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Auch GSG-9-Beamte beteiligt: Zoll und Polizei fahren Großrazzia gegen organisierte Schwarzarbeit in NRW

Durch organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe entstehen dem Staat Millionenschäden. In NRW gehen Polizei und Zoll seit Dienstagmorgen mit einer Großrazzia massiv gegen die kriminellen Machenschaften und die Hintermänner vor.

Großrazzia - NRW - Baugewerbe - Schwarzarbeit

Zollbeamte führen im Rahmen einer Großrazzia gegen organisierte Schwarzarbeit in NRW eine Festgenommene ab

DPA

Spezialeinheiten von Zoll und Polizei sind am Dienstagmorgen mit tausend beteiligten Einsatzkräften in NRW gegen organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen. Ein Sprecher des Hauptzollamts Krefeld sprach von mehreren Zugriffen. Genauere Details nannte er zunächst nicht, da die Beamten noch mitten im Einsatz seien. Auch die Städte, in denen die Razzia lief, waren zunächst nicht bekannt. Im Laufe des Vormittags sollte es weitere Informationen geben. Zuvor hatte die "Rheinische Post" über die Aktion berichtet.

In Erkrath bei Düsseldorf wurden Wohn- und Geschäftsräume durchsucht. Auch Spezialeinsatzkommandos des Zolls seien ausgerückt. Die Eliteeinheit der Bundespolizei, die GSG 9, war nach dpa-Informationen ebenfalls "unterstützend beteiligt". Im Vorfeld habe es rund zehn Haftbefehle und im Laufe der Aktion mindestens eine Festnahme gegeben. Für die Aktion wurde die Sonderkommission "SoKo Moses" eingerichtet.

Schwarzarbeit verursacht Millionenschäden

Durch organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe entstünden Millionenschäden, sagte der Hauptzollamts-Sprecher. Vor zwei Jahren war in Hessen ein Ring aus Schwarzarbeitsfirmen aufgeflogen, der jahrelang Steuern und Sozialabgaben in Millionenhöhe hinterzogen haben soll. Auch im Münsterland war der Zoll Anfang 2016 in einer Razzia gegen Schwarzarbeit im Baugewerbe vorgegangen. 2015 hatte es wegen der illegalen Beschäftigung von Arbeiterkolonnen eine internationale Razzia in Deutschland, Italien und den Niederlanden gegeben

Bereits am Montag waren Einsatzkräfte in NRW bei einer Großrazzia gegen eine international tätige Autohehlerbande vorgegangen, die in NRW mindestens 47 zuvor in Deutschland, Belgien und Frankreich gestohlene Wagen verkauft haben soll. Es gab zahlreiche Festnahmen.


mod / DPA