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Gewerkschaften: Mehr Geld für Eisenbahner, Streik für die Kunden

Die Bahn hat sich mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA geeinigt, die Beschäftigten bekommen 4,5 Prozent mehr Geld. So weit, so gut. Doch für Bahnkunden bedeutet das kein Grund zum Jubeln. Im Gegenteil.

Endlich: Die Bahn hat sich mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA geeinigt, die Beschäftigten bekommen 4,5 Prozent mehr Geld. Soweit so gut. Doch für Bahnkunden bedeutet das kein Grund zum Jubeln. Im Gegenteil.

Die Arbeitgeber der Deutsche Bahn und die Gewerkschaften Transnet und GDBA haben sich auf einen Tarifabschluss verständigt. Die Beschäftigten sollen 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt erhalten, wobei der Tarifvertrag eine Laufzeit von 19 Monaten haben soll. Transnet-Chef Norbert Hansen sprach danach „von einem Ergebnis, dass sich auch vergleichen lässt mit dem hervorragenden Ergebnis der Deutsche Bahn AG im vergangenen Wirtschaftsjahr“. Das Ergebnis werde dazu beitragen, das Vertrauen der Belegschaft in die Unternehmensführung und ihre Strategie zu stärken. Nach Angaben von Bahnchef Hartmut Mehdorn bedeutet der Abschluss eine Mindesterhöhung bis zum Ende der Laufzeit von 1600 Euro

Am Dienstag wird wieder gestreikt

Obwohl Transnet und GDBA nun keine Warnstreiks mehr veranstalten dürften, müssen sich zehntausende Pendler und Bahnreisende für diesen Dienstag wieder auf Wartezeiten und Behinderungen im Zugverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer hat für Dienstag zwischen 8.00 und 11.00 Uhr bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen.

Betroffen seien Fern-, Regional- und Güterverkehr, sagte GDL-Chef Manfred Schell dem Nachrichtensender n-tv. In Bayern seien davon neben Fern- und Regionalverkehr auch wieder die Münchner S-Bahn sowie der Güterverkehr betroffen, sagte der GDL-Bezirksvorsitzende Uwe Böhm. Die Auswirkungen seien voraussichtlich wieder vor allem in den Ballungszentren Nürnberg und München zu spüren.

Auch im Bahnverkehr in Norddeutschland sind Behinderungen zu erwarten. "Wir wollen unsere Entschlossenheit zeigen, aber die Berufspendler nicht zu stark treffen", sagte der Vorsitzende des GDL- Bezirks Nord, Norbert Quitter, in Hamburg. Deshalb sei der Beginn des Warnstreiks erst auf.08.00 Uhr gelegt. Wie in der vergangenen Woche werden der Nah- und Fernverkehr im Norden bestreikt, also auch die Hamburger S-Bahn, nicht aber U-Bahnen und Busse.

Auf Nachfrage von stern.de sagte eine GDL-Sprecherin aber, dass sich die Kunden tatsächlich bundesweit auf Verspätungen einstellen müssten. Auch in kleineren Städten seien Streiks geplant.

Ein Bahn-Sprecher wollte die Aktionen nicht kommentieren. Die Fahrgäste könnten sich wieder über eine kostenlose Hotline sowie übers Internet informieren. Auch an den Bahnhöfen stünden wieder Mitarbeiter bereit, sagte der Sprecher. Am vergangenen Dienstag hatten die Lokführer mit einem Warnstreik im Berufsverkehr den Zugverkehr weitgehend lahm gelegt. Zehntausende Pendler mussten teils stundenlang an Bahnhöfen auf verspätete Züge warten, erst am Nachmittag lief der Zugverkehr wieder fahrplanmäßig.

Die GDL will mit den Warnstreiks Druck auf die Deutsche Bahn im Tarifstreit machen. Sie verlangt für die rund 32.000 Lokführer, Zugebegleiter und Mitarbeiter der Speisewagen bis zu 31 Prozent höhere Bezüge und einen gesonderten Tarifvertrag. Bei einem neuerlichen Gespräch an diesem Freitag müsse der Konzern ein Angebot vorlegen, erklärte die GDL in Frankfurt.

AP/DPA/ems / AP / DPA