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Kokain und Prostitution: Illegaler Handel peppt Italiens Wirtschaft auf

Geschäfte mit dem Verkauf illegaler Drogen und Prostitution zählen ab September zum Bruttoinlandsprodukt. Grund sind neue Regelungen der EU. Italiens Wirtschaftsminister kann sich freuen.

Die EU hat neue Vorgaben für die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Ab September werden die auch in Italien umgesetzt. Somit wird künftig auch Schattenwirtschaft zur Wirtschaft zählen: Geschäfte mit illegalen Drogen wie Kokain, mit geschmuggelten Zigaretten und mit Prostitution werden dann in die Berechnungen des Bruttoinlandsprodukts aufgenommen. Das melden die Statistikbehörden Italiens.

Demnach passen sich die Statistikämter schon in ein paar Monaten an die neuen Eurostat-Regeln an. Die illegalen Geschäfte müssten jedoch modellmäßig berechnet werden, denn für Prostitution und illegalen Handel gibt es keinerlei Basisstatistiken.

Positiver Einfluss auf Ertragszaheln

Obgleich das neue Konzept stark umstritten ist, könnte es, so meldet Bloomberg, insbesondere in Italien die schlechten Wirtschaftsdaten des Landes verbessern. In den vergangenen 13 Jahren ist das BIP Italiens viermal geschrumpft und Ministerpräsident Matteo Renzi ist verpflichtet, Italiens Verluste im BIP zu schmälern. Das wird einfacher, wenn der Ertrag gesteigert wird - und sei es durch Schattenwirtschaft.

"Auch wenn es schwierig wird, den Einfluss genau zu bestimmen, wird es einen positiven Einfluss auf das Bruttoinlandsprodukt haben", sagte Wirtschaftswissenschaftler Giuseppe Di Taranto dem Medienunternehmen Bloomberg. Renzi habe somit bei Ausgaben mehr Luft nach oben.

Für Deutschland hatten die Statistikbehörden die Umstellung auf das neue EU-Regelsystem bereits im März angekündigt. Im Nachbarland Österreich sind Prostitution und der Handel mit Drogen übrigens bereits seit 2009 BIP-wirksam. Die zugeschätzten Daten zur Schattenwirtschaft betrug für das Jahr 2012 rund 890 Millionen Euro - rund 0,3 Prozent des BIP.

jen