HOME

Chronologie: Das monatelange Ringen um Opel

Der Verkauf von Opel an Magna ist geplatzt. Der US-Autobauer General Motors sagte die bereits sicher geglaubte Transaktion völlig überraschend ab. Damit hat das mittlerweile einjährige Opel-Drama einen neuen Höhepunkt erreicht. Eine Chronologie.

November 2008: Durch eine verfehlte Modellpolitik und die Folgen der Finanzkrise droht GM ein Liquiditätsengpass. Die deutsche Tochter Opel fragt deshalb bei der Bundesregierung um staatliche Hilfe nach.

Februar 2009:

GM fasst nach einem Jahresverlust von 30,8 Milliarden Dollar eine teilweise Trennung von Opel ins Auge und ist bereit, "mit Dritten über Partnerschaften und Beteiligungen zu verhandeln". Interesse bekunden unter anderem Magna, Fiat, der Finanzinvestor RHJ International und der chinesische Autobauer BAIC.

März 2009:

Der ehemalige Opel-Chef Fritz Henderson übernimmt die Führung von GM.

Mai 2009:

Kurz vor der Anmeldung des Insolvenzverfahrens bei GM stimmt der Verwaltungsrat des US-Autobauers der Trennung von Opel zu. Das deutsche Unternehmen wird unter die Ägide einer Treuhand gestellt. Die Bundesregierung und GM einigen sich grundsätzlich auf den Autozulieferer Magna und dessen Partner, die russische Sberbank, als Käufer. Eine endgültige Einigung soll bis Mitte Juli stehen. Bund und Länder übernehmen eine 1,5 Milliarden Euro schwere Bürgschaft.

Juni 2009:

GM lässt auch BAIC und RHJ die Bücher von Opel prüfen. Magna gilt aber weiter als Favorit. Unterdessen bessert Opel mit Hilfe der Abwrackprämie seine finanzielle Lage auf.

Juli 2009:

RHJ und BAIC bessern ihre Angebote nach. Dennoch scheiden die Chinesen aus dem Rennen. Die Bundesregierung hält an Magna als Käufer fest, während GM offenbar RHJ favorisiert. Die Amerikaner haben Bedenken wegen des russischen Zugriffs auf ihre Technologie.

13. August 2009:

Magna-Co-Chef Siegfried Wolf verkündet, die letzten Hindernisse für eine Einigung mit dem GM-Management seien aus dem Weg geräumt. GM erklärt aber, RHJ sei weiter im Rennen.

25. August 2009:

Überraschend wird bekannt, dass für GM auch ein Verbleib von Opel im Konzern wieder eine Option ist. Politiker und Betriebsräte in Deutschland sind empört. Einem Gutachten zufolge bräuchte GM dafür aber weitere 6,1 Milliarden Dollar.

9. September 2009:

Der Verwaltungsrat von GM ringt sich zu einer Entscheidung durch. Wie am 10. September bekannt wird, soll Opel an Magna gehen - allerdings unter Bedingungen.

3. November 2009:

Nach weiteren fast zweimonatigen Verhandlungen, in denen die EU zunehmend Bedenken gegen den Verkauf von Opel an Magna äußert, entscheidet der GM-Verwaltungsrat, den Rüsselsheimer Autobauer zu behalten.

Reuters / Reuters