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LUFTVERKEHR: Eurowings will Marktführer bei den Billigfliegern werden

Mit Flugpreisen ab 29 Euro für eine einfache Strecke strebt Eurowings mit seiner Linie germanwings die Marktführerschaft unter den Billiganbietern in Deutschland an.

Das ist eine Kampfansage: Die Preise für Flüge ab dem 27. Oktober vom Flughafen Köln/Bonn nach Berlin und in europäische Metropolen enthalten laut Eurowings-Chef Friedrich-Wilhelm Weitholz schon die Steuern und Gebühren. Flüge können ab sofort unter der Internet-Adresse www.germanwings.com oder unter der Telefonnummer 01805 - 95 58 55 gebucht werden.

Kranich mischt mit

An Eurowings ist die Lufthansa derzeit mit 24,9 Prozent beteiligt, sie hält zugleich eine Option auf insgesamt bis zu 49 Prozent. Damit mischt die Kranichlinie indirekt auf dem boomenden Markt der Billigflieger mit. Bereits auf dem Markt etabliert sind Ryanair und die KLM-Tochter buzz. Im Aufbau ihrer Billigangebote sind unter anderem die Deutsche BA, Virgin Express und die vom Reisekonzern TUI gegründete Fluggesellschaft Hapag-Lloyd Express.

Vom Rheinland in die Welt

»Mit germanwings beginnt ein neues Zeitalter in Deutschland - Fliegen wird Volkssport Nummer eins«, sagte Weitholz. Die Linie wird sich durch »ehrliche Preise« von anderen Billigfluganbietern unterscheiden. Die Kunden können aus dem Rheinland drei Mal täglich nach Berlin, Paris, London-Stansted, Wien und Zürich fliegen. Mailand-Malpensa soll zwei Mal täglich, Nizza, Rom, Barcelona und Madrid einmal täglich angeflogen werden. Mit dem Ausbau des Geschäfts sind Flüge zu Zielen rund um das Mittelmeer geplant.

Nachtflüge wird es nicht geben: Die Maschinen starten frühestens zwischen 6.00 Uhr und 6.30 Uhr und landen spätestens um 23.00 Uhr.

Frühbucher fliegen besonders billig

Auf allen Flügen will germanwings unabhängig von Saison und Tageszeit einen hohen Anteil der Sitzkapazitäten für 29 Euro anbieten. Die Flugpreise sollen bis zum Abflugtermin ansteigen: Je später gebucht wird, desto höher fällt der Preis aus. Der tatsächliche Flugpreis ist abhängig vom Buchungszeitpunkt. Zum Kampfpreis von 29 Euro für die einfache Strecke zu jedem der angebotenen Ziele stehen Plätze »in großer Verfügbarkeit« bereit, sagte Weitholz. Sind diese ausgebucht, steigt der Preis »in kleinen Schritten« bis auf maximal 60 Prozent des normalen Linienpreises an. Laut Weitholz sollen die teuersten Tickets 150 bis 190 Euro kosten.

Extras kosten extra

Service an Bord soll es geben, kostet aber extra. Tickets gibt es nicht: Der Kunde weist sich beim Einchecken mit Personalausweis und Reservierungsnummer aus. Die Sitze im Flugzeug sind nicht reserviert: Wer früh kommt (bis zu zwei Stunden vor Abflug) hat die beste Auswahl. Für Umbuchungen müssen Kunden eine Gebühr von 25 Euro einplanen, bei Kreditkartenbezahlung drei Euro sowie fünf Euro bei einer Flugbestellung über ein Call-Center.

Auch andere Flughäfen denkbar

Im ersten Jahr rechnet Weitholz mit bis zu 1,5 Millionen Kunden, die germanwings wählen. Zunächst sollen fünf Airbus A319 und ein Airbus A320 in Köln/Bonn eingesetzt werden. Die Flotte wird um 10 bis 12 Flugzeuge erweitert. Die Passagierzahlen sollten bis Ende 2003 auf bis zu drei Millionen steigen. »Wir machen erstmal hier in Köln unsere Sache ordentlich. Danach denken wird über weitere Schritte nach«, sagte Weitholz zu einer möglichen Ausdehnung des germanwings-Angebots auf anderen deutschen Flughäfen.

»Natürlich wollen wir Geld verdienen, und zwar schnell«, so Weitholz. Entscheidend dafür ist die Auslastung der Flugzeuge, womit Eurowings als langjähriger Charterflieger große Erfahrung hat. 80 Prozent Auslastung sind nötig, um im so genannten No-Frills-Geschäft Gewinne zu machen. Gerade Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichstes Bundesland verspricht da ein lukratives Geschäftsfeld. »Diese 15 Millionen Menschen sind mögliche Kunden von germanwings«, sagte Weitholz.