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Falsche Rechnungen: Millionenbetrug bei Fielmann – Ermittlungen gegen Ex-Handballnationalspieler

Der Brillenkonzern Fielmann ist nach eigenen Angaben um rund eine Million Euro geprellt worden – von einem eigenen Mitarbeiter. Auch ein früherer Handballnationalspieler soll in den Betrug verwickelt sein.

Der "Fielmann"-Schriftzug durch zwei Brillengläser gesehen

Die "Fielmann" AG trennte sich nach den Betrugsvorwürfen von ihrem langjährigen Mitarbeiter (Symbolbild)

DPA

Die Kieler Staatsanwaltschaft ermittelt im Umfeld der Optikerkette "Fielmann" wegen des Verdachts auf einen Millionenbetrug – die Ermittlungen richten sich jedoch nicht gegen den Konzern, sondern unter anderem gegen einen früheren Mitarbeiter des Unternehmens.

Er soll seinen Ex-Arbeitgeber um mehr als eine Million Euro geprellt haben, durch falsche und überhöhte Rechnungen im Zusammenhang mit Sportfördergeldern der "Fielmann AG".

Wie der "Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag" (SHZ) zuerst berichtete, sei der Mann für die Betreuung von Personen und Firmen, die von dem Optiker Sponsorengelder erhielten, zuständig gewesen. Er soll die Begünstigten über einen Zeitraum von zwei Jahren dazu angestiftet haben, falsche Rechnungen und Belege, einzureichen.

"Fielmann"-Betrug: Handballer involviert?

Das zuviel gezahlte Geld der "Fielmann AG" soll der Verdächtige demnach zum größten Teil selbst eingestrichen haben, seine Komplizen auf Seiten der Spendenempfänger sollen quasi als Provision etwa Geld für die Sanierung eines Ferienhauses erhalten haben.

Die Behörden gehen von mehreren verdächtigen Empfängern der Spendengelder aus und ermitteln wegen des Verdachts des Betruges sowie der Bestechung oder Bestechlichkeit im Geschäftsverkehr, sagte der Kieler Staatsanwalt Henning Hadeler dem stern. Dem SHZ-Bericht zufolge ist unter den Verdächtigen ein ehemaliger Handballnationalspieler, der auch für die Bundesligisten THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt aktiv war. Untersuchungshaft sei gegen niemanden verhängt worden, es gebe keine Haftgründe wie etwa Fluchtgefahr.

"Fielmann" habe sich inzwischen von seinem langjährigen Mitarbeiter getrennt und kooperiere "vollumfänglich und vertrauensvoll" mit den Ermittlungsbehörden, sagte eine Sprecherin dem SHZ.

Wann es zu einem Prozess gegen die Verdächtigen kommt, steht noch nicht fest.

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