem Unternehmen zusätzliche Liquidität von 800 Millionen Dollar im kommenden Jahr. Weitere zwei bis vier Milliarden US-Dollar sollen durch den Verkauf von Unternehmensvermögen in die Kasse fließen. Zwei bis drei Milliarden Dollar frischer Kredite will sich GM durch die Verpfändung von Markenrechten, Immobilien oder Anteilen am Autofinanzierer GMAC beschaffen.

Die nordamerikanischen Autohersteller sehen sich wegen der hohen Spritpreise und des Konjunktureinbruchs in den USA einer dramatischen Absatzkrise gegenüber. Im gesamten US-Automarkt werden nach Berechnungen von GM in diesem Jahr rund 14,7 Millionen Autos abgesetzt. 2005 waren es noch 17 Millionen Fahrzeuge.

Das drastische Sparprogramm verschont dabei die deutsche Tochter Opel. "Das Modellprogramm von Opel wird von den heutigen Entscheidung nicht betroffen", sagte ein GM-Sprecher in Rüsselsheim. Der Autokonzern werde weiter in die Marke Opel investieren. Die geplanten Investitionen von neun Milliarden Euro in den kommenden fünf Jahren in die Marke Opel würden nicht gekürzt, hatte GM-Europachef Carl-Peter Forster bereits vor einigen Tagen in einem Interview gesagt.

Von der Summe sollen nach früheren Angaben 2,5 Milliarden Euro in die Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern, Bochum und Eisenach fließen. Bis 2012 will Opel 17 neue Auto- und drei neue Nutzfahrzeugmodelle entwickeln. Der Opel-Betriebsrat begrüßte die Entscheidung. "An den Investitionen wird nicht gerüttelt", sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz. "Wir haben schon eine Restrukturierung hinter uns und sind mit den Modellen auf einem guten Weg." GM hatte 2005 das jahrelang defizitäre Europageschäft radikal saniert und allein bei Opel rund 9000 Stellen gestrichen.

AP/DPA / AP / DPA